Diese Hardcover-Ausgabe ist Teil der TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Förderung der Kultur. Sie trägt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
MaWiOr
aus Halle
5/5
07.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Das 1922 entstandene Romanfrag…
Das 1922 entstandene Romanfragment „Das Schloss“ ist Franz Kafkas letzter großer Roman, der posthum 1926 erschien und von einem gewissen Herr K. erzählt, der vom Grafen eines ländlich gelegenen Schlosses als Landvermesser beauftragt wird. Doch alle seine Versuche, ins Schloss zu gelangen, scheitern. Dies wird ihm sogar ausdrücklich für alle Zukunft untersagt. Sämtliche Bemühungen werden von der geheimnisvollen Macht der Schlossbehörde durchkreuzt. Er erhält zwar zwei Gehilfen, aber keine Arbeit. K. kämpft verzweifelt um Anerkennung und eine sinnvolle Eingliederung ins Dorfleben, er bleibt jedoch ein Fremder und für die allgegenwärtige und anonyme Schlossbehörde ein Störenfried. Am vierten Tag erhält er zwar vom Dorfvorsteher die Stelle eines Schuldieners, aber im Grunde wird er auch in diese Stellung weder gebraucht noch anerkannt. Alle seine weiteren Bemühungen scheitern immer wieder an der Schlossbürokratie und der Stumpfheit der Dorfbewohner, aber auch an der Hoffnungslosigkeit von K. selbst. Nur in den Anfangskapiteln gibt es überhaupt eine Handlung, die weiteren Kapitel werden dagegen von sich stets kreisenden Gespräche geprägt. Der kausale Ablauf verliert sich zunehmend. Auch die Frage, ob der Herr K. wirklich ein Landvermesser oder nur ein Querulant ist - darüber wird der Leser nie richtig aufgeklärt. Über den geplanten Schluss gibt es nur wenige Überlieferungen. So lässt K. in seinem Kampf um Anerkennung nicht nach, doch schließlich stirbt er vor Entkräftung. Um sein Sterbebett versammelt sich die Gemeinde und vom Schloss gelangt die Entscheidung, dass er hier leben und arbeiten darf. Zu spät. Die Reclam-Neuerscheinung wird neben einer Zeittafel durch ein Nachwort von Michael Müller ergänzt. Der Literaturwissenschaftler beleuchtet darin Kafkas jahrelange Arbeit und Auseinandersetzung an dem Roman – mit zahlreichen Unterbrechungen und Wiederaufnahmen. Die Neuerscheinung, die zum 100. Todestag von Franz Kafka am 3. Juni 1924 erscheint, ist eine willkommene Gelegenheit, ein rätselhaftes Werk der Weltliteratur ken-nenzulernen.
Bewertung
5/5
27.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kafkas letzter großer Roman
Zum 100. Todestag von Franz Kafka im nächsten Jahr (3. Juni 2024) hat der Fischer Verlag eine Edition mit den sieben wichtigsten Werken des Jahrhundertschriftstellers gestartet, darunter das 1922 entstandene Romanfragment „Das Schloss“. Es ist Kafkas letzter großer Roman, der posthum 1926 erschien und von einem gewissen Herr K. erzählt, der vom Grafen eines ländlich gelegenen Schlosses als Landvermesser beauftragt wird. Doch alle seine Versuche, ins Schloss zu gelangen, scheitern. Dies wird ihm sogar ausdrücklich für alle Zukunft untersagt. Sämtliche Bemühungen werden von der geheimnisvollen Macht der Schlossbehörde durchkreuzt. Er erhält zwar zwei Gehilfen, aber keine Arbeit. K. kämpft verzweifelt um Anerkennung und eine sinnvolle Eingliederung ins Dorfleben, er bleibt jedoch ein Fremder und für die allgegenwärtige und anonyme Schlossbehörde ein Störenfried.
Am vierten Tag erhält er zwar vom Dorfvorsteher die Stelle eines Schuldieners, aber im Grunde wird er auch in diese Stellung weder gebraucht noch anerkannt. Alle seine weiteren Bemühungen scheitern immer wieder an der Schlossbürokratie und der Stumpfheit der Dorfbewohner, aber auch an der Hoffnungslosigkeit von K. selbst.
Nur in den Anfangskapiteln gibt es überhaupt eine Handlung, die weiteren Kapitel werden dagegen von sich stets kreisenden Gespräche geprägt. Der kausale Ablauf verliert sich zunehmend. Auch die Frage, ob der Herr K. wirklich ein Landvermesser oder nur ein Querulant ist - darüber wird der Leser nie richtig aufgeklärt. Über den geplanten Schluss gibt es nur wenige Überlieferungen. So lässt K. in seinem Kampf um Anerkennung nicht nach, doch schließlich stirbt er vor Entkräftung. Um sein Sterbebett versammelt sich die Gemeinde und vom Schloss gelangt die Entscheidung, dass er hier leben und arbeiten darf. Zu spät.
Fazit: Die Neuerscheinung ist eine willkommene Gelegenheit, ein rätselhaftes Werk der Weltliteratur kennenzulernen.
Bewertung
5/5
09.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr Gutes Buch!
Langes Buch,aber auch Größe Wörter.
Alle meine bisherigen Kafka Bücher,haben im Schnitt 70 Seiten dieses aber 416.Dadurch hat es mich auf lange Zeit sehr inspiriert und mich begeistert.Ich empfehle dieses Buch weiter weil es wie andere Bücher Kafkas,eine sehr schöne Sprache hat.
Zitronenblau
5/5
21.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Satire auf Macht und Ohnmacht
Kafkas Romanfragment "Das Schloß" ist eine Odyssee ohne Erfolg. K., der Protagonist, kommt in ein Dorf, über das das Schloß steht - unerreichbar, aber bestimmend für das Leben und die Existenz der Bewohner. Doch die Bestellung des Landvermessers K. entpuppt sich zu einer wahren Irrfahrt durch den Moloch der Bürokratie. So ist der zu Beginn sehr selbstsichere und auch seinerseits nach Bestimmung und Urteil suchende K. schnell bedroht in seiner Existenz. Der Versuch des Vordringens zum Vosteher Klamm scheitert bereits an dessen Phalanx aus Dienern, Schreibern, Sekretären, Kastellanen etc. Hinzu kommen die sonderbaren, anfangs schwer zugänglichen Dorfbewohner. Durch sie erfährt K., dass auch sie selbst ohnmächtig sind ggü. der alles verwaltenden Macht des Schlosses. Somit wird er sukzessive ein Bestandteil des Dorfes, verliert hierbei aber auch seine eigene Selbstbestimmung, verliert sich in der unbarmherzigen Bürokratie der Beamten und sieht letztlich nicht nur seine Stellung, sondern seine Existenz per se bedroht. Die Undruchdringlichkeit des Schlosses, aber auch die zerfallene Liebe zu Frieda - dies und mehr deutet auf die Unmöglichkeit der Hoffnung hin, die K. zerfallen lässt im Labyrinth der Geschichten, Vorfälle, Stimmen und Klagen der dort lebenden Menschen. Bedauerlicherweise hat der Roman, da Fragment, kein Ende (anders wie im "Prozeß" z.B.). Somit ist die hinreichende Deutung erschwert. Worin liegt aber das schaurige Lesevergnügen? Es ist m. E. dieser Irrweg des Protagonisten durch Handlung und Dialog. Obgleich Kafka eine glasklare Sprache - ohne sonderlichen Wohlklang, eher den Bezug auf das Bürokratische, Administrative nehmend -, die jedem Leser einzugehen vermag, benutzt, so liest man das Glasklare nicht etwa hier heraus, sondern dazwischen: das Eigentliche zeigt sich nicht in der Evidenz der Sprache, sondern setzt diese zur Uneigentlichkeit herab ggü. dem vermittelten Gefühl der Ohnmacht. Absolut lesenswert!
Hartmut Zimmer
aus Alzenau
5/5
21.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Macht oder Freiheit (2)
Der Gegensatz von Macht und Freiheit kennzeichnet auch diesen, von Kafka nicht mehr vollendeten Roman.
Wie mit feinsten Pinselstrichen und mit scharfem Blick für das Detail zeichnet Kafka seine Bilder. Erst in der Summe dieser vielfältigen Einzelheiten wird seine Intention und auch ein Stück einer möglichen Wahrheit sichtbar.
Macht und Freiheit stehen sich unvereinbar gegenüber: Die Macht erscheint wie ein ewiges, ihr Ziel nie erreichendes und deshalb absurdes Streben, wie ein unwirkliches Phantom.
Macht erzeugt Angst, die allein als solche schon zur Unterwerfung maßgeblich beiträgt. Die Ehrfurcht vor der Behörde ist ein Symbol des vorauseilenden, unterwürfigen Gehorsams.
Selbst aber die Machtausübenden erreichen die Freiheit nicht: Denn die Ausübung von Macht bedeutet bereits eine unfreie Selbstbeschränkung, nämlich immer auch die Unterordnung unter fremdbestimmte Regeln und Rituale. Diejenigen, die sich auf einem Markt der Eitelkeiten nach der Macht drängen, verlieren den Blick für das Wesentliche, sie verlieren Freiheit und Wahrheit.
Nur die Freiheit nämlich ermöglicht individuelle Wahrheit - dies aber auch nur in denjenigen Augenblicken, in denen die Abgrenzung von der Macht und ihre völlige Ignorierung gelingt.
Die Macht verträgt die Freiheit nicht. Sie sucht krakenhaft alles -bis in die letzten Winkel und Verästelungen- in Beschlag zu nehmen und zu reglementieren.
Der Freiheit dagegen ist die Macht gleichgültig. Freiheit besteht ausschließlich in einer individuellen Form - oder sie existiert nicht.
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