Edna lebt zurückgezogen in einem alten Landhaus im Süden von Paris und teilt die Einsamkeit mit ihrem Nachbarn, einem geheimnisvollen, kauzigen Mann namens Thierry. Eines Tages steht Paul, ein zwölfjähriger Junge unvermittelt in ihrem Garten und lässt nicht mehr von ihr ab. Er behauptet, in Edna seine Mutter gefunden zu haben und verbreitet das Gerücht unter den Leuten im Dorf, wo er sich als Dieb herumtreibt.
Edna weiß sich kaum noch zu helfen. In ihrem schwierigen Nachbarn findet sie keinen Vertrauten, zumal ihr Haus und auch das von Thierry vom Abriss bedroht sind, da in der Einöde ein Freizeitpark geplant ist. Die Dinge scheinen sich zum Guten zu wenden, als sich Edna in Philipe verliebt, einen der Architekten des Freizeitparks. Doch schon bald wird diese Hoffnung durch Philipes spurloses Verschwinden jäh zerstört. Hat Paul etwas damit zu tun? Hat Thierry die Hände im Spiel?
Bei ihren Nachforschungen stößt Edna auf ein dunkles Geheimnis, das den Thierry auf schicksalshafte Weise mit den Bewohnern unten im Dorf zu verbindet. Ihr bleibt nicht viel Zeit, den Dingen nachzugehen, denn Thierry verfolgt einen unheimlichen Plan.
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Edna Landru lebt in ihrem…
Bewertung aus München am 25.10.2014
Bewertungsnummer: 2986718
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Edna Landru lebt in ihrem kleinen Einsiedlerhaus, das sie liebevoll "Ruine" nennt zusammen mit ihren Hunden Miller und Hutchence, der Katze Mathilde und ihrem Nymphensittich, in einiger Entfernung zum nächsten Dorf Pesiote ihr einsames Leben inmitten ihrer Natur und malt. Ihre einzige Beziehung zur Außenwelt ist Gilles, der mit seiner Fernfahrerkneipe "Camion" immer wieder mal einen Zufluchtsort für Edna bietet. Dann tritt Paul in ihr Leben. Ein junger Streuner, der sich als ihr Sohn ausgibt. Als eines Tages ein Brief eintrifft, in dem sie mitgeteilt bekommt, dass sie ihre kleine Oase verlassen soll um hier einem Freizeitzentrum zur Belustigung von gestressten Parisern Platz zu machen, scheint ihre kleine Welt zu zerbrechen. Mit dieser Geschichte ist Patricia Holland Moritz ein Buch gelungen, dass ich zuerst gar nicht als Kriminalroman wahrgenommen habe. Ganz leise und leicht plätschert sie anfangs dahin, nimmt aber mit dem ersten Brief immer weiter an Spannung zu. Eine leichte Bedrohung schleicht sich ein. Die Wesenszüge von Edna, die etwas weltfremd daher kommt, weiß sie doch weder mit einem Handy umzugehen, noch kennt sie sich am Bahnhof aus, haben mich beeindruckt. Sie sagt, was sie denkt und kennt keine Arglist. Das alles macht sie für mich sehr sympathisch. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen lassen mich direkt ins Umfeld von Paris und die feinfühlig beschriebene Atmosphäre eintauchen. Ich bin sofort mittendrin. Der Schluss ist stimmig und führt zurück zur anfänglichen Leichtigkeit. Ein spannend geschriebener Kriminalroman; eine außergewöhnliche Geschichte, die die leisen und die lauten Töne sehr gut miteinander vereint und dadurch eine ganz besondere Stimmung erzeugt. Von mir eine absolute Leseempfehlung.
Edna lebt außerhalb eines…
dorli aus Berlin am 08.07.2014
Bewertungsnummer: 2698546
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Edna lebt außerhalb eines kleinen Dorfes im Süden von Paris. Einziger Nachbar ist der kauzige Mitsiebziger Thierry. Beide genießen das beschauliche Leben in der Einöde, bis sie eines Tages erfahren, dass ihre Häuser einem gewinnbringenden Freizeitpark weichen sollen. Damit nicht genug, auch das plötzliche Auftauchen des 12-jährigen Pauls, der behauptet, dass Edna seine Mutter sei, macht der jungen Frau arg zu schaffen… Patricia Holland Moritz erzählt sehr gefühlvoll aus Ednas Leben. Die Geschichte fließt zunächst langsam dahin, bekommt aber durch die unerwarteten Ereignisse, mit denen Edna konfrontiert wird, immer mehr Tempo. Die Schauplätze werden wunderbar detailliert beschrieben. Edna lebt sehr idyllisch in ihrem uralten Landhaus und ich kann gut verstehen, dass sie diesen Platz für sich bewahren möchte. Doch es ist nicht nur der beschauliche Ort selbst, der Edna hier festhält, das zurückgezogene Leben in dieser Abgeschiedenheit scheint sie glücklich zu machen. Gegen diese vorgebliche Zufriedenheit spricht allerdings ihr unverhältnismäßig großer Rotweinkonsum und man bekommt schnell den Eindruck, dass es Edna an einer Aufgabe fehlt, dass sie etwas braucht, das ihrem Leben einen Sinn gibt. Ich hatte das Gefühl, jemand müsste sie einmal kräftig anstupsen, damit sie aufwacht. Genau dies geschieht dann auch, plötzlich wird Edna von immer neuen Ereignissen schier überrumpelt und versucht, sich mit den Veränderungen zu arrangieren. Edna wirkt auf den ersten Blick naiv und weltfremd, doch durch den drohenden Verlust ihres Hauses, Pauls plötzlichem Erscheinen und weiteren einschneidenden Erlebnissen wird sie zum Handeln gezwungen und der Leser erlebt eine ganz andere Edna, die zwar ihr ruhiges Wesen behält, aber intelligent und scharfsinnig versucht, ihre Probleme zu lösen. Unterstützung erhofft Edna sich vor allem von ihrem Nachbarn Thierry, ein verschrobener Eigenbrödler, der mir auf Anhieb sympathisch war. Auch Thierrys Haus soll abgerissen werden, doch der alte Mann bleibt gelassen und löst die Angelegenheit auf seine ganz eigne Art. Mit dem Lüften eines alten Geheimnisses setzt Thierry den sowieso schon auf Edna einprasselnden Neuerungen noch eins drauf, so dass sich das Karussell der Veränderungen und Erschütterungen für Edna noch ein bisschen schneller dreht. Atemberaubende Höchstspannung findet man in diesem Buch nicht, dennoch hat mich die Handlung durchweg gefesselt, weil ich stets neugierig war, wie Edna mit einer neuen Anforderung umgeht und ich sehr gespannt darauf war, wo Edna wohl am Ende der Geschichte stehen wird.
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