Als Marie im Café stolpert und einen Kaffee umstößt, lernt sie nicht nur Jakob kennen, sondern setzt damit auch eine Reihe von Geschichten in Gang. Jakob verliebt sich in Marie und trennt sich von seiner Freundin Sonja, die bald darauf jemand anderen trifft: Gery. Er war der beste Freund von Joe - der früher mit Marie zusammen war und sich mit einem spektakulären Sprung in den Donaukanal das Leben genommen hat. Ein mysteriöses Testament taucht auf, das im Prater verlesen werden soll - in Anwesenheit von Gery und Marie. Ein Debüt aus Österreich, eine Liebesgeschichte, märchenhaft und modern zugleich, ein Roman über Einsamkeit, Freundschaft, Sehnsucht und Liebe - in Wien, der "Stadt der Seele".
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Wienerluft....
Bewertung am 04.11.2013
Bewertungsnummer: 265911
Bewertet: eBook (ePUB)
In diesem locker und frisch erzähltem Debütroman purzeln die Protagonisten nur so übereinander...Jakob verliebt sich unsterblich in Marie, während sie ihm versehentlich eine Tasee Kaffee über die Hose schüttet und ist doch noch mit Sonja zusammen. Sonja sucht sich einen Neuen...so geht das dann weiter mit den Geschichten, die ein buntes Kaleidoskop bilden, die Wege kreuzen und überschneiden sich, driften wieder auseinander und alles ist in ständiger Bewegung! Die Liebe ist halt vielseitig, das Schicksal im übrigen auch und so richtig weiss man nicht, wer zu wem gehört, aber das ist auch nicht wesentlich...Wienerluft, Kaffeehäuser und ein leichter melancholischer Wind tun das Übrige dazu - um einfach immer weiterzugehen und zu lesen....
WAS für ein Debüt!
Bewertung am 27.01.2014
Bewertungsnummer: 833892
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Kinstner schreibt gerne aus, was sie denkt bzw. findet gerne Vergleiche. Kinstner hat einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, aber auch einen, der nachdenklich und ruhig macht. Selbst wenn man das Buch zur Seite legt, beschäftigt man sich mit den Charakteren. Wir treffen auf Marie, Gery, Hedi, Jakob und Sonja; Traude, Anna, Norbert, Willi, Hugo und natürlich Joe. Er ist der Schlüssel zu allen; doch Joe ist tot. Gesprungen. Am 15. Juli. Kinstner konstruiert ein Labyrinth an Lebensgeschichten, Liebesgeschichten und Leidensgeschichten Eine zusammen. Am besten, am nachvollziehbarsten, am traurigsten, am tragischsten war für mich die Geschichte über Hedi. Als sich ihr Schicksal erfüllt, die Geschichte Form, Zeit und Raum aufnimmt, ihrem Ende zugeht, habe ich kleine Tränen geweint. Kinstner beweist Gefühl, Taktik, Gespür, ein Können, das ihresgleichen sucht. Sie hat einen wunderbaren einfühlsamen Schreibstil. Man braucht aber eine kleine Weile bis man in diesen hineinfindet; bis man das Konstrukt durchschaut, in sich aufnimmt. Es ist kein Buch für Zwischendurch; man muss sich darauf konzentrieren, ansonsten verfehlt es komplett seine Wirkung. Es ist ein Debütroman, der mich nicht nur überzeugt, nein der mich auch Staunen lässt. Von Kinstner könnten manche “Autoren” lernen.
Fazit: Mit “Mittelstadtrauschen” hat Kinstner ein Werk geschaffen, dass man nicht mehr so leicht vergisst. Ihre Charaktere sind ausgewogen, einprägsam, unterhaltsam, widerlich, witzig und traurig zugleich. Selten, enorm selten, bietet ein(e) Autor(in) diese Bandbreite. Es ist entweder das eine, oder das andere, aber selten alles. Hedi war aber für mich noch einmal eine Stufe drüber; ihre Geschichte wäre alleine schon ein Buch Wert gewesen, ich wüsste so gerne, was mit Ilja geschah. Es gibt wenige Bücher, Autoren, Debüts, die mich so nachhaltig, so einfordernd, so derartig beeindruckt haben, wie Margareta Kinstner’s Werk. Danke!
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