Rezension
Das Werk ist ein Lehrbuch für Studierende der Pädagogik, das ihnen die Bedeutung der hier thematisierten inhaltlichen und strukturellen komplexen Sachverhalte veranschaulicht und bewusst macht. Es fordert gleichsam zu einem (notwendigen) vertiefenden „Nach“-Studium heraus. Sicherlich wird auch mancher „gestandene“ Theoretiker und Praktiker erstaunt sein über die perspektivreiche Erweiterung seines Wissens und die Anregung zum Reflektieren eigenen Tuns. Dies vor allem auch, weil sich grundsätzliche Darstellungen nicht nur auf die Berufliche Förderpädagogik beziehen, sondern wesentlich für den Bereich der Bildung und Erziehung im Allgemeinen sind, dies gilt z. B. für die handlungstheoretischen Didaktikkonsequenzen, die sich aus der Bezugnahme auf die kulturhistorische Schule beziehen (vgl. Kapitel 8). Das Buch ist klar, verständlich und anschaulich geschrieben, lesefördernd drucktechnisch gestaltet und regt zum Nach-Denken und Nach-Arbeiten an.
Portrait
Arnulf Bojanowski, Dr., war Universitätsprofessor für den Bereich „Sozialpädagogik für die berufliche Bildung“ am Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover.
Die Initiative eines Arnulf Bojanowski TalentStipendium will an das gedankliche Lebenswerk des im November 2013 Verstorbenen anknüpfen und Berufliche Förderpädagogik in Produktionsschulen als Entwicklungsprozess einer ungeheuren Vielfalt an oft unausgesprochenen Möglichkeiten auffassen. Jungen Menschen, die herausragende und doch zunächst schwer zu funktionalisierende Talente erkennen lassen, soll in Form individueller Stipendien die Möglichkeit gegeben werden, diese Potentiale im Sinn eigenständig konzipierter Beruflichkeiten zu entwickeln. Dieser Gedanke besteht zunächst nur als ein loses Konzept. Er soll im kommenden Frühjahr von Studierenden, Wissenschaftler/-innen, Produktionsschüler/-innen zu einem tragfähigen Konzept ausgestaltet werden. Mit diesem Anstoß soll eine langgehegte Idee für möglichst lange Zeit fortgesetzt werden..
Prof. Dr. Günter Ratschinski, Diplom-Psychologe, Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover, Abteilung Berufliche Förderpädagogik, Arbeitsschwerpunkte: Psychologische Grundlagen der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Berufswahlforschung und berufliche Benachteiligtenförderung..
Ariane Steuber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leibniz School of Education der Leibniz Universität Hannover. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte: Diversität und Inklusion in der beruflichen Bildung, Berufsbezogene Sprachförderung.