Einst sind der Vater und die Brüder gemeinsam fischen gegangen, das Rauschen des Wehrs hinter der Gaststätte, in der sie gelebt haben, hat die Kindheit der Brüder mit Ahnungen und Phantasien belebt. Aber der Vater ist schon lange tot. Und der ältere Bruder Hermann hat den Verstand verloren. Was ist passiert?Norbert Scheuers neuer Roman «Überm Rauschen» entwickelt einen enormen Sog, wird zu einer suggestiven Geschichte, deren Protagonisten immer auf der Suche nach dem Glück sind. Und das Glück ist da, im Rauschen, in der wehmütigen Kraft des Erzählens.
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3.0/5.0
Bewertung
3/5
30.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Befremdlich fremd
Weil sein Bruder Hermann sich seit Tagen in seinem Zimmer einsperrt, kehrt Leo seit langer Zeit wieder an den Ort seiner Kindheit zurück.
Doch alle Annäherungsversuche scheitern: Hermann bleibt stumm. Erst als Leo tags darauf im Wehr hinterm Haus, im titelgebenden "Rauschen" angeln geht, nähert er sich seinem Bruder zumindest ein kleines Stück weit an ...
Sanft und unaufgeregt beschreibt Norbert Scheuer die Distanz, die hier herrscht, und lässt es fast schon befremdlich erscheinen, wie sehr Leo mit seiner eigenen Familie fremdelt.
Trotzdem, oder gerade deswegen, ist "Überm Rauschen" ein atmosphärischer und vielschichtiger Familienroman. Eine provinzielle Fliegenfisch-Entschleunigungskur, die Eindruck hinterlässt.
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