Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg treffen und alle Bewohner töten, beginnt ein schweres Leben für
die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Julia überlebt mit viel Glück und kommt bei einer Tante in der Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von
Intrigen, und nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und
die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach
der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zum Bischof von Rottenburg führt.
Der spannende Roman spielt im späten Mittelalter zwischen
Sulz am Neckar, Rottenburg, Tübingen und Staufen.
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Interessantes Bild und Weltbild vergangener Zeit
Theda Schmidt am 24.03.2021
Bewertungsnummer: 753577
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachdem Christa Schmid-Lotz für den Verlag Oertel+Spörer vor einem Jahr den Schwäbischen Haus- und Heimatkalender geschrieben hat ein interessantes Büchlein mit sehr lesenswerten Texten und vielen Ratschlägen zur Region bringt dieser Verlag nun ihren Historischen Roman Das Vermächtnis des Bischofs heraus. Die Autorin hat bereits fünf weitere Historische Romane veröffentlicht, drei davon beim Aufbau Verlag unter dem Namen Christa S. Lotz.
Das Vermächtnis des Bischofs spielt im Raum Sulz am Neckar, Rottenburg, Tübingen und Staufen. Es wird bereits von katholischer und protestantischer Glaubensrichtung gesprochen, das Lied Ein feste Burg ist unser Gott wird in den Kirchen gesungen und auf dessen Strophe Und wenn die Welt voll Teufel wär geht die Autorin im Buch ein, so dass man die Geschichte wohl im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts ansiedeln kann.
Bei einem schweren Gewitter verliert die junge Julia alles was sie hat: Ihre Eltern, deren Burg und Hab und Gut. Sie rettet nur ihr Leben und kommt bei einer strengen alten Tante unter, die in Sulz lebt. Immer wieder denkt Julia darüber nach, wie sie ihrem Leben eine andere, eine gute Wende geben könnte, aber ihre Möglichkeiten sind durch die strengen Lebensumstände doch sehr beschränkt. Dennoch bewirken eben dieses Streben und auch ihr großer Mut, dass Julia letztendlich ihr Schicksal findet und auch den geliebten Mann. Vorher hat sie aber etliche Abenteuer und Gefahren zu bestehen.
Christa Schmid-Lotz schreibt wieder eine sehr spannende und handlungsdichte Geschichte. Man kann das Buch gar nicht aus der Hand legen, so zieht sie in die Geschichte hinein. Was mir ganz besonders gefällt, sind die detailreich und gut beschriebenen Schauplätze: Die Häuser und Kemenaten, die Höfe, Kräutergärten, Märkte und Plätze der Städte, Burgen und Landschaften, alles entsteht sehr lebendig vor dem inneren Auge des Lesers und sorgt für viel Atmosphäre. Dabei spürt man, dass die Autorin von der man durch den Schwäbischen Haus- und Heimatkalender ja bereits weiß, dass die gern wandert die beschriebene Gegend sehr gut kennt. Aber mehr noch, aufgrund guter Recherche entwickelt sie auch ein sehr reiches und lebendiges Bild der vergangenen Wirklichkeit in ihren vielen Facetten, den häuslichen Details, dem klösterlichen Leben sowie dem Reisen u. v. a. m. Aber nicht zuletzt entstehen auch die inneren Welten, die Wünsche und Möglichkeiten, das Weltbild der Menschen, die Hoffnungen in dieser Zeit eines großen Umbruchs. Und auch der kleine Alltag, der diese Größe nicht wahrnimmt, sondern nur die Last der Unruhe, die z. B. dieser Luther mit seinen aufrührerischen Lehren in des Leben der Menschen gebracht hat. So wird dem Leser nicht nur Julias Geschichte und Schicksal, sondern auch die Welt, in der sie lebte, nahegebracht. Ich empfehle dieses Buch sehr und wünsche viel Spaß beim Lesen!
Nicht empfehlenswert
Bewertung aus Dietenheim am 24.03.2021
Bewertungsnummer: 1167428
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Hat meinen Erwartungen nicht entsprochen. Nicht mit anderen in dieser Kategorie gelesenen Romanen zu vergleichen.
Es fehlt das gewisse Etwas!
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