Produktbild: Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet

Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

14.08.2014

Verlag

Campus eBooks

Seitenzahl

211 (Printausgabe)

Dateigröße

7863 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783593424910

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ePUB

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

14.08.2014

Verlag

Campus eBooks

Seitenzahl

211 (Printausgabe)

Dateigröße

7863 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783593424910

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"Polen sind fleißiger als Deutsche" (Joachim Gauck)

Dr_ M aus Sachsen am 16.08.2018

Bewertungsnummer: 1126045

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wenn "Studien" oder "Untersuchungen" etwas als "wissenschaftlich bewiesen" feiern, dann gilt das als eine Art göttliches Zertifikat. Vor allem dann, wenn in diesen Arbeiten auch noch reichlich Zahlenmaterial und Statistiken enthalten sind. Man wird von vielen Zeitgenossen milde belächelt, wenn man solche Behauptungen dennoch gelegentlich anzweifelt. Die drei Autoren dieses Buches kennen solche Situationen aus eigenem Erleben. Sie zeigen deshalb in ihrem Text, welche Möglichkeiten existieren, um aus vorhandenen Datensätzen zu völlig falschen Schlüssen zu kommen. Es geht dabei nicht vordergründig um Fälschungen, sondern um gravierende Missverständnisse oder absichtsvolle Umdeutungen bei der statistischen Auswertung solcher Daten. Vor allem Mediziner, Sozial- und Geisteswissenschaftler, Juristen, aber selbst Naturwissenschaftler sind oft mangels einer entsprechenden Ausbildung oder fehlender Fähigkeiten im logischen Denken nicht vor ihnen offenbar überhaupt nicht bewussten Fallen bei statistischen Auswertungen eines vorliegenden Datenmaterials sicher. Abgesehen davon existieren aber häufig genug auch suggestive Fehldeutungen solcher Auswertungen, die Anwender oder Kunden zu falschen Schlüssen verleiten sollen. Besonders beliebt sind dabei das Hervorheben großer relativer Zuwächse und das gleichzeitige Verschweigen der unbedeutend kleinen absoluten Zahlen in solchen Zusammenhängen oder auch das bewusste Identifizieren von Korrelation und Kausalität. Die Autoren bringen in ihrem Buch dafür zahlreiche Beispiele. Geradezu ein Klassiker beim Aufbauschen relativer Veränderungen, die absolut gesehen nahezu oder völlig bedeutungslos sind, ist die Werbung für die Mammografie, die darüber hinaus auch noch als Krebsvorbeugung dargestellt wird. Diese Art der Brustkrebsfrüherkennung verfügt wegen der hohen Zahl untersuchter Frauen über ein ausgezeichnetes Datenmaterial, aus dem eindeutig hervorgeht, dass die Mammografie keine Auswirkungen auf die Sterberate hat, jedoch zu zahlreichen Fehldiagnosen führt, die für die Betroffenen zu einem enormen Leidensdruck führen. Dennoch wird die Lage - wie im Buch detailliert beschrieben - völlig anders dargestellt. Neben einer inkompetenten statistischen Auswertung vorhandener Daten zeigen die Autoren noch einen zweiten grundsätzlichen Fehler, den sie immer wieder an Beispielen festmachen, nämlich die völlige oder teilweise Ausblendung von Einflussgrößen auf den Datensatz. Der Klassiker dort ist das medial gut ausschlachtbare scheinbar vermehrte Auftreten gewisser Krankheiten oder Defizite in der Nähe von Kernkraftwerken. Die Autoren machen das Weglassen von anderen Einflussgrößen zum Beispiel an vordergründig alarmierenden Untersuchungen über die Leukämie-Rate in der Nähe von KKWs deutlich. Besonders beliebt sind Statistiken offenbar bei Politikern. Wie man Zahlen zu Propagandazwecken umdeuten kann, machen die Autoren an verschiedenen Quoten deutlich, die jedes Jahr einen gespielten Aufschrei der Empörung in den Medien oder bei Politikern hervorrufen. Durch unsinnige und wissenschaftlich nicht haltbare Definitionen oder unsachgemäße Vergleiche glänzen beispielsweise stets der "Armutsbericht" oder der "Equal-pay-day". In beiden Fällen geben die entsprechenden Datensätze - wie die Autoren erklären - keineswegs das her, was aus ihnen gemacht wird. Man kann aber auch ganz billig zu gewünschten statistischen Aussagen gelangen, beispielsweise indem man einfach Teile der Grundgesamtheit bewusst nicht beachtet. So kam zum Beispiel die falsche Aussage aus der Überschrift zustande. Wenn man nicht über eine notorische Abneigung gegen Mathematik oder Zahlen verfügt, liest sich das Buch sehr gut. Allerdings enthält es auch Stellen, die bei allen großartigen didaktischen Fähigkeiten der Autoren dennoch etwas schwierig für Laien bleiben, etwa die Ausführungen zu Signifikanztests oder bedingten Wahrscheinlichkeiten. Dessen ungeachtet ist dieses Buch für alle, die bisher dem Prädikat "statistisch bewiesen" bedingungslos geglaubt haben, ein wahrer Augenöffner. Leider ist die Ausbildung zum statistischen Denken kein Ruhmesblatt in Deutschland. Es bleibt zu hoffen, dass dieses populärwissenschaftliche Sachbuch wenigstens einen gewissen Beitrag zur Sensibilisierung für dieses Thema leistet.

"Polen sind fleißiger als Deutsche" (Joachim Gauck)

Dr_ M aus Sachsen am 16.08.2018
Bewertungsnummer: 1126045
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wenn "Studien" oder "Untersuchungen" etwas als "wissenschaftlich bewiesen" feiern, dann gilt das als eine Art göttliches Zertifikat. Vor allem dann, wenn in diesen Arbeiten auch noch reichlich Zahlenmaterial und Statistiken enthalten sind. Man wird von vielen Zeitgenossen milde belächelt, wenn man solche Behauptungen dennoch gelegentlich anzweifelt. Die drei Autoren dieses Buches kennen solche Situationen aus eigenem Erleben. Sie zeigen deshalb in ihrem Text, welche Möglichkeiten existieren, um aus vorhandenen Datensätzen zu völlig falschen Schlüssen zu kommen. Es geht dabei nicht vordergründig um Fälschungen, sondern um gravierende Missverständnisse oder absichtsvolle Umdeutungen bei der statistischen Auswertung solcher Daten. Vor allem Mediziner, Sozial- und Geisteswissenschaftler, Juristen, aber selbst Naturwissenschaftler sind oft mangels einer entsprechenden Ausbildung oder fehlender Fähigkeiten im logischen Denken nicht vor ihnen offenbar überhaupt nicht bewussten Fallen bei statistischen Auswertungen eines vorliegenden Datenmaterials sicher. Abgesehen davon existieren aber häufig genug auch suggestive Fehldeutungen solcher Auswertungen, die Anwender oder Kunden zu falschen Schlüssen verleiten sollen. Besonders beliebt sind dabei das Hervorheben großer relativer Zuwächse und das gleichzeitige Verschweigen der unbedeutend kleinen absoluten Zahlen in solchen Zusammenhängen oder auch das bewusste Identifizieren von Korrelation und Kausalität. Die Autoren bringen in ihrem Buch dafür zahlreiche Beispiele. Geradezu ein Klassiker beim Aufbauschen relativer Veränderungen, die absolut gesehen nahezu oder völlig bedeutungslos sind, ist die Werbung für die Mammografie, die darüber hinaus auch noch als Krebsvorbeugung dargestellt wird. Diese Art der Brustkrebsfrüherkennung verfügt wegen der hohen Zahl untersuchter Frauen über ein ausgezeichnetes Datenmaterial, aus dem eindeutig hervorgeht, dass die Mammografie keine Auswirkungen auf die Sterberate hat, jedoch zu zahlreichen Fehldiagnosen führt, die für die Betroffenen zu einem enormen Leidensdruck führen. Dennoch wird die Lage - wie im Buch detailliert beschrieben - völlig anders dargestellt. Neben einer inkompetenten statistischen Auswertung vorhandener Daten zeigen die Autoren noch einen zweiten grundsätzlichen Fehler, den sie immer wieder an Beispielen festmachen, nämlich die völlige oder teilweise Ausblendung von Einflussgrößen auf den Datensatz. Der Klassiker dort ist das medial gut ausschlachtbare scheinbar vermehrte Auftreten gewisser Krankheiten oder Defizite in der Nähe von Kernkraftwerken. Die Autoren machen das Weglassen von anderen Einflussgrößen zum Beispiel an vordergründig alarmierenden Untersuchungen über die Leukämie-Rate in der Nähe von KKWs deutlich. Besonders beliebt sind Statistiken offenbar bei Politikern. Wie man Zahlen zu Propagandazwecken umdeuten kann, machen die Autoren an verschiedenen Quoten deutlich, die jedes Jahr einen gespielten Aufschrei der Empörung in den Medien oder bei Politikern hervorrufen. Durch unsinnige und wissenschaftlich nicht haltbare Definitionen oder unsachgemäße Vergleiche glänzen beispielsweise stets der "Armutsbericht" oder der "Equal-pay-day". In beiden Fällen geben die entsprechenden Datensätze - wie die Autoren erklären - keineswegs das her, was aus ihnen gemacht wird. Man kann aber auch ganz billig zu gewünschten statistischen Aussagen gelangen, beispielsweise indem man einfach Teile der Grundgesamtheit bewusst nicht beachtet. So kam zum Beispiel die falsche Aussage aus der Überschrift zustande. Wenn man nicht über eine notorische Abneigung gegen Mathematik oder Zahlen verfügt, liest sich das Buch sehr gut. Allerdings enthält es auch Stellen, die bei allen großartigen didaktischen Fähigkeiten der Autoren dennoch etwas schwierig für Laien bleiben, etwa die Ausführungen zu Signifikanztests oder bedingten Wahrscheinlichkeiten. Dessen ungeachtet ist dieses Buch für alle, die bisher dem Prädikat "statistisch bewiesen" bedingungslos geglaubt haben, ein wahrer Augenöffner. Leider ist die Ausbildung zum statistischen Denken kein Ruhmesblatt in Deutschland. Es bleibt zu hoffen, dass dieses populärwissenschaftliche Sachbuch wenigstens einen gewissen Beitrag zur Sensibilisierung für dieses Thema leistet.

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Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet

von Thomas Bauer, Gerd Gigerenzer, Walter Krämer

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  • Produktbild: Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet
  • Inhalt
    Vorwort7
    RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN
    1.Risiko ist nicht gleich Risiko14
    2.Wer versteht Prozente?25
    3.Vorsicht: Im Oktober ist Brustkrebsmonat!33
    4.Die Null-Risiko-Illusion45
    DATA MINING UND SELEKTION
    5.Gewalt gegen Frauen60
    6.Der Meisterschützeneffekt69
    7.Die verlorenen Mädchen von Gorleben80
    8.Polen sind fleißiger als Deutsche91
    QUOTEN UND RANKINGS
    9.Arbeitslosenquoten leicht gemacht98
    10.Die Hauptstadt der Kriminalität: der Vatikan110
    11.Ist Deutschland auf dem Weg ins Armenhaus?123
    EINFACHE UND BEDINGTE WAHRSCHEINLICHKEITEN
    12.Je älter, desto glücklicher?144
    13.Ungleicher Lohn für ungleiche Arbeit160
    KORRELATION UND KAUSALITÄT
    14.Genmais tötet und Schokolade macht dünn170
    15.Der Mythos von der Krebsgefahr181
    16.Dick macht doof187
    Epilog198
    Endnoten202
    Glossar206
    Register209