Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
27.10.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
32
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,3 cm
Gewicht
62 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-656-52520-2
Ein buchhänderischer Erfolg war sein Erstlingswerk nicht. Von den 2000 Exemplaren der Erstausgabe, die im Mai 1898 erschien, waren zum Jahresende 1899 erst zirka 400 verkauft. Trotzdem Thomas Mann noch so jung war und der Erfolg - zu Unrecht - auf sich warten ließ, strotzen die Geschichten nur so vor Lebensweisheit. Schon früh beschäftige sich der junge Lübecker mit Nietzsche und Schopenhauer und wandte ihre Philosophie in Form von Literatur in der Praxis an. Seine Figuren, jede auf ihre Art, lernen allesamt das Leben als große Enttäuschung kennen. Sie alle sind schiffbrüchige Existenzen, die vom Leben stiefmütterlich behandelt werden. Physisch und psychisch verstümmelte Naturen, die in seinem ersten Novellenband ihren Anfang nahmen, waren Zeit seines Lebens seine bevorzugten Figuren. Ein anonymer Rezensent der Münchner Neuesten Nachrichten bemerkte über den Friedemann-Band, dass sich Thomas Mann "leider für kranke Helden" interessiere, für "unstete, halbentwickelte Naturen mit halber Kraft und halbem Willen". Mit dieser Vorliebe stand Mann ganz im Zeichen der literarischen Décadence. Der Verfall und die Schwächung der Lebenskraft waren die vorherrschenden Topoi der Zeit, die zumeist auch mit einer Steigerung des Artifiziellen einhergingen. Auch Thomas Mann erfuhr das Problem der Überfeinerung und Enttüchtigung am eigenen Leib, erst durch diese Erfahrung, so sagte er, öffnete sich für ihn das Interesse am Verfall, das sein literarisches Schaffen weit über sein Erstlingswerk hinaus prägte. (Vgl. Rasch, Wolfdietrich: Die literarische Décadence um 1900, München 1986. S. 159.)
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice