Produktbild: Die Ameiseninsel

Die Ameiseninsel Roman. Die Insel-Romane I

Aus der Reihe Die Insel-Romane
1

16,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.08.2003

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

19/12,3/3,2 cm

Gewicht

439 g

Farbe

Tanne / Seidengrau

Auflage

3

Originaltitel

Firat suyu kan akiyor baksana

Übersetzt von

Cornelius Bischoff

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20274-0

Beschreibung

Rezension

»Yasar Kemal schafft einen wunderbaren Kosmos mit Veilchenduft, Bienenschwirren und der Weite des Meeres, mit Märchen und Mythen all jener Kulturen, die hier zusammenprallen. Es ist zugleich ein poetisches, wie auch politisches Werk. Zutiefst moralisch, vor allem aber warmherzig und menschlich.« ("Kieler Nachrichten")
»Kemal rollt die Geschichte der Katastrophen der jungen türkischen Republik und der Grausamkeiten des untergegangenen osmanischen Imperiums vor dem Leser auf, erinnert an die todbringenden Feldzüge in den Allahuekber-Bergen, wo die Soldaten reihenweise aufrecht im Schnee erfroren. Für den Roman erhielt Kemal in Griechenland einen Ehrendoktor, während er in der Türkei von der Kritik nur wenig beachtet wurde. Die Zeitung Milliyet kaufte zwar für viel Geld den Vorabdruck, aber machte nicht die übliche Werbung dafür und kürzte die kurdischen Passagen weg. Es gab nur wenige Buchbesprechungen. Trotzdem wurden innert kürzester Zeit über 50000 Exemplare verkauft.« ("Thurgauer Zeitung")
»Episch, philosophisch, spannend ist das ebenso auf Handlungsreichtum wie auf Gedankentiefe setzende Werk Kemals, das zu einem überraschenden vorläufigen Schluss kommt. Auf die Fortsetzung der Insel-Trilogie darf man gespannt sein.« ("Südkurier")
»Meisterhafte, ergreifende Dramaturgie. ›Die Ameiseninsel‹ ist ein Meilenstein.« ("Augsburger Allgemeine")
»Kemal erzählt von den Katastrophen, die das Ende des Osmanischen Reiches und die junge türkische Republik begeiteten. Er klagt den ethnischen Nationalismus an.« ("Die Brücke 123")
»Yasar Kemal hat sich mit diesem Roman auf gefährliches Terrain begeben. Wer sich einlässt auf den Erzählfluss Kemals, der sich entwickelt wie ein Strom und immer wilder und reißender wird, wird nicht unberührt aus diesen Seiten wieder auftauchen.« ("Nürnberger Zeitung")
»Yasar Kemal zeigt sich auch in seinem neuesten Roman als unbezwingbarer Erzähler, als unbestechlicher Chronist.« ("Associated Press")
»Als echter Prophet und Seismograf nahm Kemal in der ›Ameiseninsel‹ also 1998 den Tabubruch vorweg und gestaltete ihn mit seiner ganzen moralischen Autorität. Man darf auf die beiden weiteren Bände gespannt sein.« ("Der Bund")
»Der Roman lässt Raum für große Gefühle. Ein Meilenstein.« ("Mannheimer Morgen")
»Kemal schildert die Brutalität in schonungslos unpathetischer Art und Weise.« ("Dresdner Neueste Nachrichten")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.08.2003

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

19/12,3/3,2 cm

Gewicht

439 g

Farbe

Tanne / Seidengrau

Auflage

3

Originaltitel

Firat suyu kan akiyor baksana

Übersetzt von

Cornelius Bischoff

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20274-0

EU-Ansprechpartner

Unionsverlag AG
Siemensstr. 16
35463 Fernwald
DE
mail@unionsverlag.ch

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Verlag C.H.Beck oHG
Neptunstraße 20
8032 Zürich
CH
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Vom großen Unglück und vom…

Almut Scheller-Mahmoud aus Hamburg am 07.01.2021

Bewertungsnummer: 2790576

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Vom großen Unglück und vom kleinen Glück, Vertreibung und Krieg, Heimat und Freundschaft. Yasar Kemal ist ein sozialkritischer und politischer Autor mit Anregungen zum Hinterfragen der Gegebenheiten. Wieso warum wozu weshalb? Hintergründige Hauptthemen dieses Romans sind die Kaukasusfront des 1. Weltkriegs und der Bevölkerungsaustausch von Griechen und Türken. Nach dem Zusammenbruch des „Kranken Mannes am Bosporus“ marschierten griechische Nationalisten in Anatolien ein, wurden jedoch zurückschlagen. Der Friedensvertrag von Lausanne von 1923 beinhaltete die Rückkehr von über einer Million Griechen und einer halben Millionen Türken. Alle in der Türkei lebenden Griechen werden nach Griechenland zwangs-umgesiedelt so wie ihr türkisches Pendant von Griechenland in die Türkei. Niemand dieser beiden Volksgruppen ging freiwillig: was sollten sie dort in der Fremde? Und was sollte sie dort erwarten? Offene Arme, freudige „Seid Willkommen“-Rufe? Oder Misstrauen und Missgunst: was wollen die hier, was sollen die hier? Die nehmen uns Land weg, die nehmen uns Arbeit weg…..ein altbekanntes Lied. Die Protagonisten sind Musa der Nordwind, der ein Haus und eine Mühle kauft auf der Insel kauft und Vasili Atoynaranoglu. Der erste komm als Fremder, um hier ein Refugium, Frieden und eine neue Heimat zu finden, der andere stammt von hier und weigerte sich, zu gehen. Wunderbare Naturschilderungen, poetisch, leuchtend und duftend, manchmal fast ein bisschen zu schwelgerisch. Eine flügelschlagende, wellenbrechende, blumige Poesie. Und die Menschen: Panos Valyanos – der beste Fischer weit und breit. Hat allen das Fischen beigebracht. Ohne ihn wäre das Meer kein Meer, die Insel keine Insel, der Fisch kein Fisch. Rais Yani, der alle Steine im Meer kannte, der es anbetete und der die Sprache der Fische sprach. Yordanis Güzeloglu, der einfüßig aus dem Krieg heimkehrte, aber sein Lächeln nicht verloren hatte, der sogar über den verloreren Fuß ein Lied singen konnte. Lena Papazoglu, einstmals besungen und gerühmt: Heute eine alte gebeugte Frau. Hadschi Remzi Bey, der dem Perikles Karagüloglu die goldrandigen Teller, die Kelims und die Sessel und vor allem sein Boot abkaufen wollte. „Und wenn Du es mir nicht verkaufen willst, lasse ich Deiner Tochter Gewalt antun.“ Die menschliche Triebfeder der Habgier: auch hier wiederholt sich Geschichte der ewigen Profiteuere von Vertreibungen. Vasili wird immer wieder heimgesucht von grauen erregenden Kriegserinnerungen: die Schlacht von Sarikamis: 10.000 erfrorene Soldaten der Allahuekber-Berge. Ein Wald der Schneemänner. Ein Bild, das sich durch die Retina des Lesers in seinem Gehirn abspeichert. Musa jagte mit seiner Einheit Jesiden, raubte und plünderte, watete in einem Meer aus Blut. Auch hier ein Bild, das einen nicht losläßt: Abgeschnittene Brüste im Wüstensand. Jesiden waren schon damals ein Fremdkörper im „Volkskörper“. Auch hier wiederholt sich die Geschichte. Oder ist die Vertreibung und Mordung der Jesiden durch den IS schon wieder aus dem kollektiven Gedächtnis entschwunden?. Er findet Ruhe und Heimat auf der Ameiseninsel mit Vasili, der alten Lena und Kapitän Kadri und dessen Mutter. Kadri, der mit sieben Jahren als Lehrling bei Panos, dem besten Fischer, begann. Ein Roman mit Happy end also? Ein stilisiertes Paradies? Der Roman ist orientalisch ausschmückend, voller wundersamer Bilder, die im Kopf bleiben. In langen Passagen und langen Weilen erfühlen wir das Glück der Natur, in Düften und Farben, lebensprall, zartblütig. Die Gegenüberstellung menschengemachter Grausamkeit und der Natur: „Die Schönheit der Welt ohne Menschen. Sollte es der Mensch sein, durch die sie hässlicher und schmutziger wird? Aber ohne die Wärme eines Menschen wird die Welt eiskalt“. Es ist ein politisches Buch voller Schönheit und Grausamkeit und zugleich eine Hymne auf das Leben.

Vom großen Unglück und vom…

Almut Scheller-Mahmoud aus Hamburg am 07.01.2021
Bewertungsnummer: 2790576
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Vom großen Unglück und vom kleinen Glück, Vertreibung und Krieg, Heimat und Freundschaft. Yasar Kemal ist ein sozialkritischer und politischer Autor mit Anregungen zum Hinterfragen der Gegebenheiten. Wieso warum wozu weshalb? Hintergründige Hauptthemen dieses Romans sind die Kaukasusfront des 1. Weltkriegs und der Bevölkerungsaustausch von Griechen und Türken. Nach dem Zusammenbruch des „Kranken Mannes am Bosporus“ marschierten griechische Nationalisten in Anatolien ein, wurden jedoch zurückschlagen. Der Friedensvertrag von Lausanne von 1923 beinhaltete die Rückkehr von über einer Million Griechen und einer halben Millionen Türken. Alle in der Türkei lebenden Griechen werden nach Griechenland zwangs-umgesiedelt so wie ihr türkisches Pendant von Griechenland in die Türkei. Niemand dieser beiden Volksgruppen ging freiwillig: was sollten sie dort in der Fremde? Und was sollte sie dort erwarten? Offene Arme, freudige „Seid Willkommen“-Rufe? Oder Misstrauen und Missgunst: was wollen die hier, was sollen die hier? Die nehmen uns Land weg, die nehmen uns Arbeit weg…..ein altbekanntes Lied. Die Protagonisten sind Musa der Nordwind, der ein Haus und eine Mühle kauft auf der Insel kauft und Vasili Atoynaranoglu. Der erste komm als Fremder, um hier ein Refugium, Frieden und eine neue Heimat zu finden, der andere stammt von hier und weigerte sich, zu gehen. Wunderbare Naturschilderungen, poetisch, leuchtend und duftend, manchmal fast ein bisschen zu schwelgerisch. Eine flügelschlagende, wellenbrechende, blumige Poesie. Und die Menschen: Panos Valyanos – der beste Fischer weit und breit. Hat allen das Fischen beigebracht. Ohne ihn wäre das Meer kein Meer, die Insel keine Insel, der Fisch kein Fisch. Rais Yani, der alle Steine im Meer kannte, der es anbetete und der die Sprache der Fische sprach. Yordanis Güzeloglu, der einfüßig aus dem Krieg heimkehrte, aber sein Lächeln nicht verloren hatte, der sogar über den verloreren Fuß ein Lied singen konnte. Lena Papazoglu, einstmals besungen und gerühmt: Heute eine alte gebeugte Frau. Hadschi Remzi Bey, der dem Perikles Karagüloglu die goldrandigen Teller, die Kelims und die Sessel und vor allem sein Boot abkaufen wollte. „Und wenn Du es mir nicht verkaufen willst, lasse ich Deiner Tochter Gewalt antun.“ Die menschliche Triebfeder der Habgier: auch hier wiederholt sich Geschichte der ewigen Profiteuere von Vertreibungen. Vasili wird immer wieder heimgesucht von grauen erregenden Kriegserinnerungen: die Schlacht von Sarikamis: 10.000 erfrorene Soldaten der Allahuekber-Berge. Ein Wald der Schneemänner. Ein Bild, das sich durch die Retina des Lesers in seinem Gehirn abspeichert. Musa jagte mit seiner Einheit Jesiden, raubte und plünderte, watete in einem Meer aus Blut. Auch hier ein Bild, das einen nicht losläßt: Abgeschnittene Brüste im Wüstensand. Jesiden waren schon damals ein Fremdkörper im „Volkskörper“. Auch hier wiederholt sich die Geschichte. Oder ist die Vertreibung und Mordung der Jesiden durch den IS schon wieder aus dem kollektiven Gedächtnis entschwunden?. Er findet Ruhe und Heimat auf der Ameiseninsel mit Vasili, der alten Lena und Kapitän Kadri und dessen Mutter. Kadri, der mit sieben Jahren als Lehrling bei Panos, dem besten Fischer, begann. Ein Roman mit Happy end also? Ein stilisiertes Paradies? Der Roman ist orientalisch ausschmückend, voller wundersamer Bilder, die im Kopf bleiben. In langen Passagen und langen Weilen erfühlen wir das Glück der Natur, in Düften und Farben, lebensprall, zartblütig. Die Gegenüberstellung menschengemachter Grausamkeit und der Natur: „Die Schönheit der Welt ohne Menschen. Sollte es der Mensch sein, durch die sie hässlicher und schmutziger wird? Aber ohne die Wärme eines Menschen wird die Welt eiskalt“. Es ist ein politisches Buch voller Schönheit und Grausamkeit und zugleich eine Hymne auf das Leben.

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Die Ameiseninsel

von Yaşar Kemal

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