… sind drei Motive, die sich in „The Curiosities“ immer wieder finden, allerdings immer wieder anders und besonders. Maggie Stiefvater, Tessa Gratton und Brenna Yovanoff haben je 10 der 30 Kurzgeschichten geschrieben. An den Rändern um die Geschichten herum sind Anmerkungen und Kommentare in ihren jeweiligen Handschriften abgedruckt. Diese Notizen sowie weitere Zeichnungen, Listen und Diagramme, die sich auf den Seiten zwischen den Geschichten verstecken, sind interessante und oft unterhaltsame Einblicke in die Köpfe und Schreibprozesse der Autorinnen.
Die Geschichten selbst unterscheiden sich in Länge, Schreibstil und Genre, viele haben dystopische oder fantastische Elemente. Einige orientieren sich an alten Märchen und Sagen, andere sind spannende Zukunftsvisionen. Es gibt Götter(kinder), Zombies, Feenwesen, Wikinger, Zauberer, Schmetterlingsmenschen und Tote, die zu Besuch kommen. Es geht ums Küssen und ums Morden und manchmal um beides.
Maggie Stiefvater war die einzige der drei Autorinnen, die ich bereits kannte (weshalb ich überhaupt auf dieses Buch gestoßen bin). Ich liebe ihre Fantasy-Romane und auch ihre Kurzgeschichten haben mir fast ausnahmslos gut gefallen. Wenn ich mich für eine Maggie-Story entscheiden müsste, wäre es wohl „A Murder of Gods“.
Mit den Geschichten von Brenna Yovanoff bin ich leider am wenigsten warm geworden. Am Schreibstil lag es nicht, und auch die oft sehr düsteren Themen haben mich eigentlich kaum gestört; vermutlich lag es an den Protagonist*innen, die mir teilweise nicht greifbar genug oder aber unsympathisch waren. Die Brenna-Story, die ich jedoch am besten fand, ist „The Bone-Tender“.
Am meisten hat mich Tessa Gratton in ihren Bann gezogen – ihre Geschichten sind voller Magie, mehrere greifen Themen aus der nordischen Mythologie auf oder Rituale zu Samhain/Halloween. Meine persönliche Top Ten (aus allen 30) besteht tatsächlich zur Hälfte aus Tessa-Stories, allen voran „The Summer Ends in Slaughter“.
Insgesamt ist "The Curiosities - A Collection of Stories" genau das, was der Titel verspricht: eine Sammlung von Kurzgeschichten, von denen einige wirklich kurios sind, sonderbar und wunderbar.
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