Wunderwesen im Mittelalter und ihre Funktion am Beispiel des Straßburger Alexanders
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
04.11.2009
Verlag
GRINSeitenzahl
20 (Printausgabe)
Dateigröße
157 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640464388
"Ein allgemein menschliches Denkschema scheint es zu sein, die Ferne und Fremde mit Wesen zu bevölkern, die entweder weit unter oder weit über dem normalen menschlichen Maß liegen."(1) Die westliche Vorstellung über Wesen in der Fremde geht zurück auf das Weltbild der Griechen und biblische Überlieferungen. Es existiert eine vorwissenschaftliche Weltkunde, die ihre ganze Entfaltung in der mittelalterlichen Weltkarte der mappa mundi zeigt. Sie weist keine praktisch geographische Verwendbarkeit auf, sondern "veranschaulicht aus christlich-heilsgeschichtlicher Perspektive das Weltbild"(2). Aufgeteilt ist die sogenannte T-O-Karte in drei Erdteile Asien, Europa und Afrika. Am westlichen Rand der Karte entdeckt man die Amazonen und am Randgebiet des Ostens, Indien bildet das breiteste Reservoir, findet man die unterschiedlichsten monströsen Völker.
(....)
2. Der wunderlîche Alexander
"Rîcher chunege was genûc.
Daz ne saget uns nehein pûch
noh neheiner slahte mâre, [...]
sô der wunderlîche Alexander."(3) Was aber verschafft Alexander den Beinamen wunderlîch (vgl. StrA u.a. 845, 1821, 2046, 2665, 2854)? Matthias Lexer übersetzt das Wort unter anderem mit "aussergewöhnlich" und "erstaunlich"(4). Dies kann sowohl im positiven als auch im negativen Sinn gemeint sein. Seine staunenswerten Taten zeigen sich in erster Linie auf seinen Eroberungsfahrten, die er "mit listen oder mit mahten" (VA 57) für sich entscheidet.
(...)
1) Kragl, Florian: Die Weisheit des Fremden, S. 148.
2) Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik, S. 58.
3) Pfaffe Lambrecht: Alexanderroman. Stuttgart: Reclam, 2007. VA 35-45.
4) Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, S. 328.
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