In ferner Zukunft landet das mächtige Raumschiff »Der Unbesiegbare« auf dem Planeten Regis III, um das Schicksal seines dort verschollenen Schwesterschiffes »Kondor« zu ergründen. Doch obwohl diese Welt unbewohnt ist, lauern hier Gefahren, die sich die selbstgewisse menschliche Besatzung zunächst nicht träumen lässt. Lem spinnt ein spannendes Weltraumgarn, wäre aber nicht Lem, wenn er sich nicht noch quasi nebenbei die Nanotechnologie, die Technoevolution und vieles mehr ausdenken würde. Ein Klassiker der SF.
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Vielleicht einer der besten Romane aller Zeiten!
K. C. am 29.12.2017
Bewertungsnummer: 1071714
Bewertet: eBook (ePUB)
Dieses Buch scheint in unser westlichen Hemisphäre weniger bekannt zu sein. In Osteuropa ist Stanislaw Lem den Meisten ein gängiger Begriff. Hier, im Westen, scheinen ihn überweigend eingefleischte Sci-Fi-Fans zu kennen. Stanislaw Lem ist ein Meister seines Werkes. Schaut man seine Biographie an, so findet man schnell heraus, dass wir es mit einem sehr überdurchschnittlich gebildeten Menschen zu tun haben, der sich mit mehreren Naturwissenschaften auskannte. Ließt man seine Bücher, so stellt man fest, dass er zudem überdurchschnittlich intelligent gewesen sein muss. Seine beschriebenen Utopien sowie die Art und Weise, wie er außerirdische Intelligenzen erfand und beschrieb, sind sehr faszinierend.
Stanislaw Lem wird meistens in einem Atemzug mit Solaris, einem weiterem Meisterwerk aus seiner Feder, genannt. "Der Unbesiegbare" kommt leider nicht so zur Geltung. Warum dieses Buch aber auf Augenhöhe mit Solaris - meiner Meinung nach sogar über Soalris - genannt werden sollte, will ich kurz und knapp beschreiben:
"Der Unbesiegbare" ist nicht nur der Titel des Romans, sondern auch der Name eines Raumschiffes. Dieses Raumschiff ist das technisch versierteste der Menschheit bis dato. Das Raumschiff ist zu einem Planeten unterwegs, auf dem sein Schwesterschiff verschollen ist. Die Besatzung des Raumschiffes besteht aus allereli Naturwissenschaftlern. Vom Kybernetiker bis zum Biologen und Chemiker, ist alles an Bord vertreten. Auf dem Planeten gelandet, beginnt die Crew diesen erstmal naturwissenschaftlich zu analysieren. Gleichzeitig werden Sonden ausgeschickt, um das verschollene Schwesterschiff zu suchen. Als die Kondor, der Name des Schwesterschiffs, gefunden wird, stellt man fest, dass die komplette Besatzung tot ist, obwohl alle lebenserhaltenen Systeme nach wie vor funktionieren und reichlich Nahrung vorhanden ist. Daraufhin beraten sich die Wissenschaftler und stellen Hypotehesen auf. So viel erstmal zum Inhalt.
Ließt man Lems Biographie weiter durch, so erfährt man, dass es in seinen Romanen ganz oft um Hybris geht. Hybris ist die extreme Form der menschlichen Selbstüberschätzung. Und das ist auch die Quintessenz seines Romans "der Unbesiegbare". Dieses Hybris spiegelt sich nicht nur im Namen des Raumschiffs (der Unbesiegbare), sondern auch im Verhalten der Besatzung wieder. Um dieses Hybris ansatzweise zu beschreiben, möchte ich einen kurzen, aus dem Kontext gerissenen, Abschnitt aus dem Buch zitieren:
"........Er wusste, dass kein Wissenschaftler fähig sein würde, seine Empfindungen zu teilen, aber er wollte jetzt nicht mehr nur zurückkehren, um Kunde vom Tode ihrer Gefährten zu bringen, sondern um zu fordern, dass der Planet unangetastet blieb. Nicht überall ist alles für uns bestimmt........"
Der Mensch versucht für Alles Unerklärliche kategorisch eine Hypothese zu entwerfen, selbst wenn diese Hypothese keinerlei Evidenzen aufweist. Ich nehme mal die Religion als kleines Beispiel: Hier überschätzt der Mensch seine eigene Existenz, in dem er nicht nur denkt, die Krönung einer Schöpfung zu sein, sondern auch, dass ein Schöpfer es für nötig hielt, die Menschen zu erschaffen. Oder wer mag sich schon einzugstehen, ein unbedeutener Primat auf einem bedetungslosen Staubkorn im Weltall zu sein? Vermutlich die Wenigsten! Diese menschliche Selbstüberschätzung ist seit Jahrtausenden Teil unserer Kultur. Als größeres Beispiel dient hierbei die Geschichte des Romans: Menschen fliegen auf einen weit entfernten Planeten und gehen davon aus, dass Alles, worauf sie treffen, erklärlich sei und sich den Gesetzen der Menschen (gemeint ist hiermit wissenschaftliche Methodik) unterwirft. Es gibt zwar kein besseres Instrument als die wissenschaftliche Methodik, um die Realität zu beschreiben, jedoch ist die Annahme man müsse zwangsläufig Alles erklären und in Kategorien pressen können, eben diesem Hybris unterworfen, welches Lem sich zum Thema gemacht hat. Das Eingeständnis etwas nicht zu wissen oder erklären zu können, scheint für Menschen eine große Überwindung zu sein, doch sollte es nicht verwunderlich sein, dass eben Sachen geben kann/könnte, die unser Intellekt nicht wahrnimmt oder die unsere Intelligenz nicht verarbeiten kann, da sie eben nun mal nicht ausreicht. Es scheint so, als fehle die entsprechende Demut vor dem Unbegreiflichen sowie Unerklärlichen. Alles uns Bekannte wird "vermenschlicht". "Etwas" nicht zu wissen oder "Etwas" nicht erklären zu können, scheint nicht befriedigend genug zu sein!
Das Buch ist weder aktiongeladen, noch hat es ein bombastisches Ende mit einem finalen Bosskampf. Viel mehr ist es ruhig und philosphisch gehalten. Das Ende lädt zum Nachdenken ein.
Klassischer Lem
W. am 03.10.2022
Bewertungsnummer: 1798242
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Lem hat hat den Leser immer in seiner Hand. Wenn er will, dass man lacht, dann lacht man, wenn er jemanden verstören will, so tut er es. Als Leser tanzt man nach seiner Pfeife und das ist etwas, das nicht alle Autoren bewirken können.
Meinung aus der Buchhandlung
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Die Crew des Raumschiffes “Der Unbesiegbare” überprüft den Verbleib eines Schwesterschiffes und landet auf einem Planeten, auf dem alle wissenschaftlichen Errungenschaften der Menschheit wirkungslos sind und sich durch das drohende Unheil in eine Schlange verwandeln, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Die Warnung vor dem technologischen Fortschritt wird meisterhaft in Form einer unbarmherzigen Überlebensgeschichte auf einem fremden Planeten vermittelt und reißt von Anfang bis zum Schluss mit.
Meine erste Erfahrung mit Stanislaw Lem – definitiv nicht die letzte.
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