Heidelberg 2010: Wie lange hatten wir uns nicht gesehen? 30 Jahre? Helena platzt vor neuer Energie und Kreativität – seit ihre ehemaligen Klassenkameraden nach dreißig Jahren wieder aus der Vergangenheit aufgetaucht sind und ein gemeinsames Klassentreffen planen. Bislang hatte Helena neben Job, Kind und Mutter keine freie Minute für sich. Doch plötzlich stehen, dank der alten Freunde, eine Karriere als erfolgreiche Fotografin und ein Doktortitel im Raum – und Gunther, der ehemalige Klassenschwarm, – mit einem Blumenstrauß. Helenas Lebensträume scheinen sich zu erfüllen. Bis zum Tag des Klassentreffens, dem Tag der Abrechnung, an dem ein sehr gut gehütetes Geheimnis ans Licht kommt. Helena droht daran zu zerbrechen … Die Heidelberger Autorin Heide-Marie Lauterer versteht es, Situationen, Menschen und Gefühle, die wir aus dem Alltag kennen, auf spannende, einfühlsame und schonungslos wahre Weise zu schildern. In ihren Romanen fühlen wir uns gesehen und verstanden. Das tut gut.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Helga O.
aus Heidelberg
5/5
18.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Wiedersehen nach 30 Jahren…
Wiedersehen nach 30 Jahren Helena, die Protagonistin, ist allein erziehende Ärztin einer inzwischen erwachsenen, im Gegensatz zur Mutter selbst bestimmten, zielgerichteten Tochter Blue. Helena leitet ein Altenheim. Ihr zögerliches, von Selbstzweifeln bestimmtes Wesen lässt sie häufig in ihrem Leben auf halbem Weg stehen bleiben: Medizinstudium ohne Facharzt, abgebrochene Doktorarbeit, Fotografin mit gutem Blick, ohne etwas aus ihrer Begabung gemacht zu haben. Der Vater der Tochter? Anfänglich nur eine Ahnung. Jahrzehnte später treten fünf ehemalige Klassenkameradinnen und Gunter, der von allen und besonders von ihr geliebte Jugendschwarm, wieder in Helenas Leben. Ein Klassentreffen wird ins Gespräch gebracht. Alle sind begeistert, nur Helena will es auf keinen Fall. Doch Blue kann ihren Widerstand brechen. Die Freundinnen und Blue wollen Gunter unbedingt dabei haben. Warum nur? Das Geschehen nimmt seinen immer spannenderen Lauf bis zum Klassentreffen, dem dramatischen Höhepunkt des Romans. Da prallen dann schicksalhafte, empörende, fassungslose Wahrheiten aufeinander. Enthüllungen bringen lang gehütete Geheimnisse und Lügen, vor allem von Helena und Blue, schmerzlich ans Tageslicht. Alle müssen Federn lassen und Gunters Ansehen wird schwer beschädigt. Lest selbst und lasst euch in Heide-Marie Lauterers lebendige Sprache entführen. Es lohnt sich. Die Autorin beschreibt gekonnt und einfühlsam differenzierte Gefühlssituationen und holte mich in jedem Augenblick nah an die unterschiedlichen Frauen heran, ganz besonders an Helena und Blue. Für Gunter entwickelte ich mehr und mehr ablehnende Gefühle. Er entpuppte sich für mich als eingefleischter Fiesling. Bis zur letzten Zeile war ich im Bann der Geschichte. Es war schön, dieses Buch zu lesen.
Bewertung
aus Heidelberg
4/5
04.04.2013
Buch (Taschenbuch)
Schatten der Vergangenheit
Das Klassentreffen von Heide-Marie Lauterer hat mir ausgesprochen gut gefallen, obwohl ich eigentlich eine leidenschaftliche Krimileserin bin.
Helena, die Hauptprotagonistin, wirkt sehr realistisch, weil es in ihrem Leben auch um die Frage geht, "Was hätte ich nicht alles besser machen können und warum zum Kuckuck habe ich es nicht (einfach) getan?" Geht es nicht vielen von uns genauso?
Ebenfalls sehr gut dargestellt ist die Beziehung und der Umgang zwischen Helena und ihrer Mutter bzw. ihrer Tochter Blue. Die Autorin trifft damit einen sehr empfindlichen Nerv überaus präzise. Menschen, die man sehr liebt und um die man sich sorgt, können einem einfach auch manchmal den letzten Nerv kosten...
Das Einzige, was mir dann doch etwas zu schnell ging war das Ende. Sowohl vor 30 Jahren als auch in der Gegenwart haben tiefgreifende, zwischenmenschliche Verletzungen und Endtäuschungen stattgefunden, die sich im realen Leben meistens nicht so einfach zu einem Happy End bewegen lassen.
Fazit: Das Klassentreffen ist ein sehr gut geschriebener Roman, der mit seinen spannenden-, humorvollen- und berührenden Elementen seine Leserinnen und Leser durchaus fesselt.
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