Spaltung und Multiplikation des Ichs Spielarten des Doppelgänger-Motivs bei Dostojewski und Hoffmann
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
21.03.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
52 (Printausgabe)
Dateigröße
567 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656156819
sowie der lückenlosen Kontinuität des Ichs zu demonstrieren. Rund ein Jahrhundert später erhielt jener literarische Motivkomplex durch die Psychoanalyse Freuds sein theoretisches Pendant. Nunmehr bedurfte die zuvor rätselhaft und nebulös anmutende Spaltungserfahrung nicht mehr mythologischer Erklärungsweisen, sondern erschien vor dem Hintergrund der psychologischen Erläuterungen geradezu evident: Der Doppelgänger wurde
als Konsequenz der Spannungen innerhalb des psychischen Apparats begriffen und als Verkörperung verdrängter Ich-Aspekte betrachtet.
Was nun begann, war eine Doppelgängergeschichte von Literatur und Psychoanalyse, die - entsprechend dem Lacanschen Spiegelstadium, in dem das Bild vor dem Abgebildete ist - Verwirrung über die Chronologie und das Urheberrecht verursachte: Wie vermochten die
Autoren des 19. Jahrhunderts die ein halbes Jahrhundert später generierten psychoanalytischen Theorien antizipierend in ihr Werk aufgenommen haben? Kritiker postulierten gar,
diese Bezüge seien inszeniert, die Psychoanalytiker hätten die literarischen Texte lediglich für die künstliche Umsetzung ihrer wissenschaftlichen Theorien missbraucht. Über solche
Diskussionen hinweg wird zumal der springende Punkt übersehen - das Endergebnis: Die
psychoanalytische Textinterpretation bietet eine faszinierende Lesweise, mit der eine neue
psychologische Dimension literarischer Werke erschlossen werden kann.
In dieser Abhandlung werden in Anlehnung an die psychoanalytische Textinterpretation
zwei Werke des 19. Jahrhunderts analysiert: Die Elixiere
des Teufels von E.T.A. Hoffmann und Der Doppelgänger von Fjodor M. Dostojewski -
zwei Werke, die mit einer visionären psychologischen Intuition das Thema der inneren
Zerrissenheit eines psychisch abnormen Menschen umkreisen. Mittels der
psychoanalytischen Lesweise sollen die tiefer liegenden, unbewussten Strukturen der beiden
Werke extrahiert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gestaltung des Doppelgängers
eruiert, als auch allgemeine Aussagen über das Motiv des Doppelgänger getätigt
werden.
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