Produktbild: Neue Fischer Weltgeschichte. Band 15
Band 15

Neue Fischer Weltgeschichte. Band 15 Australien, Ozeanien, Neuseeland

1

78,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.06.2020

Abbildungen

7 schwarzweisse -Abbildungen

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

640

Maße (L/B/H)

22,1/15,5/5,3 cm

Gewicht

879 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-010845-6

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

ein wichtiges und gelungenes Einführungswerk ("H-Soz-Kult")
Ein wertvolles, gut geschriebenes Handbuch. ("Damals - Das Magazin für Geschichte und Kultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.06.2020

Abbildungen

7 schwarzweisse -Abbildungen

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

640

Maße (L/B/H)

22,1/15,5/5,3 cm

Gewicht

879 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-010845-6

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Eine sehr begrenzte „Weltgeschichte“ von Australien und der pazifischen Südsee.

S.A.W am 22.06.2020

Bewertungsnummer: 1342063

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auf 650 Seiten fasst Mückler zusammen, was die Geschichtswissenschaft über Australien und Ozeanien weiß. Knapp 100 Seiten behandeln die Aborigines, Melanesier und Polynesier, sowie deren Kultur. Man weiß zwar, dass die Aborigines schon ab 60.000 vZ in Neuguinea landeten und dass die Polynesier aus Taiwan und Nord-Luzon stammen. Sonst ist das historische Wissen aber erschreckend gering. Die 100 Seiten Erklärung der Urvölker stammen vor allem aus der ethnologischen Forschung und beschreiben, was von den einheimischen Kulturen noch übrig ist, bzw. was die Europäer davon übriggelassen haben. 500 Seiten beschreiben die Geschichte der Entdeckungen aus Sicht der Europäer, die erst mit Magellan sowie der portugiesischen Entdeckung des Westpazifik beginnt. Dies ist nicht unwesentlich, denn Mückler beschreibt, wie die Spanier die Chamorro-Mikronesier ausgerottet und die Engländer die Aborigines gejagt und abgeschlachtet haben, sodass von letzteren nur etwa 200.000 von 2 Mill übrigblieben. Bis 1970 behandelte die Australische Gesellschaft die Aborigines wie Tiere, die es abzuschlachten galt. Ähnlich erging es den Melanesiern und Polynesiern, sodass im gesamten Pazifik-Raum die Einheimischen nur mehr eine kleine Minderheit stellen, die von Einwanderern aus allen Himmelsrichtungen marginalisiert ist. Dies ist sogar in Hawaii so, das bis 1898 ein großes und stolzes Königreich war. Alle Kolonialmächte errichteten Stützpunkte für ihre Schifffahrtsrouten, die meist noch heute bestehen und über Wirtschaft und Handel den Rest der indigenen Traditionen zerstörten. Dabei weiß man inzwischen, wie komplex und geistig hochstehend die Traumzeit-Philosophie der Aborigines war und ist. Die Stärke des Buches ist gleichzeitig seine Schwäche. Indem Mückler das bekannte historische Wissen korrekt zusammenfasst, entlarvt er den totalen Eurozentrismus der Geschichtswissenschaft. Diese weiß über die hier geschilderten Inseln und Länder nämlich so gut wie gar nichts, weil es keinerlei vorkolumbianische Forschung gibt, wie es inzwischen in Nord- und Südamerika guter Brauch ist. Die 60.000-jährige Geschichte der Aborigines interessiert offensichtlich niemanden, obwohl sie die älteste überlebende Kultur der Menschheit ist, die die Seefahrt erfunden hat. Nicht einmal Australien selbst hat hier Nennenswertes vorzuweisen. Die Universitäten sind offensichtlich noch in der alten Hybris gefangen, dass diese Wilden ja keinerlei Geschichte und Kultur hatten. Ebenso ergeht es den Polynesiern mit ihren fantastischen nautischen Kenntnissen, die vor 2000 Jahren alles übertrafen, was es in Europa gab. Hier fehlt die kritische Reflexion des eigenen Forschungsgegenstandes, der die Begrenztheit des eigenen Wissens zur Diskussion stellt. Insofern ist der Titel irreführend, denn es ist keine Geschichte Ozeaniens, sondern eine Geschichte der europäischen Kolonialmächte im Pazifik und der Zerstörung der dortigen Kulturen, über die man nach wie vor kaum etwas weiß, weil die Zerstörung so nachhaltig war. So bestätigt sich die Forschung wieder mal ihr eurozentrisches Weltbild und denkt nicht über ihre Scheuklappen hinaus. Kein Wunder, dass es jede Menge „außerwissenschaftlicher“ Theorien gibt, was dort in den letzten Jahrtausenden geschehen ist. Die müssen zwar nicht stimmen, aber es sind zumindest Hypothesen, die man erforschen und gegebenenfalls widerlegen kann. Von der Historie hingegen kommt da so gut wie gar nichts außer dem Anspruch, die einzige wissenschaftliche Wahrheit zu kennen. Man handelt offensichtlich nach dem Motto: Vorsicht, Nachdenken könnte das eigene Weltbild zerstören! Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Besiegte Völker. Wie Krieg die Welt zerstört.“

Eine sehr begrenzte „Weltgeschichte“ von Australien und der pazifischen Südsee.

S.A.W am 22.06.2020
Bewertungsnummer: 1342063
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auf 650 Seiten fasst Mückler zusammen, was die Geschichtswissenschaft über Australien und Ozeanien weiß. Knapp 100 Seiten behandeln die Aborigines, Melanesier und Polynesier, sowie deren Kultur. Man weiß zwar, dass die Aborigines schon ab 60.000 vZ in Neuguinea landeten und dass die Polynesier aus Taiwan und Nord-Luzon stammen. Sonst ist das historische Wissen aber erschreckend gering. Die 100 Seiten Erklärung der Urvölker stammen vor allem aus der ethnologischen Forschung und beschreiben, was von den einheimischen Kulturen noch übrig ist, bzw. was die Europäer davon übriggelassen haben. 500 Seiten beschreiben die Geschichte der Entdeckungen aus Sicht der Europäer, die erst mit Magellan sowie der portugiesischen Entdeckung des Westpazifik beginnt. Dies ist nicht unwesentlich, denn Mückler beschreibt, wie die Spanier die Chamorro-Mikronesier ausgerottet und die Engländer die Aborigines gejagt und abgeschlachtet haben, sodass von letzteren nur etwa 200.000 von 2 Mill übrigblieben. Bis 1970 behandelte die Australische Gesellschaft die Aborigines wie Tiere, die es abzuschlachten galt. Ähnlich erging es den Melanesiern und Polynesiern, sodass im gesamten Pazifik-Raum die Einheimischen nur mehr eine kleine Minderheit stellen, die von Einwanderern aus allen Himmelsrichtungen marginalisiert ist. Dies ist sogar in Hawaii so, das bis 1898 ein großes und stolzes Königreich war. Alle Kolonialmächte errichteten Stützpunkte für ihre Schifffahrtsrouten, die meist noch heute bestehen und über Wirtschaft und Handel den Rest der indigenen Traditionen zerstörten. Dabei weiß man inzwischen, wie komplex und geistig hochstehend die Traumzeit-Philosophie der Aborigines war und ist. Die Stärke des Buches ist gleichzeitig seine Schwäche. Indem Mückler das bekannte historische Wissen korrekt zusammenfasst, entlarvt er den totalen Eurozentrismus der Geschichtswissenschaft. Diese weiß über die hier geschilderten Inseln und Länder nämlich so gut wie gar nichts, weil es keinerlei vorkolumbianische Forschung gibt, wie es inzwischen in Nord- und Südamerika guter Brauch ist. Die 60.000-jährige Geschichte der Aborigines interessiert offensichtlich niemanden, obwohl sie die älteste überlebende Kultur der Menschheit ist, die die Seefahrt erfunden hat. Nicht einmal Australien selbst hat hier Nennenswertes vorzuweisen. Die Universitäten sind offensichtlich noch in der alten Hybris gefangen, dass diese Wilden ja keinerlei Geschichte und Kultur hatten. Ebenso ergeht es den Polynesiern mit ihren fantastischen nautischen Kenntnissen, die vor 2000 Jahren alles übertrafen, was es in Europa gab. Hier fehlt die kritische Reflexion des eigenen Forschungsgegenstandes, der die Begrenztheit des eigenen Wissens zur Diskussion stellt. Insofern ist der Titel irreführend, denn es ist keine Geschichte Ozeaniens, sondern eine Geschichte der europäischen Kolonialmächte im Pazifik und der Zerstörung der dortigen Kulturen, über die man nach wie vor kaum etwas weiß, weil die Zerstörung so nachhaltig war. So bestätigt sich die Forschung wieder mal ihr eurozentrisches Weltbild und denkt nicht über ihre Scheuklappen hinaus. Kein Wunder, dass es jede Menge „außerwissenschaftlicher“ Theorien gibt, was dort in den letzten Jahrtausenden geschehen ist. Die müssen zwar nicht stimmen, aber es sind zumindest Hypothesen, die man erforschen und gegebenenfalls widerlegen kann. Von der Historie hingegen kommt da so gut wie gar nichts außer dem Anspruch, die einzige wissenschaftliche Wahrheit zu kennen. Man handelt offensichtlich nach dem Motto: Vorsicht, Nachdenken könnte das eigene Weltbild zerstören! Dr. Rüdiger Opelt, Autor von „Besiegte Völker. Wie Krieg die Welt zerstört.“

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Neue Fischer Weltgeschichte. Band 15

von Hermann Mückler

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