Saisonkraft bei Amazon. Ausgerechnet. Für die Autorin und Übersetzerin in Geldnot ist es ein Moment der Misere, für alle anderen ein literarischer Glücksfall. Denn was in den Wochen vor Weihnachten entsteht, ist vieles zugleich: Ein Erfahrungsbericht, der ebenso persönlich wie politisch ist. Kritik an den Verhältnissen mit den Mitteln der Selbstironie. Der Blick in eine Halle, die von der Außenwelt abgeschottet ist und gerade deshalb viel über sie verrät. In „Saisonarbeit“ geht es um Empfindlichkeit und das Politische des Empfindlichen. Es geht um die Arbeit bei Amazon und darum, dass „mit dieser Arbeit und vielen Sorten Arbeit grundsätzlich etwas faul ist“. Nicht zuletzt auch um Bücher und was sie uns bedeuten können. Heike Geißler, 1977 in Riesa geboren, ist Autorin, Übersetzerin und Mitherausgeberin der Heftreihe „Lücken kann man lesen“. Bisher erschienen: Der Roman „Rosa“ (DVA, 2002), die Erzählung „Nichts, was tragisch wäre“ (ebd., 2007) sowie das Kinderbuch „Emma und Pferd Beere“ (Lubok, 2009). Sie lebt in Leipzig.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
S.J.
5/5
26.10.2025
Buch (Paperback)
Auf den Punkt
Da ich in einem Unternehmen mit ähnlich ausbeuterischen Strukturen arbeite kann ich die Erfahrungen, die die Autorin gemacht hat,nur bestätigen An einigen Stellen musste ich laut auflachen,weil die dargestellten Hierarchien genau so auch in anderen Unternehmen funktionieren.
Sehr lohnenswerte Lektüre,auch für Amazon Besteller zu empfehlen.
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
5/5
02.12.2014
Buch (Paperback)
Überall ist Amazon
"Saisonarbeit", das Wort impliziert bereits, dass da, wenn eine solche gefragt ist, ein Mehraufwand an Arbeit gegeben ist. Beispielsweise zu Weihnachten , beispielsweise bei Amazon. Da kommt man als Mensch zur Arbeit, wird als menschlicher Roboter instrumentalisiert, und verlässt, wenn man sich sein Gemüt bewahrt hat, ohne bleibenden Schäden die Halle, welche wuchtig und fensterlos in der Landschaft steht. Es sind schon unzählige Berichte über den Internetgiganten und seine Arbeitsbedingungen geschrieben und gesendet worden, aber diese Form der literarischen Aufarbeitung gab es bis dato noch nicht. Sehr empfehlenswert.
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