Versuch über die "Entzauberung der Welt" Max Webers Begriff zwischen Religionssoziologie und Kunstphilosophie
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Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
18.10.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
15 (Printausgabe)
Dateigröße
294 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656031369
Denken wir heute an die "Entzauberung der Welt", dann mag uns verschwommen vor Augen stehen, was Friedrich Schillers philosophisches Gedicht Die Götter Griechenlands (1788-1800) in poetischer Klarheit sentimentalisch ausdrückt. Die entzauberte Welt ist eine Welt ohne transzendente Dimension. "Unsre Weisen", die Theologen und Wissenschaftler der Neuzeit, haben sie systematisch (durch den transzendenten Monotheismus und die exakten Naturwissenschaften) entzaubert. Von animistischen und anthropomorphen Deutungsmustern des Mythos befreit wird die Natur zur Faktenwelt neutralisiert und damit zum nutzbaren Rohstoff degradiert, denn die entzauberte Welt ist eine anthropozentrische Welt. Erst jetzt wird der Mensch wirklich zum Maß aller Dinge und dieses Maß ist prinzipiell maßlos. Das zweckrationale berechnende Beherrschen kennt nur temporäre technische Grenzen. Ethische Bedenken gleiten in die Rolle sachfremder Einwände ab. Der Fluß, einst Wohnung des Flußgottes, kann jetzt begradigt werden. Der heilige Hain wird (so Hegel) zum Holz. Selbst der Mond, einst eine Göttin, ist längst ein berechenbarer Landeplatz für Raketen geworden. Die Kehrseite dieser anthropozentrischen Entwicklung bildet die "transzendentale Obdachlosigkeit" des Menschen, ein weiterer Begriff, der in den kulturkritischen Jargon der Moderne eingegangen ist und häufig als Synonym für die "Entzauberung der Welt" gebraucht wird. In ihm drückt sich der Preis des Entzauberungsprozesses aus. Der göttliche Kosmos schwindet und die ethischen Werte verlieren ihre metaphysische Verankerung. Der Wegfall eines Obdachs, einer den Menschen einschließenden sinnerfüllten transzendenten Ordnung, wird als Verlust erfahren.
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