"It's hard to imagine any American reading this book and not seeing his country in a new, and deeply troubling, light." -The New York Times Book Review The world's foremost critic of U.S. foreign policy exposes the hollow promises of democracy in American actions abroad-and at home.
The United States has repeatedly asserted its right to intervene militarily against "failed states" around the globe. In this much-anticipated follow-up to his international bestseller Hegemony or Survival, Noam Chomsky turns the tables, showing how the United States itself shares features with other failed states-suffering from a severe "democratic deficit," eschewing domestic and international law, and adopting policies that increasingly endanger its own citizens and the world. Exploring the developments in U.S. foreign and domestic policy, Chomsky reveals Washington's plans to further militarize the planet, greatly increasing the risks of nuclear war. He also assesses the dangerous consequences of the occupation of Iraq; documents Washington's self-exemption from international norms, including the Geneva conventions and the Kyoto Protocol; and examines how the U.S. electoral system is designed to eliminate genuine political alternatives, impeding any meaningful democracy.
Forceful, lucid, and meticulously documented, Failed States offers a comprehensive analysis of a global superpower that has long claimed the right to reshape other nations while its own democratic institutions are in severe crisis. Systematically dismantling the United States' pretense of being the world's arbiter of democracy, Failed States is Chomsky's most focused-and urgent-critique to date.
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Die USA als gescheiterter Staat
Mario Pf. aus Oberösterreich am 18.01.2021
Bewertungsnummer: 584407
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Failed States" versteht sich als Gesamtkritik an den USA, ihrer Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik, weshalb dieses Buch sich auch nicht scheut in der Geschichte weiter zurückzugehen, als nur bis zum Jahr 2001. So verweist er im Zusammenhang mit dem "Star Wars"-Programm der US-Regierung (das neben Raketenabwehr auch orbitale Angriffswaffen umfasst, mit denen innerhalb von 30 Minuten weltweit jedes beliebige menschliche Ziel ausradiert werden könnte) auf die lange Geschichte der Weltall-gestützen Kriegsführung seit Reagan und die besorgniserregenden Entwicklungen unter Bill Clinton. Kritik gilt also nicht rein der Bush-Administration, sondern bricht ein Tabu, durch das sich die Ablehnung des Kritikers Noam Chomsky gut verstehen lässt, verzichtet er doch auf eine retrospektive Idealisierung vergangener US-Regierungen. Chomsky spricht dabei betont nie von Amerika, sondern von der Regierung und dem System, welches den Willen des Volkes, durch den es im Grunde legitimiert wird, nur zu häufig ignoriert.
Um Frieden und Wohlstand des eigenen Landes zu sichern wagt die USA ein gefährliches Spiel, das sie als Verbündete jener Regime auftreten lässt, die von ihr einst als Achse des Bösen bezeichnet wurden. Die Bereitschaft feindlichen Ländern mit einem atomaren Angriff zu drohen und neue Nuklearwaffen zu entwickeln verschärft die Lage umso mehr, weshalb betroffene Länder fast gezwungen sind sich atomare Waffen anzueignen, um einer US-Invasion entgehen zu können. Dabei erweist sich die US-Politik oft genug als kontraproduktiv, während sie sich das Anti-Terror-Know-how von repressiven Regimen zu Nutze machen, machen sie sich damit selbst zum Ziel und wie das Beispiel Irak beweist, waren auch die Versuche Massenvernichtungswaffen dort sicherzustellen, nur eine typische Lüge, um andere Interessen durchzusetzen. Labore und Fabriken, die für Waffenherstellung gerüstet waren, ließen die US-Besatzer einfach plündern, mit Folgen die sich noch zeigen werden.
Selbst Menschenrechtsverletzungen und Expansionsdrang finden in der US-Geschichte große Vorbilder, wie den Indianerkriegen, die als großangelegter Völkermord von der damaligen Weltöffentlichkeit, sofern man von einer solchen überhaupt sprechen konnte, bedenkenlos hingenommen wurde und das in der damals mustergültigen Demokratie. Der Stolz so manches amerikanischen Repräsentanten auf die glorreiche Landesgeschichte mag zu Verblendung geführt haben, die an die Worte des britischen Bestsellerautors Robert Harris erinnert, der schon einmal auf die Ähnlichkeiten der USA zum antiken Rom hinwies.
Der Umfang dieses Buches ist überragend und selbst wenn sich Noam Chomskys Kritik als Schwarz-Weiß-Sicht banalisieren lässt, ist sie doch grundsätzlich den Tatsachen entsprechend. Allerdings macht er auch kleinere Fehler, wenn er die vier 2004 in Falludscha ermordeten Söldner der Firma Blackwater als Aufbauhelfer bezeichnet und im Falle des ehemaligen britischen Botschafters Craig Murray diskreditierende Angaben unter den Tisch fallen lässt. Noam Chomsky punktet eindeutig mit seiner breiten Sachkenntnis und geschichtlichen Wissen, sodass "Failed States" sich in jeder Hinsicht als Generalabrechnung mit den USA als politisches System bezeichnen darf.
Fazit:
Nach der Lektüre dieses Werks wird es dem Leser umso klarer, wie sich die Probleme der USA in ihrer Gesamtheit erfassen lassen und woraus sie entstanden sind. Noam Chomskys Kritik ist verständlich, fundiert, logisch und enthüllt fast beiläufig aber schonungslos die Schattenseiten des US-Systems.
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