Zwei pfiffige chinesische Studenten, die zur »kulturellen Umerziehung« in ein abgelegenes Bergdorf ans Ende der Welt verschickt wurden, merken bald, dass sie nur eine einzige Möglichkeit haben zu überleben: Sie müssen in den Besitz jenes wunderbaren Lederkoffers gelangen, der die - verbotenen - Meisterwerke der westlichen Weltliteratur enthält. Denn nur mit ihnen können sie den Widrigkeiten ihres Daseins entkommen - und vielleicht am Ende das Herz der Kleinen Schneiderin gewinnen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Hört sich an wie eine Liebesgeschichte....Ist...
Hört sich an wie eine Liebesgeschichte....Ist es aber nicht, knallhart werden hier die Fakten Kulturrevolution in China audpf den Tisch geknallt. Eine Liebeserklärung an Literatur!
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Ein kleines Juwel. Die Umerziehung...
Ein kleines Juwel. Die Umerziehung zweier Jugendlicher während der Kulturrevolution wird zu einem großen Abenteuer. Poetisch und humorvoll.
Elisabeth Schwaighofer
aus Linz
5/5
26.07.2010
Buch (Taschenbuch)
*einfach wunderschön*
Teils autobiographisch, nimmt uns Dai Sijie mit in ein kleines chinesisches Bergdorf zu Zeiten des großen Mao.
Zur Umerziehung werden zwei Studenten in diese abgelegene aber wunderschöne Gegend geschickt und sehen sich nun nicht nur mit der feindseligen Haltung der Dorfbewohner gegen alles Fremde, Neue und Westliche konfrontiert sondern auch der harten Arbeit, die sie zum ersten mal in ihrem Leben erbringen müssen.
Doch damit nicht genug, verlieben sich beide in die Tochter des Schneiders.
Um ihr Herz zu erobern lesen sie ihr aus verbotenen Büchern vor, oder spielen auf der Geige westliche Musik.
Die beiden Studenten können sich zumeist sehr einfallsreich vor dem Erwischt werden retten, doch die Naivität der Dorfbewohner ist dabei nicht immer nur eine Hilfe!
Dieser Roman ist von einer wunderschönen und bildhaften Sprache!
So sehr man die beiden Studenten für ihr hartes Los bemitleiden muss, so sehr beneidet man sie auch um die einzigartigen Erfahrungen und Erlebnisse.
Lia48
4/5
13.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Schönes, ruhigeres Buch für zwischendurch
INHALT:
China, 1971:
Es ist die Zeit der „kulturellen Umerziehung“ – junge Intellektuelle werden dazu aufs Land zu revolutionären Bauern geschickt. Zwei Studenten, Luo 18 Jahre und der Ich-Erzähler 17 Jahre, kommen nach einem beschwerlichen Aufstieg auf den Berg „Phönix des Himmels“, im Bergdorf an. Ihre Eltern wurden als „Volksfeinde“ eingestuft, wodurch ihnen einige Jahre Umerziehung bevorsteht.
Es ist ein armes Dorf, in dem sie nun wohnen und arbeiten. Ein Wecker oder eine Geige – beides Gegenstände der Studenten – sind den Dorfbewohnern überaus fremd. Diese lieben jedoch die Geschichten der jungen Leute.
Westliche Inhalte (z.B. Literatur & Musik) sind zu dieser Zeit in China verboten. Ein Buch von Balzac hat es den Studenten besonders angetan, die darüber hinaus ganz verzückt von der kleinen Schneiderin aus der Gegend sind.
Was würden die drei nur darum geben, um an noch mehr Bücher zu gelangen… Da kommt ihnen der mysteriöse, dreifach gesicherte Koffer von ihrem Freund Brillenschang aus dem Nachbardorf, gerade recht…
MEINUNG:
Irgendwie haben es mir momentan Bücher angetan, die im asiatischen Raum spielen.
„Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ ist eine Geschichte, in der gar nicht all zu viel geschieht. Sie kommt auf leisen Sohlen daher und beschreibt Augenblicke, die zum Innehalten einladen. Doch genau das mochte ich an diesem Büchlein, das sich mit seinen etwas über 200 Seiten recht schnell lesen lässt und sich ganz hervorragend als Lektüre für zwischendurch eignet.
Es geht eine besondere Stimmung von dem Buch aus, die ich gar nicht richtig beschreiben kann. Vielleicht, da es viel um das Geschichtenerzählen und um das Lesen verbotener Bücher geht. Denn das ist es, was die beiden Studenten, die kaum eine Zukunftsperspektive haben, aufrecht hält. Ebenso die Wunschvorstellung, damit auch die kleine Schneiderin beeindrucken zu können, auf die sie beide ein Auge geworfen haben.
Ihre Liebe zur Literatur und die Erfahrung, dass Bücher Halt und Zuversicht bieten können, kamen hier gut zum Ausdruck.
Der Ich-Erzähler wirkt teilweise recht naiv. Aber das mochte ich hier ziemlich gerne, da es mir authentisch vorkam. Mit seinen 17 Jahren ist er noch jung und die Bildungsmöglichkeiten sind nicht besonders üppig. Dennoch habe ich seine Entwicklung gerne verfolgt und ich hatte das Gefühl, dass er mit der Zeit mutiger wird.
Auch die zarte Liebesgeschichte hat mir in dem Buch ganz gut gefallen.
Eindrücklich fand ich den kurzen Blick in den stationären Aufenthalt von Klinik-Patienten in China, bei dem die Patienten Töpfe und Pfannen auf den Zimmern hatten und ihre Mahlzeiten selbst zubereiteten – bei uns wäre das wohl undenkbar!
Das Ende ist sicherlich Geschmackssache. Mir war es etwas zu knapp, sonst hat mir das Büchlein aber wirklich gut gefallen!
FAZIT: Ein schönes Buch, in dem Bücher & Geschichten als etwas Besonderes & Haltgebendes dargestellt werden. Wer gerne zwischendurch auch mal eine etwas ruhigere Lektüre lesen möchte, die Bezug auf die Zeit der kulturellen Umerziehung Chinas nimmt, dem möchte ich das Buch gerne ans Herz legen! 4-4,5/5 Sterne!
Raumzeitreisender
aus Ahaus
4/5
16.06.2016
Buch (Taschenbuch)
Bildung und seine Folgen ...…
Bildung und seine Folgen ... 1967 startete Mao Zedong eine Kampagne, die das kommunistische China zutiefst verändern sollte: Die Universitäten wurden geschlossen und die jungen Intellektuellen einschließlich der Gymnasiasten wurden zur Umerziehung durch die revolutionären Bauern aufs Land geschickt. Luo und der Ich-Erzähler, gerade mal achtzehn bzw. siebzehn Jahre alt, sind zwei dieser jungen Menschen. Sie werden 1971 in ein abgelegenes Bergdorf gebracht. Ihre Eltern sind Ärzte und gehören damit selbst zur Zielgruppe der Kulturrevolution. Dai Sijie beschreibt das politische Umfeld nur am Rande. Die Intention des Autors ist es nicht, Verstöße gegen die Menschenrechte aufzuarbeiten. Die Kulturrevolution mit ihren menschenverachtenden Auswirkungen dient als Handlungsrahmen für die Abenteuer der beiden, mit allen Wassern gewaschenen, jugendlichen Akteure. Was vermisst man besonders in einem einsamen Bergdorf, abseits der bekannten Zivilisation? Kaum zu glauben, aber Luo und der Ich-Erzähler vermissen die Meisterwerke der westlichen Literatur. Jedes Jahr erscheinen weltweit Zehntausende neuer Bücher, aber in China sind diese Werke verboten und daher nirgends zu haben. So dreht sich in Dai Sijies Roman alles um einen geheimnisvollen Koffer voller Bücher, den jemand ins Dorf geschmuggelt hat. Diese Liebeserklärung an die Literatur ist die Kernaussage des Romans. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Die kleine chinesische Schneiderin ist der Traum der jüngeren Dorfbewohner und ihr Vater behütet sie entsprechend. Liebesszenen sind punktuell in die Geschichte eingewoben und sorgen für die notwendige Prise Erotik. Auch die kleine chinesische Schneiderin ist sehr an Bildung interessiert, mit unerwarteten Folgen ... In diesem Roman wird die Zeit der Kulturrevolution auf humorvolle, teilweise satirische Weise aufgearbeitet. Die Geschichte zeigt ungewohnte Perspektiven auf und besticht durch besonderen Charme. Sie wird getragen von der Lockerheit der beiden jugendlichen Protagonisten. In der Schlusspointe werden der Humor und die Schlitzohrigkeit des Autors erkennbar. Dai Sijie, geboren 1954 in der Provinz Fujian in China, wurde von 1971 bis 1974 im Zuge der kulturellen Umerziehung in ein Bergdorf verschickt. Nach Maos Tod studierte er Kunstgeschichte und emigrierte 1984 nach Paris. „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ ist sein erster Roman. Er wurde ein großer internationaler Erfolg und in einer französisch-chinesischen Produktion verfilmt.
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