Das kinematographische Verfahren in Robert Musils Erzählungen
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
17.09.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
88 (Printausgabe)
Dateigröße
423 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638142861
in ausgewählten Texten Robert Musils (1880-1942). Dies setzt zunächst die Klärung der
Frage voraus, auf welche Weise Musil dem Kino begegnete und welche Aspekte ihn dazu veranlassten,
theoretische Überlegungen über das neue Medium anzustellen, denen er Einlass in sein dichterisches
Schaffen gewährte.
Die perzeptionsorientierte Umwälzung entlang des Entwicklungsprozesses der neuen, kulturellen Institution
um 1900 ermöglicht eine Wahrnehmung anderer Wirklichkeiten, die sich im visuellen Bewusstsein
manifestieren. Das hat zur Folge, dass innerhalb der zeitgenössischen Literatur mit dem
,neuen Sehen' Interessengebiete berührt werden, die angesichts des zur Verfügung stehenden
Sprachmaterials eine Umgestaltung des gewohnten Sehraumes beinhalten.
Der erste Teil dieser Arbeit gibt Einsicht in die Besonderheiten der mechanischen Errungenschaft des
Kinematographen, da die schrittweise Angleichung der Apparatur an das optische Bewegungssehen
einerseits und die Verfremdungsmöglichkeiten der aufgenommenen Wirklichkeit andererseits Ausgangspunkte
für Musils Infragestellung menschlicher Wahrnehmung darstellen.
Diesem Einblick werden seine dichtungstheoretischen und ästhetikorientierten Überlegungen gegenübergestellt,
wobei hier überwiegend auf die beiden Essays "Skizze der Erkenntnis des Dichters"
(1918; 8; 1025) und "Ansätze zu neuer Ästhetik - Bemerkungen über eine Dramaturgie des Films"
(1925; 8; 1137) zur Herausstellung seines Interesses an der Übertragung von Wahrnehmungsdaten
zurückgegriffen wird. Musils Auseinandersetzung mit der Gestalttheorie und der experimentellen Psychologie
bilden hierbei die Vorbedingung zum Verständnis des ,anderen Zustandes', dessen
Konzeption seinen filmtheoretischen Erwägungen zugrunde liegt.
Die Kombination von technischen Grundlagen des Kinematographen und erlebnisverarbeitenden
Prozessen in der Perzeption bilden Ansatzpunkte, mit denen sich eine ,kinematographische Erzähltechnik'
in Musils Texten feststellen lässt. Entsprechend wird im zweiten Kapitel das
,kinematographische Erzählen' allgemein definiert und auf Musils erzähltechnisches Verfahren übertragen.
Die für den Nachlaß zu Lebzeiten von ihm ausgearbeiteten Prosaskizzen "Triedere", "Die
Maus" und "Das Fliegenpapier" werden im zweiten Kapitel, die Erzählung "Grigia" aus dem Novellenband [...]
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