"Judith und der Junge von Schindlers Liste“, das ist die wahre Geschichte einer bezaubernden und kostbaren Freundschaft: Die elfjährige, hochbegabte Geigerin Judith reist mit Jerzy Gross, alias Michal Emge, dem letzten Überlebenden von Schindlers Liste in Deutschland, an die Orte seiner polnischen Kindheit. Hier erzählt Jerzy Judith, wie er, der Junge von Schindlers Liste, in den Ghettos und Konzentrationslagern überleben konnte: durch die Musik.
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Die Liebe zur Musik
Hopeandlive am 27.10.2025
Bewertungsnummer: 2638162
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Gott ist Musik. Das fühlst du in schlechten Zeiten, besonders, wenn du leidest."
Dieses Zitat zu Beginn dieser bewegenden wahren Geschichte, die den Leser sprachlos, traurig, entsetzt, wütend und doch mit leiser Hoffnung erfüllt, können wohl musikalische Menschen noch wesentlich mehr nachvollziehen und bejahen.
Wir begegnen der jungen Judith, 11 Jahre, die schon mit drei Jahren wusste, sie will Geige lernen und spielen, ein wahres Ausnahmetalent und einer sehr musikalischen Familie im Hintergrund. Sie will oft Stücke spielen, für die sie noch zu jung ist und noch zu wenig Technik hat, doch Judith will vor allem die Musik fühlen, die Geschichte, die dahinter steht. So begegnet sie auf Youtube dem jüdischen Geiger Itzhak Perlmann und ist in ihrem Herzen tief bewegt von seinem Spiel, um diese wundervollen Musikstücke spielen zu können, will sie mehr über seine Geschichte und die Geschichte des Holocausts erfahren, für das sie ihre Eltern noch zu jung halten. Doch Judith lässt nicht locker, das hat mich an meine Tochter erinnert, die auch mit 10 Jahren unbedingt die Geschichte von Anne Frank lesen wollte und alles, was damit zusammenhängt. Judith geht als hochbegabtes Kind auf die Musikhochschule und begegnet während ihrer Recherche dem auch hochbegabten Geiger Michael Emge, aus gewissen Gründen ist das nicht sein wahrer Name, und nun geht der Leser auf die Reise in die Vergangenheit und schaut hinter die Kulissen des Films "Schindlers Liste", den ich auch schon mehrfach geschaut habe.
Michael Emge nimmt Judith und ihre Familie mit auf seine Reise in die fürchterlichen Erinnerungen der Vergangenheit, wie er als Kind das Geigenspielen liebte und sie mit viel Herzschmerz im Konzentrationslager zurücklassen musste. Michaels gesamte Familie bis auf einen Onkel wurde im Holocaust ermordet und er hat als einzigster überlebt. Die Erzählungen des alten Mannes beginnen zaghaft und nehmen in verstörender Weise an Intensität zu, besonders als sie eine gemeinsame Reise nach Polen an die Orte der Schrecken unternahmen und auch danach, als Michael versuchte in einem Vergangenheit und seines Ursprungs wieder Fuß zu fassen, doch weder in Polen noch in Israel gelang es ihm. Auch nach dem Krieg war Anfeindungen bis heute ausgesetzt und schließlich lebt er in Deutschland und geht als Zeitzeuge in die Schulen um seine Geschichte zu erzählen.
Es war ein sehr besonderes Erlebnis die Begegnung dieser beiden so unterschiedlichen Menschen zu erleben, die eine jung, der andere alt, die eine priveligiert in Zeiten des Friedens und der andere verfolgt in Zeiten des Krieges, doch beide verbindet ihre Liebe zur Musik und vor allem das wirkliche Verstehen wollen und Fühlen wollen, was den anderen bewegt hat, solch ein Musikstück zu spielen. Diese Begegnung, so schlimm, verstörend und schmerzhaft sie war zu lesen, schenkt auch Hoffnung auf neues Leben.
Sehr lesenswert!
Ein unglaublich berührendes Buch
Monika Schulte aus Hagen am 06.02.2017
Bewertungsnummer: 997092
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die 11-jährige Ausnahmegeigerin Judith liebt die Musik von Itzhak Perlman. Als sie auf YouTube nach Stücken von ihm sucht, findet sie die Titelmelodie zum Stück Schindlers Liste. Obwohl noch so jung, interessiert sich Judith für den Holocaust. Sie möchte diese Melodie spielen, kann dies aber nur, wenn sie mehr über die Geschichte, über das Geschehen weiß. Ihre Eltern, selbst Musiker, halten sie für zu jung, doch Judith lässt nicht locker. Schließlich kommt es zu einer Begegnung zwischen Judith und Herrn Emge. Michael Emge, der einst selbst Violine spielte und als Kind ins KZ kam. Michael Emge, dessen sämtliche Familienangehörige, bis auf einen Onkel, von den Nazis vernichtet wurden. Michael Emge, der nur überlebt hat, weil er auf Schindlers Liste stand. Es ist eine Begegnung zweier Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch haben sie etwas gemeinsam, die Liebe zur Musik.
Spiel mir das Lied vom Leben Judith und der Junge von Schindlers Liste - es ist ein verstörendes Buch, das mich berührt, das mich nachdenklich macht. Erschüttert bin ich über das, was Michael Emge erleben musste. Erst zögernd, fängt er langsam und immer intensiver an zu erzählen. Als Leser ist es unvorstellbar, dass man diese Gräueltaten überleben konnte.
Ich bin aber nicht nur erschüttert über das, was er im Ghetto und im KZ über sich ergehen lassen musste. Ich bin sprachlos über das, was dieser Mann nach der Befreiung, nach dem Krieg erleben musste. Keine Hilfe, keine Unterstützung. Er zieht in seine ehemalige polnische Heimat, doch hier muss er mit Anfeindungen leben. Er zieht nach Israel, doch auch hier kann er nicht leben. Immer wieder die Fragen, was er getan hat, um zu überleben, wieviel Menschen er verraten hat, um selbst nicht sterben zu müssen. Michael Emge muss nicht nur mit seinen grauenvollen Erinnerungen zurechtkommen, er muss auch an die Anschuldigungen, die Vorwürfe ertragen.
Michael Emge erscheint nicht unter seinem richtigen Namen. Auch heute noch ist er Anfeindungen ausgesetzt. Er lebt in Deutschland und schließlich trifft er die junge Geigerin Judith.
Spiel mir das Lied vom Leben - eine wahre Geschichte, die einen unendlich traurig zurücklässt und die einem doch so etwas wie Hoffnung gibt, weil es Menschen wie Judith gibt. Ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte!
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