Über Walter Hollnagels Qualitäten als (Eisenbahn-)Fotograf bedarf es keiner großen Worte mehr. Die wohl eindrucksvollsten Lichtbilder seiner beruflichen Laufbahn fertigte er während des Zweiten Weltkriegs als Bildberichter des Reichsverkehrsministeriums an. In dieser Funktion führten ihn im Jahr 1943 drei Reisen an die Ostfront, in die Ukraine und bis auf die Krim im Schwarzen Meer. Dort schaute er mit seiner Leica den blau und feldgrau uniformierten Eisenbahnern bei der Arbeit zu und hielt überdies einmalige Szenen von Land und Leuten fest. Der dokumentarische Wert der in diesem EK-Bildband gezeigten Aufnahmen ist fast sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von herausragender Bedeutung. Nur wenige Fotografen vermochten die Deutsche Reichsbahn hinter der Ostfront in derart atmosphärischen Szenen einzufangen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
raildahm
aus 53129 Bonn
4/5
16.11.2020
Buch (Paperback)
Eine Anmerkung vorweg: Wer in…
Eine Anmerkung vorweg: Wer in diesem Buch Bilder von interessanten (DR-)Fahrzeugen im Kriegseinsatz erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden. Dafür sind jedoch viele Aufnahmen von den - meist wohl traurigen/verzweifelten - Menschen bei ihrer z.T. harten Arbeit bei der "Reichsbahn" enthalten. Bilder der Zerstörung - sowohl der Bahnanlagen als auch der Orte - wechseln sich ab mit "gestellten" Aufnahmen, auf denen man nur erahnen kann, dass die abgelichteten Personen sehr wahrscheinlich wenig zum Lachen hatten. So ist dieses m.E. (zumindest im weitesten Sinn) ein politisches Buch und wer sich für die widrigen Umstände, unter denen die Reichsbahn im Osten "funktionieren" musste/sollte, interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ich persönlich hätte mich jedoch über mehr Lokaufnahmen gefreut, deshalb von mir "nur" 4 Sterne.
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