Staatszerfall, Bandenterror, die innere Zerrissenheit afrikanischer Nationen – was uns nur schlagwortartig bekannt ist, fügt sich im neuen Roman von Nurrudin Farah zu einem meisterhaft gezeichneten, manchmal alptraumhaften Panorama seines Heimatlandes Somalia, zu einer exemplarischen Geschichte von verrohten Herzen und dem Wert der Menschlichkeit. Links erzählt von Jeebleh, der aus dem New Yorker Exil nach Mogadischu zurückkehrt und eine vom Bürgerkrieg korrumpierte Gesellschaft vorfindet, die er nicht mehr versteht, in der er niemandem trauen kann, schon gar nicht den eigenen Verwandten. Und dennoch, trotz der Gewalt, trotz der sozialen Apathie, trotz der widerwärtigen Herrschaft der Clans gibt es Hoffnung – verkörpert von einem kleinen Mädchen.
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20.01.2021
Buch (Taschenbuch)
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Der Somali Jeebleh kommt nach langen Jahren, die er in New York lebte, in seine Heimat zurück. Dort will er seiner vor Jahren verstorbenen Mutter ein letztes Andenken erweisen. Was er vorfindet, ist eine durch Bürgerkrieg und Staatszerfall verrohte Gesellschaft. Die Tochter einer früheren Bekannten wurde entführt, und schon bald macht es sich Jeebleh zur Aufgabe, nicht nur das Kind und deren Freundin zurück zur Mutter zu bringen, sondern sich auch an seinem früheren Erzfeind zu rächen, der ihn zu Zeiten Siad Barres für Jahre ins Gefängnis brachte. Ein eindrucksvolles Buch über das Leben in einer Gesellschaft, die seit Jahren nur Krieg und Clanherrschaft kennt und in der jeder auf seine Weise versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen. Obwohl Autor Farah schon lange nicht mehr in Somalia lebt, beschreibt er auch aus seinem südafrikanischen Exil kenntnisreich die somalische Gesellschaft, als hätte er sie nie verlassen.
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