Die Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle bringen immer mehr schockierende Wahrheiten über die deutsche Neonaziszene ans Licht. Manuel Bauer gehörte ihr lange Zeit sehr aktiv an. Doch wie wird ein unauffälliger, nett er Junge aus einer intakten Familie zum radikalen Neonazi? Und wie ist es möglich, dass Terrorzellen im Untergrund so unbehelligt agieren können? Bauer beschreibt eindrucksvoll, wie er, ursprünglich völlig ideologiefrei, immer tiefer in die Neonaziszene abrutschte, bis er selbst eine paramilitärische Gruppe gründete, mit der er Kampfausbildungen absolvierte und Anschläge auf Ausländer plante. Nachdem er einmal im braunen Sog gefangen war, fielen schnell alle Hemmungen. Erst ein einschneidendes Erlebnis im Gefängnis brachte ihn dazu, über das Lügengebäude nachzudenken, das sein Leben geworden war. Nur mithilfe der Aussteigerorganisation EXIT-Deutschland ist es Manuel Bauer gelungen, die Szene zu verlassen. Heute widmet er sein Leben der Aufklärung und dem Kampf gegen rechts.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Joschne
aus Sittensen
4/5
11.10.2012
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Macht der Gewalt und des…
Die Macht der Gewalt und des Hasses: Ein Aussteiger erzählt Als immer mehr Einzelheiten über die Zwickauer Terrorzelle ans Licht kamen, fragten sich viele, wie die Neonazis so lange ungestört operieren konnten. Szene-Aussteiger Manuel Bauer weiß, warum und erhebt in seinem Buch schwere Vorwürfe gegen den Verfassungsschutz. Während seiner aktiven Zeit in der rechten Szene machte er die Erfahrung, "dass Leute im Verfassungsschutz nicht anders gedacht haben. Viele Beamte waren wohl zu sehr involviert, deshalb haben sie nicht so gut gearbeitet", vermutet Bauer. Auch die V-Männer, die der Staat auf die Szene ansetzt, seien für Neonazis eher hilfreich als gefährlich, so der Ex-Neonazi in seinem Buch. Der Grund: Oft teilten sie die rechte Gesinnung, resümiert Bauer die teils skandalösen Zustände, die nun diskutiert werden. Sein persönlicher Weg zu den Neonazis ging schnell und erscheint fast gedankenlos. Manuel Bauer schildert seine Kindheit und Jugend und die Zeit seiner Verwandlung, die wie in einem Rausch, mit den falschen Ideologien und Freunden, immer weiter in eine Abwärtsspirale mit schlimmen Folgen führte - für ihn, seine Familie und für viele andere Menschen, denen er Leid zufügte. Ehrlich und schonungslos bescheibt Manuel Bauer, wie tief er im braunen Sumpf steckte und wie es ihm gelang, sich endgültig von der rechten Szene zu distanzieren. Der Autor Manuel Bauer war bis 2006 in der rechtsextremen Szene aktiv. Er fungierte als Kameradschaftsführer, war Gründer einer Wehrsportgruppe namens Racheakt und einer paramilitärischen, nazistischen Ausbildungstruppe namens "Bund arischer Kämpfer". Er wurde jedoch geläutert und stieg über das Programm "EXIT Deutschland" aus. Heute hält er Vorträge und Workshops an verschiedenen Schulen ab und warnt vor den Anwerbetricks der Rechten. Zudem engagiert er sich aktiv gegen die rechtsextreme Szene in Deutschland und erhebt schwere Vorwürfe gegen Verfassungschutz und Polizei. Bauer lebt heute an einem unbekannten Ort in Süddeutschland.
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