Noch einmal blickt der große Chronist und Erzähler Ivan Ivanji zurück auf sein Leben, das ihm als Mosaikwand erscheint, von der sich einzelne Steine bereits gelöst haben. Er lässt den Blick streifen, verweilt an besonders farbigen Stellen und hält dort inne, wo Steine und zuverlässige Antworten fehlen. Hat ihn sein eigener Onkel verraten und an die Nazis ausgeliefert? Ivan Ivanjis Kindheit endet gewaltsam mit dem Einzug des nationalsozialistischen Terrors in seine Familie, als er selbst in ein Konzentrationslager deportiert und seine Eltern ermordet werden. Bilder des Grauens tauchen auf, aber ebenso solche aus glücklichen Zeiten. Ivan Ivanji, der nach dem Krieg im aufblühenden Jugoslawien als Lehrer, Theaterintendant und Dolmetscher für Tito, als Diplomat und Schriftsteller lebte, verwebt die Begegnung mit seinem verstorbenen Vater mit Erinnertem und komponiert so einen großen zeitgeschichtlichen Roman. Ivanji ist stets ein Fragender und Zweifelnder geblieben. Gekonnt zieht er den Leser in sein Spiel mit ungelebten Möglichkeiten, mischt Fantasien mit Fakten und hinterfragt kritisch die Verlässlichkeit der eigenen Erinnerung.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
03.03.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wahr, oder nicht wahr?
Ja, es ist eine Biografie, die da am Tisch liegt. Die Geschichte eines Menschen dessen Schicks eigentlich für das von zwanzig oder mehr reicht. Ivnji überlebt das KZ, wohin er durch den Verrat seines Onkels kam. Er erlebte den NS-Terror gegen seine Familie, wird nach dem Krieg Dolmetscher für Tito, Theaterintendant Diplomat und Schriftsteller. Genau das alles verwebt er gekonnt mit seiner Fantasie, welche er mit Fakten versieht. Ein Faszinosum.
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