Produktbild: Stalin anders betrachtet

Stalin anders betrachtet

1

28,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Paperback

Altersempfehlung

16 - 80 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

23.09.2013

Abbildungen

36 Abbildungen

Herausgeber

Ludo Martens

Verlag

Zambon Verlag & Vertrieb

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

22,1/14,9/3 cm

Gewicht

650 g

Farbe

Dunkellila / Rubin

Auflage

Nachdruck der 2. durchgesehenen, korrigierten und überarbeiteten Auflage

Originaltitel

Un autre regard sur Staline

Übersetzt von

Clara Boyer + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-88975-200-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Paperback

Altersempfehlung

16 - 80 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

23.09.2013

Abbildungen

36 Abbildungen

Herausgeber

Ludo Martens

Verlag

Zambon Verlag & Vertrieb

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

22,1/14,9/3 cm

Gewicht

650 g

Farbe

Dunkellila / Rubin

Auflage

Nachdruck der 2. durchgesehenen, korrigierten und überarbeiteten Auflage

Originaltitel

Un autre regard sur Staline

Übersetzt von

  • Clara Boyer
  • Hans-Jürgen Falkenhagen

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-88975-200-0

Herstelleradresse

Zambon Verlag + Vertrieb
LEIPZIGER STR. 24
60487 Frankfurt
DE

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Stalin rehabilitieren, Hunger relativieren

History Science am 19.01.2026

Bewertungsnummer: 2984630

Bewertet: Buch (Paperback)

Ludo Martens’ Stalin anders betrachtet ist kein historisches Korrektiv, sondern ein politisches Projekt. Wer das Buch liest, merkt schnell: Die Entlastung Stalins ist kein Ergebnis der Recherche, sie ist ihre Voraussetzung. Alles, was folgt, ordnet sich diesem Ziel unter. Besonders deutlich wird das im Kapitel zur Hungersnot von 1932/33 in der Ukraine. Der Holodomor gilt international als eine der größten menschengemachten Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Martens greift das Thema auf – nicht um es aufzuarbeiten, sondern um es kleinzurechnen. Millionen Tote verschwinden hinter Verweisen auf Missernten, organisatorische Probleme und angebliche Sabotage. Politische Entscheidungen der sowjetischen Führung – Zwangskollektivierung, Getreiderequirierungen, Reiseverbote, die Ablehnung internationaler Hilfe – werden relativiert, fragmentiert oder schlicht ausgeblendet. Die Methode ist dabei durchsichtig. Martens stützt sich bevorzugt auf sowjetische Verwaltungsquellen und ideologisch nahestehende Literatur, die er weitgehend unkritisch übernimmt. Dass diese Dokumente in einem autoritären System entstanden, spielt kaum eine Rolle. Zentrale Archivfunde der post-sowjetischen Forschung bleiben Randnotiz. Abweichende Positionen werden nicht geprüft, sondern etikettiert: antikommunistisch, nationalistisch, propagandistisch. Quellenkritik wird ersetzt durch Gesinnungskontrolle. Auch die Debatte um Opferzahlen folgt diesem Muster. Hohe Schätzungen werden zurückgewiesen, ohne eigene belastbare Berechnungen vorzulegen. Zahlenkritik dient hier nicht der Präzisierung, sondern der Entlastung. So entsteht kein neues Bild der Geschichte, sondern eine alte Strategie in neuem Gewand: Erst das politische Urteil, dann die Auswahl der Fakten. Stalin anders betrachtet ist keine unbequeme Gegenlektüre, sondern eine apologetische Schutzschrift. Wer verstehen will, warum in der Ukraine Anfang der 1930er Jahre Millionen Menschen starben, lernt hier vor allem eines: wie Ideologie historische Aufklärung ersetzt.

Stalin rehabilitieren, Hunger relativieren

History Science am 19.01.2026
Bewertungsnummer: 2984630
Bewertet: Buch (Paperback)

Ludo Martens’ Stalin anders betrachtet ist kein historisches Korrektiv, sondern ein politisches Projekt. Wer das Buch liest, merkt schnell: Die Entlastung Stalins ist kein Ergebnis der Recherche, sie ist ihre Voraussetzung. Alles, was folgt, ordnet sich diesem Ziel unter. Besonders deutlich wird das im Kapitel zur Hungersnot von 1932/33 in der Ukraine. Der Holodomor gilt international als eine der größten menschengemachten Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Martens greift das Thema auf – nicht um es aufzuarbeiten, sondern um es kleinzurechnen. Millionen Tote verschwinden hinter Verweisen auf Missernten, organisatorische Probleme und angebliche Sabotage. Politische Entscheidungen der sowjetischen Führung – Zwangskollektivierung, Getreiderequirierungen, Reiseverbote, die Ablehnung internationaler Hilfe – werden relativiert, fragmentiert oder schlicht ausgeblendet. Die Methode ist dabei durchsichtig. Martens stützt sich bevorzugt auf sowjetische Verwaltungsquellen und ideologisch nahestehende Literatur, die er weitgehend unkritisch übernimmt. Dass diese Dokumente in einem autoritären System entstanden, spielt kaum eine Rolle. Zentrale Archivfunde der post-sowjetischen Forschung bleiben Randnotiz. Abweichende Positionen werden nicht geprüft, sondern etikettiert: antikommunistisch, nationalistisch, propagandistisch. Quellenkritik wird ersetzt durch Gesinnungskontrolle. Auch die Debatte um Opferzahlen folgt diesem Muster. Hohe Schätzungen werden zurückgewiesen, ohne eigene belastbare Berechnungen vorzulegen. Zahlenkritik dient hier nicht der Präzisierung, sondern der Entlastung. So entsteht kein neues Bild der Geschichte, sondern eine alte Strategie in neuem Gewand: Erst das politische Urteil, dann die Auswahl der Fakten. Stalin anders betrachtet ist keine unbequeme Gegenlektüre, sondern eine apologetische Schutzschrift. Wer verstehen will, warum in der Ukraine Anfang der 1930er Jahre Millionen Menschen starben, lernt hier vor allem eines: wie Ideologie historische Aufklärung ersetzt.

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