MenschenZoos Schaufenster der Unmenschlichkeit
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Sprache:Deutsch
34,99 €
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
29.03.2012
Verlag
Les Éditions du Crieur PublicSeitenzahl
508
Maße (L/B/H)
22/17/3,5 cm
Gewicht
875 g
Auflage
1. Auflage
Übersetzt von
Susanne Buchner-Sabathy
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-9815062-0-4
Die Schaulustigen waren fasziniert von diesen „Wilden", die so seltsame Gebräuche hatten. Sie sahen in ihnen nur „Fremde“, „Andersartige“, angeblich „echte Kannibalen". Die Besucher bemerkten nicht, dass sich die westliche Welt der Schaustellungen bediente, um das eigene Selbstbild zu idealisieren. Denn es ging nicht um eine bereichernde Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen, sondern darum, das Überlegenheitsgefühl der „weißen Rasse" zu stärken und die „zivilisierende“ Politik der Kolonialmächte zu rechtfertigen.
Zudem begegnete man den Fremden oftmals ganz und gar nicht wohltätig. Man ließ sie frieren, blieb oft sogar angesichts der vielen Krankheiten und Todesfälle unter ihnen ungerührt. Schließlich waren es ja nur „Wilde".
Hamburg war einer der europäischen Brennpunkte dieser Entwicklung. Carl Hagenbeck verwirklichte ab 1874 als erster in Europa die Idee einer „anthropologisch-zoologischen Ausstellung ". Der Erfolg dieser Veranstaltungen war – auch in finanzieller Hinsicht - so überwältigend, dass man auch anderswo versuchte, die Sensationsgier zu bedienen. Völkerschauen und MenschenZoos fanden im deutschen Sprachraum u.a. in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Mannheim, München, Wien, und Basel statt.
Die MenschenZoos trugen entscheidend dazu bei, dass sich die rassistische Denkweise der „Wissenschaft vom Menschen“ auf breite Bevölkerungskreise ausdehnte. Denn im Gefolge dieses rassistischen Trugbilds von den Fremden, dem die Pseudowissenschaft der damaligen Anthropologie das Mäntelchen der Objektivität umgehängt hatte, breitete sich rassistisches Denken unter großen Teilen der Bevölkerung westlicher Staaten aus. Ein Rassismus, der einige Jahrzehnte später schreckliche Folgen haben würde.
Die „MenschenZoos" zeigen uns die Entstehung unserer bis heute fortbestehenden Vorurteile und Ängste. Sie zeugen von der Spaltung der Menschheit in einen angeblich höherwertigen und einen angeblich minderwertigem Teil.
33 Forscher und Fachleute haben an diesem Buch mitgearbeitet.
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