Alle Romane von John le Carré jetzt als E-Book! - George Smiley, Chef des britischen Geheimdienstes, soll nach einer gescheiterten Operation seinen Posten räumen. Doch da stellt sich heraus, dass einer seiner Leute ein Doppelagent ist, der insgeheim für Moskau arbeitet. Smiley setzt sich auf seine Fährte und gerät dabei, als Tarnung selbst zum Maulwurf geworden, mitten ins Reich des großen Gegners im kalten Krieg ... Der Weltbestseller jetzt verfilmt mit Oscarpreisträger Colin Firth.
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Mit diesem Hörbuch habe ich,…
allegra am 20.04.2012
Bewertungsnummer: 2986223
Bewertet: Hörbuch (CD)
Mit diesem Hörbuch habe ich, was meine Lese- und Lauscherfahrung betrifft, Neuland betreten. Wir haben zwar sämtliche Thriller von le Carré auf englisch zu Hause, aber für mich waren sie immer etwas schwierig und die Materie ungewohnt. Aus diesem Grund war ich nicht sehr erstaunt, dass mir der Einstieg in dieses Hörbuch erst nicht leicht gefallen ist. Le Carrés Welt des Geheimdienstes unterscheidet sich sehr von der „Whiskey – geschüttelt nicht gerührt“-Welt von James Bond. Sie ist unauffällig, bescheiden und teilweise sogar schmuddelig. Wer von diesem Thriller viel Action, Verfolgungsjagden und Schießereien erwartet, wird enttäuscht werden. Die Handlung ist zum größten Teil aus der Perspektive von George Smiley beziehungsweise Peter Guillam erzählt und besteht vorwiegend aus Gesprächen, Erinnerungen und Berichten, die Smiley oder Guillam lesen. Dazwischen sind wenige kurze Sequenzen, die uns Jim Prideaux näher bringen, der an einer Privatschule französisch unterrichtet und ein eher kauziges Leben führt. Ich denke, man merkt es diesem Roman an, dass der Autor persönliche Erinnerungen und Erfahrungen eingearbeitet hat. Der Roman ist erstmals 1974 unter dem englischen Titel „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ erschienen sicherlich als Reaktion auf die Enthüllungen der Affäre um Kim Philby, die 1963 dazu geführt hat, dass le Carré den Britischen Geheimdienst verlassen musste. Es lohnt sich, vor der Lektüre oder dem Hören des Hörbuchs, sich mit diesen Entwicklungen etwas vertraut zu machen. So ganz ohne gewisse Kenntnisse über den Kalten Krieg und die wichtigsten Enthüllungen wird man sehr vieles nicht verstehen. Mir fallen praktisch jedes Mal, wenn ich einzelne Passagen noch mal höre, neue Einzelheiten und Zusammenhänge auf. Der englische Titel „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ bezieht sich auf einen beliebten englischen Abzählreim, der jedem Kind in irgendeiner Abwandlung bekannt ist: „Tinker, tailor, soldier, sailor, rich man, poor man, beggar man, thief” Wer der „Tinker“ und der „Tailor“ ist, habe ich bis jetzt nicht sicher herausgefunden. Den „Soldier“ und den „Spy“ meine ich, identifiziert zu haben. Als Gewohnheitsleser von Thrillern, die in der Gegenwart spielen, fand ich es sehr interessant, wie sich die Agenten gegenseitig informiert hatten, in einem Zeitalter ohne Handy und Computer. Ein Badeanzug vor dem Fenster, ein Plakat an einer Wand oder ein hochgestellter Kragen zeigte dem anderen, ob ein Treffen stattfindet oder ob die Luft rein ist. Mit jeder Verabredung wurden gleichzeitig mehrere Ersatzverabredungen getroffen, falls die erste nicht klappte. Auf dem Hörbuch gibt es keine Musik oder Hintergrundgeräusche. Der Sprecher Rainer Maria Erhardt versucht beim Lesen verschiedene Stimmen zu intonieren, so dass man bei Gesprächen gut versteht, wer gerade spricht. Bei Hörbüchern, die zu so großem Anteil aus wörtlicher Rede bestehen, ist mir das für das Verständnis sehr wichtig. Die größeren Kapitel sind durch Untertitel gekennzeichnet, die auf den Inhalt vorbereiten und praktischerweise der Aufteilung der „tracks“ entsprechen. Bei Perspektivwechseln innerhalb der Kapitel hat mir der Sprecher manchmal etwas zu schnell darüber hinweg gelesen, so dass ich öfter zurückgehen musste, um den Übergang zu finden. Aber ich finde das viel weniger schlimm, wenn die Lesung dafür ungekürzt ist. Ich habe von diesem Buch sehr viel mitgenommen. Anfangs musste ich mir das Verständnis etwas erkämpfen und mir erst etwas historische Hintergründe erarbeiten oder auffrischen. Es ist eine Welt, in der Vertrauen auf Misstrauen trifft und Loyalität auf Verrat, die mir persönlich völlig fremd ist, aber die doch veranschaulicht, wie fragil das Kräftegleichgewicht zur Zeit des Kalten Krieges gewesen ist. Dame, König, As, Spion ist sicher keine schnelle Lektüre für zwischendurch. Aber wer sich bereits etwas auskennt mit der Materie oder an der jüngeren Geschichte interessiert ist, wird mit spannender und subtiler Unterhaltung
James Bond in echt
Sonea84 aus Rastede am 14.03.2012
Bewertungsnummer: 770712
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
George Smiley ist deprimiert. Er musste den "Circus" (MI6) verlassen, da er dort wohl einigen Leuten auf den Schlips getreten war. Seine Frau hat ihn verlassen, doch er kann sie einfach nicht vergessen ; und finanziell sieht es auch nicht so rosig aus. Als er nun eines Tages durch das regnerische London geht, wird er von einem seiner ehemaligen Kollegen angesprochen und so beginnt alls.
Smiley hatte damals den Verdacht, es gäbe im "Circus" einen Doppelagenten. Nun taucht ein Mann auf, der das Gleiche behauptet. Keiner weiß mehr,wem er glauben und vertrauen soll, denn der "Maulwurf" konnte auch ganz oben sitzen. Smiley und seine Vertrauten machen sich nun heimlich auf die Suche nach diesem Agenten und rollen allte Fälle wieder auf. Bis es zum entscheidenen Showdown kommt.
Dieses Buch ist kein Aktionroman! Die Spionagearbeit und die Ermittlungen bestehen aus Akten lesen und Informationen beschaffen und Puzzleteile zusammen legen. Aber genau das ist das Besondere an diesem Buch!
Meine Meinung :
Ich wusste nicht so recht, was auf mich zu kam. Ich hatte noch nie ein Buch von John le Carré gelesen (was sich ab nun ändert!). Ich kannte zwei Verfilumgen und den Trailer zu diesem Buch.
Der Anfang war eben wegen des Stils etwas "schwer", aber dann flogen die Seiten nur so dahin. Wenn ich allerdings das Buch weglegen musste, dann dauerte es immer ein wening, bis ich wieder im Buch war.
Das tolle an diesem Roman ist der Realismus. Ich kann mir vorstellen, dass ein Agentenleben wirklich so aussieht. Und wenn man mal die unrealistische "James-Bond-Figur" aus seinem Gedächtnis streicht, dann ist so ein Leben wirklich spannend. Aber auch sehr nervenaufreibend. Im Buch gibt es keinen "Supermann", welcher auf Hubschrauber springt oder vor einer Explosion davon rennt. Die Personen in diesem Roman sind alle "kaputt", sie sind menschlich. Es hinterlässt doch natürlich Spuren, wenn du zig Identitäten hast und immer Geheimnisse vor deinen Lieben haben musst. Alle sind ein wenig paranoid und checken z.B. immer wieder die Strasse oder den Eingang.
Auf den Inhalt kann ich leider wenig eingehen, das dies zuviel verraten würde, aber ich kann nur sagen, dass es absolut spannend ist!! Man ist dabei, wie Puzzleteilchen gefunden und langsam zusammen gesetzt werden. Irgendwann hat man jeden in Verdacht. Die finale Auflösung ist nun kein "Aha-Effekt", aber wie es gemacht wird und wie die entsprechenden Leute reagieren ist das wichtige hierbei.
Dieser Roman ist so toll, wegen seiner realistischen und vom Leben gezeichneten Charaktere und der spannenden Suche nach Hinweisen.
Ob ich dieses Buch nochmal lesen werde? Nein, das nicht unbedingt, denn die Spannung wäre dahin. Leider!! Vielleicht nach ein paar Jahren.
Ob ich noch mehr vom Autor lesen werde? Auf jeden Fall!!!! Ich freue mich jetzt schon!
Ob ich das Buch weiterempfehlen würde? Und ob! Es ist ein spannendes Buch, auch für zartbesaitete Menschen. Krimi- und Thrillerleser kommen voll auch ihre Kosten. Leuten, denen die meisten Thriller zu unrealistisch sind, wird dieses Buch auch gefallen.
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