In der Dunkelheit des Urwalds lebt eine Mutter mit ihren drei Söhnen. Der Jüngste, NeNe, hat Zauberkräfte: Er kann Tiere zum Leben erwecken und noch einiges mehr … In diesem poetischen Schöpfungsmythos der mexikanischen Tzotzil-Maya wird vom Anfang der Zeit und von der Schaffung der Gestirne erzählt. NeNe verwandelt sich am Ende in die Sonne und schenkt der Welt das Licht und das Leben. Die Tzotzil leben im Hochland des mexikanischen Bundesstaates Chiapas und gelten als direkte Nachfahren der alten Maya.
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4.0/5.0
Bewertung
aus Wettingen
4/5
11.10.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schöpfung eines Kinderbuchs
Handlung:
Im Buch Als die Sonne ein Kind war wird die Geschichte von einem Jungen namens NeNe erzählt, der magische Kräfte hat. Er lebt mit seiner Mutter und seinen zwei grösseren Brüdern im Urwald. Es wird vom Leben im Dschungel erzählt, von exotischen Tieren, Früchten und Pflanzen. NeNe ist ein wilder und übermutiger Junge, er kann aus Erde Tiere formen und diese zum Leben erwecken und sogar Menschen verwandeln. Er verzaubert seine zwei Brüder in Affen, seine Mutter in den Mond und sich selber in die Sonne.
Hintergrund:
Das Kinderbuch ist ein Nachfahre von einem älteren Buch, das von einem kleinen Verlag aus Chiapas publiziert worden war Taller Lenateros. Das Buch basiert auf eine mündliche Überlieferung der Maya, die eigentlich 4 Stunden dauert und enthält viele Details, Wiederholungen und Gesänge.
An manchen Stellen des Kinderbuches vermutet man, dass viele diese Details der Originalgeschichte nicht niedergeschrieben wurden. In diesen Punkten spürt man die Zeitsprünge und die Verkürzungen.
Entstehung des Buchs:
Dank 3 Frauen, aus verschiedenen Kulturen, ist das erste Kinderbuch aus der Kultur der Tzotzil entstanden.
*Die erste Autorin ist Maruch Mendes Peres. Sie ist eine Tzotzil und lebt im Hochland Chiapas. Wie alle anderen Tzotzil-Maya lebt sie in Armut ohne Wasser, Strom und Heizung. Sie arbeitet als Schäferin, Weberin, Töpferin, ist Hebamme, Heilerin und ist die Erzählerin der Geschichte.
Die zweite Autorin ist Ambar Past. Sie ist ursprünglich aus den USA. Mit 25 emigrierte sie nach Mexiko und eröffnete einen Verlag Taller Lenateros, eine Kunstwerkstatt und eine Einkommensquelle für die Gemeinschaft. In dieser Werkstatt wird Papier gedruckt, Gesänge und Gedichte der Tzotzil-Maya veröffentlicht. Sie hat die mündliche Überlieferung von Maruch Mendes Peres in ein Kinderbuch verwandelt.
Die Illustratorin ist Tamana Araki und kommt aus Japan. Sie ist die Schöpferin dieses Buchprojekts. Sie hat in Mexiko City die Kunsthochschule besucht und auch wenn sie jetzt in Japan lebt, engagiert sie sich für die Kultur und die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos.
Persönliche Kritik:
Die Illustrationen wirken für mich, im ersten Augenblick, dunkel und traurig. Da die Bilder nur wenige Farben enthalten, wie schwarz, grau, weiss und gelb. Nachdem man die Geschichte gelesen und interpretiert hat, wirken aber die Bilder leuchtend und lebendig.
Die dunkeln Farben symbolisieren den dunkeln Urwald, das strenge Leben im Dschungel und das Leben vor der Entstehung der Welt.
Die Farbe weiss symbolisiert den Mond und die Mutter, die Farbe gelb die Sonne und die Schöpfung des Lebens.
Vielleicht ist das Buch nicht für Kleinkinder geeignet, da der Text und die Bilder viele Symbole und Interpretationen enthalten.
Trotzdem kann das Buch das Interesse der Eltern, nicht nur an der hochbegabten Kultur der alten Maya mit ihren Pyramiden, mit ihren Kenntnissen der Astronomie und mit ihrem Kalendersystem erwecken, sondern auch das Interesse an ihren Nachfahren, die Tzotzil-Maya mit ihrer Armut, mit ihren Willenskraft und dem Bewahren ihrer Tradition. Und so können die Kinder, dank ihren Eltern mit neuen Kulturen und Geschichten in Kontakt kommen.
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