Auf dem Sterbebett bilanziert der 45-jährige erfolgreiche Anwalt Iwan Iljitsch sein äußerlich wohlgeratenes Leben und muss erkennen, dass er sich lebenslang getäuscht hat: Sein Beruf bedeutet ihm nichts, auch die Bindungen zu seiner Familie erscheinen ihm nun herzlos und hohl, Gleichgültigkeit und Eigendünkel beherrschen alles Zwischenmenschliche. Einzig die aufrichtige Sorge des Dieners Gerassim und die ehrliche Trauer seines kleinen Sohnes Wasja versöhnen ihn ein wenig, bis er schließlich stirbt. Tolstois 1886 erschienene Novelle »Der Tod des Iwan Iljitsch« besticht durch die ungeheure Meisterschaft, mit der der russische Dichter den Todeskampf seiner Titelfigur nachfühlbar macht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
the hopeless romantic
4/5
13.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Traurig
Während des Lesens hat mich die ganze Zeit der beklemmende Gedanke begleitet, dass sich alte, kränkliche Menschen, vielleicht unsere Großeltern und andere Menschen, die uns lieb sind, vielleicht eines Tages wir selbst, so fühlen. So verlassen, verraten, betrogen und verletzt. Keiner möchte, in dem Glauben er sei ungeliebt, sterben und ihr wünschen uns alle jemanden wie Gerrassim. Wunderschöne Novelle!
Tobias R.
aus Cloppenburg
5/5
24.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Kurz aber Intensiv
Ich fand das Buch echt gut. Es ist zwar kurz, aber unglaublich intensiv. Die Geschichte zeigt, wie ein Mann am Ende seines Lebens merkt, dass er vieles nur für Ansehen und Erwartungen anderer getan hat.
Man lernt daraus, wie wichtig es ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und nicht nur für die Fassade zu leben. Ein zeitloses, nachdenkliches Buch, das definitiv lesenswert ist.
Raumzeitreisender
aus Ahaus
5/5
10.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Der Roman beginnt mit der…
Der Roman beginnt mit der Trauerfeier für Iwan Illjitsch, der nach langer und schwerer Krankheit gestorben ist. Von echter Trauer ist keine Spur, es mangelt selbst seinen langjährigen Freunden an echter Anteilnahme, stattdessen verabredet man sich für den Abend zum Kartenspielen. Die Witwe betont, wie sehr sie gelitten hat und interessiert sich primär für Geldunterstützung vom Staat. Der Sarkasmus, der hier zum Ausdruck kommt, spiegelt die Außenperspektive auf die Sinnhaftigkeit des Lebens wider. Die Innenperspektive erlebt der Protagonist im Zuge seiner Krankheit. Es folgt die Biografie von Iwan Illjitsch, der als Richter der gehobenen Gesellschaft angehört. Im Zuge seiner beruflichen Karriere lernt er seine Frau kennen und wird Teil der gehobenen Gesellschaft. In dem Maße, in dem ihre Ansprüche zunehmen, entfremden sich die Eheleute. Illjitsch konzentriert sich auf seinen Beruf und familiär wird der äußere Schein gewahrt. Eine Neubewertung seiner Lebenssituation erfolgt erst im Zuge seiner Krankheit. Er konsultiert zahlreiche Ärzte, die ihm letztlich nicht helfen können. Sie behandeln ihn mit derselben professionellen Unmenschlichkeit, mit der er als Richter seine Angeklagten abgeurteilt hat. Iwan Illjitsch beschäftigt sich zunehmend mit existenziellen Fragen und stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Ihn plagen neben seinen physischen Schmerzen Zweifel. "Dass sowohl sein Dienst wie auch seine Lebensführung, seine Familie sowohl wie all diese Interessen der Gesellschaft und des Dienstes, dass all dies zusammen nicht das Wahre gewesen sein mochte." (85) Leo Tolstoi kritisiert mit dieser Geschichte die Werte der bürgerlichen Existenz und der Gesellschaft. Leben rational zu erklären führt zu Kälte und Bedeutungslosigkeit. Die Antworten lauten Selbstlosigkeit und Liebe, wie sie durch Illjitsch Diener Gerassim zum Ausdruck kommen – der einzige Lichtblick in dieser trostlosen Erzählung.
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
5/5
26.12.2022
eBook (ePUB)
Langsames Dahinscheiden
Eine schöne Novelle über den Iwan Iljitsch, der am Sterben ist. Seine Gedanken, sein langsames Dahinsiechen, die Familie und Ärzte und Berufskollegen, die ihn im Prozess des Hinscheidens begleiten. Wirklich ganz toll geschrieben, ein Lesegenuss von der ersten bis zur letzten Seite!
emy_reads
4/5
15.06.2026
eBook (ePUB)
Kurz und intensiv
Eine interessante Kurzgeschichte/Novelle die man in wenigen Stunden durchlesen kann.
Es ist wirklich interessant mal so eine völlig neue Perspektive auf ein so großes Thema wie den Tod zu bekommen.
Auf jeden Fall lesenswert. Man sollte nur nicht all zu viel erwarten.
Eine kleine Novelle über den Tod. Nicht mehr und nicht weniger.
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