Rezension
»Es ist dieses ursprüngliche, noch im hohen Alter geradezu existenzielle Staunen angesichts des vielfältigen Reichtums der Welt, das Berger in
Vom Wunder des Sehens
für sich reklamiert, und seine Beobachtungen sind nicht zuletzt deshalb lesenswert, weil er auch die Erkrankung als Faszinosum begreift. Er nimmt die Katarakt zum Anlass einer locker skizzierten ›Metaphysik des Lichts‹, in der sich das Licht nicht nur als das erweist, was ›Leben und alles Sichtbare möglich macht‹, sondern als ›immerwährender Anfang‹, der den Dingen ›Erstmaligkeit und Frische‹ verleiht und schliesslich auch auf den Mittachtziger eine belebende oder gar verjüngende Kraft ausübt.«
("Neue Zürcher Zeitung")
»John Berger zeigt, wie sehr die Welt, in der wir leben, abhängig ist von der Welt, die wir wahrnehmen. Seine zwei Zeichnungen können einem die Angst nehmen, die ja meist nichts anderes ist als ein grauer Star, der sich zwischen uns und die Welt schiebt und eine Wahrnehmungstrübung bewirkt. Man kann ihn operieren. Vielleicht wird man uns einmal auch die Angst nehmen können.« ("Berliner Zeitung")
»John Berger zeigt in dieser bezaubernden kleinen Meditation über die (von Chirurgen ermöglichte) Erleuchtung einen anderen Weg auf, über eine alltägliche Beschwerde des Alters, den grauen Star, nachzudenken. Das Büchlein wird seinen Reiz auf Denker und Künstler ausüben – und auf jeden, der sich für das
Wunder des Sehens
interessiert.«
("Library Journal")
»Das Büchlein beginnt, nachdem der graue Star des linken Auges operiert wurde. Es endet, als Berger, nachdem auch der des rechten Auges entfernt wurde, wieder sehen kann: ›Die vertraute Vielfalt der Welt ist wiedergefunden. Es ist wie ein Wunder. Und beide Augen, vor denen der Schleier gefallen ist, registrieren Staunen, wieder und wieder.‹ Das ist der letzte Eintrag. Davor zeigt Berger uns, wie sehr die Welt, in der wir leben, abhängt von der Welt, die wir wahrnehmen.« ("Frankfurter Rundschau")
»Bei keinem anderen Autor der Gegenwart verbinden sich Sehen und Denken auf so entspannte Weise wie in John Bergers Werk. Was aber, wenn diesem Autor der Verlust des Augenlichtes droht und er über diese entsetzliche Lebensphase ein Buch schreibt? Ein Buch über das Sehen und die ärztliche Heilkunst. Eine Feier des Lebenslichtes. Es ist ein Buch, das in die Zukunft weist, gemacht auch für Kinder, für die Wunder und Staunen noch eins sind.« ("Buchhandlung Jos Fritz")
»Nicht zufällig ist dieses schöne Buch blau, denn getrübte Augenlinsen wehren gerade blau und violett mit ihrem hohen kurzwelligen Lichtanteil ab und verdüstern die Welt. Berger lässt uns teilhaben am Glück des Sehens, an seiner Wiederentdeckung, und er beschreibt die Entfernung des Grauschleiers treffend und schön als ›Entfernung einer besonderen Form des Vergessens‹.