Hemingways berühmtester Roman in neuer Übersetzung Hemingways frühester Roman aus dem Jahre 1926 liegt hier in neuer Übersetzung vor. Er ist der «Verlorenen Generation» des Ersten Weltkriegs gewidmet. Die Figuren leben, körperlich und seelisch gezeichnet, aber mit fatalistischer Sorglosigkeit als Außenseiter des bürgerlichen Lebens unter der heißen Sonne Frankreichs und Spaniens, zwischen Stierkampf und durchzechten Nächten. Hemingway selbst beschrieb seinen Roman als «eine verdammt traurige Geschichte, in der aufgezeigt wird, wie Menschen zugrunde gehen». So etwa Lady Brett Ashley, die Männer in Serie unglücklich macht: ihren Vertrauten, den Ich-Erzähler Jack Barnes, einen typischen Hemingway-Helden, beherrscht und zurückhaltend; den aus einer wohlhabenden Familie stammenden Amateurboxer Robert Cohn, der, von Brett mal nah, mal fern gehalten, zwischen Unsicherheit und Aggression schwankt; und schließlich Pedro Romero, den Stierkämpfer, stolz, ausdauernd, mutig und voller Würde, aber Lady Ashley gegenüber machtlos. «Fiesta» ist ein großes Epochenporträt, ein Generationenroman mit kraftvollen Zeichnungen von Menschen, Land und Leuten. Das Buch begründete Hemingways Weltruhm. «Eine fesselnde, wunderschön absurde, herzzerreißende Erzählung.» (The New York Times)
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
Bewertung
5/5
13.09.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das sollten Sie lesen. Es ist nicht neu, aber klasse.
Fiesta ist das Romandebüt von Ernest Hemingway 1926. Es geht um die " Lost Generation", die vom 1.Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Welt hat sich durch den Krieg völlig verändert.Seine Liebe erklärt Hemingway besonders den Spaniern, Spanien und dem Stierkampf. Es ist auch ein Reisebericht, die Protagonisten reisen nach Okzitanien, Pamplona, ins Baskenland und nach Madrid.
Annika Magdalena
aus Wien
5/5
17.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Amerikanisch, fesselnd und brilliant.
Der Klassiker von DEM amerikanischen Autor des 20. Jahrhunderts. Uramerikanisch, brilliant und packend erzählt verwebt Hemingway die Schicksale der verschiedensten Männer durch die Versuchungen einer einzigen Frau.
Bewertung
2/5
29.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Hoch die Tassen"
GELESEN: Ernest Hemingway „Fiesta“
Erstmals erschienen 1926
5. Auflage 2003
Einzig autorisierte Übertragung von Annemarie Horschitz-Horst
282 Seiten
Ernest Hemingway (* 21.07.1899 † 02.07.1961) ist ein Name, den wohl fast ein jeder kennt. Bekannt dürfte auch sein, dass er für die Novelle „Der alte Mann und das Meer“ 1954 den Pulitzer-Preis sowie den Nobelpreis für Literatur erhielt. Ich begann mich für ihn zu interessieren, als ich 2019 von Hans-Josef Ortheil „Der von den Löwen träumte“ las, Anfang 2023 von Veneda Mühlenbrink „Odéonia Paris“ und von Veronika Peters „Das Herz von Paris, welche den wunderbaren Buchladen der Silvie Beach mit all ihren Freunden und Kunden beschreibt. Auch der junge Hemingway ging bei ihr ein und aus.
Insgesamt hat E. H. acht Romane geschrieben, wobei „Der alte Mann und das Meer“ eine Novelle ist, die im Jahr 1952 erschien. „Fiesta“ erschien 1926, „In einem anderen Land“ 1929, „Haben und Nichthaben“ 1937, „Wem die Stunde schlägt“ 1940, „Über den Fluss und in die Wälder“ 1950.
Im Jahr 1970 erschien posthum „Inseln im Strom“ und ebenfalls posthum 1986 „Der Garten Eden“.
Zwischendurch schrieb er Kurzgeschichten, Berichte, Essays und Reportagen.
Unsere Lesefreundin Germana Rzepa hat mir zum Einstieg „Fiesta“ empfohlen. Das habe ich beherzigt.
Der Roman ist in drei Bücher unterteilt, wobei das dritte Buch aus nur einem Kapitel besteht. Buch 1 beinhaltet 7, das zweite Buch 11 Kapitel.
Es hat lange gedauert, bis ich ein wenig Zugang zu diesem Roman erhielt, der eigentlich keine wirkliche Handlung hat. Der Protagonist Jake Barnes, der wohl das Leben des Autors führt, ist wie alle anderen Figuren unstet in Paris unterwegs. Man macht die Nacht zum Tag und zieht von Bar zu Bar. Es wird getanzt und über alle Maßen getrunken. Zwischendurch wird tatsächlich gegessen und auch geschlafen. Mit ihm zieht Robert Cohn umher, ein jüdischer Autor, der versucht, sein zweites Buch fertigzustellen, was schwer gelingt, da dieser ständig von Frances Clyne gestört wird, die darauf wartet, endlich von Robert geheiratet zu werden. Mit diesem Anliegen belästigt sie fortwährend auch Jack, der zu Robert hält und nicht verrät, dass dieser auch mit Brett zusammen war und diese nach wie vor krankhaft liebt.
Zu dieser Runde gehören Harvey Stone, Bill Gorten und die zweite Hauptperson dieser Geschichte, die immer alkoholisierte Lady Brett Ashley, die durch eine Ehe zu diesem Adelstitel kam.
Brett, einst Krankenschwester und ehemalige Geliebte Barnes, ist eine total nervige, geschwätzige Person, die zu jeder Tages- und Nachtzeit auftaucht und es sogar mit ein paar Geldscheinen schafft, an der gestrengen Concierge vorbeizukommen. Im Schlepptau hat sie immer irgendwelche Männer aus verschiedenen Standesschichten. Wichtig sind für sie Alkohol und Geld. Selbst hat sie eigentlich nichts zu bieten. All diese jungen amerikanischen Emigranten versuchen auf diese Weise das Leben zu feiern und vielleicht auch zu vergessen, was hinter ihnen liegt.
Im 2. Teil geht es mit Bill Gorten nach Spanien. Damit nimmt für mich die Geschichte Fahrt auf, denn hier wird zwar auch bei jeder Gelegenheit zur Flasche gegriffen, aber wir bekommen einen Eindruck der Landschaft. Es ist schrecklich heiß, und in den Bergen bitter kalt. Jake und Bill haben ihr Angel-Equipment dabei und hoffen auf guten Fang von schönen Forellen. Ihr Quartier ist teuer und sehr bescheiden, dafür erhalten sie den Wein kostenlos.
Bevor die eigentliche „Fiesta“ in Pamplona beginnt, ist die ganze Gruppe wieder beisammen. Brett und Michael sowie Robert Cohn sind inzwischen auch angekommen. Alle zusammen schauen sich an, wie die Stiere aus ihren Käfigen befreit werden und auf die Ochsen losgehen sollen. Aber nur ein Stier spießt einen Ochsen mit seinen Hörnern auf. Die anderen Stiere und Ochsen gesellen sich zu einer Gruppe zusammen. An jedem Tag rennen die Stiere jetzt durch die Gassen. Menschen werden zuhauf verletzt, einer stirbt, und alles ist irgendwie ganz normal. Beim Stierkampf empfiehlt Jake Brett, doch bei den schrecklichen Szenen wegzuschauen, aber gerade diese gefallen ihr, oder sie bekommt alles gar nicht wirklich mit, da sie ständig im Rausch ist. Ein zweiter Rausch kommt nun bei ihr noch dazu. Der gerade 19 Jahre alte Stierkämpfer Pedro Romero hat es Brett angetan. Drei Männer begehren diese Frau ohnehin. Jake, der seine Gefühle stets unter Kontrolle hat. Robert Cohn, der sie wie besessen verfolgt und erzwingen möchte, dass sie ihn wiederliebt, und der streitbare Michael (Mike), mit dem sie momentan zusammen ist. Inzwischen trinken alle aus Lederbeuteln, die sie sich umhängen, was den Vorteil hat, dass man, wann immer man möchte, den „Stoff“ zur Hand hat.
3. Teil
Die „Fiesta“ ist zu Ende, und die Gruppe verstreut sich vorab in alle Winde. Brett steigt mit dem Stierkämpfer in einen Zug mit Ziel Madrid. Jake, Bill und Mike fahren in einem Auto nach Frankreich. Überall, wo sie unterwegs einkehren, wird wieder maßlos getrunken. Als Nächster setzt sich Mike ab, der in einem noblen Hotel Quartier nimmt, obwohl er pleite ist. Bill fährt später auch mit dem Zug weiter und Jake alleine mit dem Wagen. Auch er findet ein exquisites Hotel. Dort will er ein wenig zur Besinnung kommen. Bei auserlesenen Speisen und natürlich mehreren Flaschen Wein. Kurze Zeit später bricht er erneut auf und kehrt zurück nach Spanien. Brett telegraphiert ihm verzweifelt.
Diese Menschen konnten alleine eigentlich gar nichts unternehmen. Die Gruppe gab ihnen Halt, aber auch ständig Anstoß zu Reibereien. Für mich als Leser ein absolut unbefriedigendes Leben. Wenn E. H., der in der Rolle des Jake Barnes auftritt, nur annähernd so gelebt hat, was ich demnächst in einer Biographie von Kenneth S. Lynn erfahren möchte, dann ist es wundersam, was er geschaffen hat.
Abschließend weiß ich nicht, ob ich diesen ersten Roman des Nobelpreisträgers empfehlen kann oder will. Jedenfalls möchte ich wissen, wie sich sein Stil über die Jahre hinweg entwickelt hat. Deshalb werde ich demnächst neben der Biographie auch noch sein angeblich bestes Werk „Der alte Mann und das Meer“ lesen.
Bories vom Berg
aus München
2/5
29.08.2014
Buch (Taschenbuch)
Wär schön gewesen Um «Fiesta»…
Wär schön gewesen Um «Fiesta» von Ernest Hemingway habe ich jahrzehntelang einen großen Bogen gemacht, denn untrennbar mit diesem ersten, größeren Roman des späteren Nobelpreisträgers verband sich für mich Pamplona und der Stierkampf. Auf einer Andalusien-Reise vor zwei Jahren erzählte uns ein Reiseleiter während der Busfahrt gedankenverloren so detailliert von der Corrida de Toros, dass ein offensichtlich zartbesaiteter Mitreisender erregt eingeschritten ist und ihn ultimativ aufforderte, sofort diese blutrünstige Schilderung abzubrechen, - das war damals durchaus auch in meinem Sinne. Nach der Lektüre dieses Romans nun muss ich mein diesbezügliches Vorurteil revidieren, Hemingways Schilderung der Fiesta de San Fermin mit den dazugehörigen Stierkämpfen ist überhaupt nicht abstoßend, ja sie hat bei mir sogar ein gewisses Verständnis für die Euphorie der Spanier erzeugt. Insoweit gibt es also wirklich keinen Grund, dieses Buch nicht zu lesen, das vorab! Hemingway ist ja ein typischer Vertreter der «Lostgeneration», jener durch den Ersten Weltkrieg desillusionierte Gruppe junger Menschen, die in diesem Roman die Protagonisten stellen und deren Ziellosigkeit die eigentliche Thematik der Geschichte bildet. Ich-Erzähler Jake, ein amerikanischer Journalist in Paris, stellt uns zu Beginn Robert vor, ein ehemaliger Box-Champion in Princeton. «Glauben Sie nicht etwa, dass mir so ein Boxtitel imponiert» heißt es dann schon im zweiten Satz, der Autor spricht seinen Leser also direkt an, stellt mit ihm sofort eine gewisse Intimität her. Robert wurde Schriftsteller, und mit Bill gehört noch ein weiterer Schriftsteller zu dem Kreis um Jake. Sie beschließen, zur Fiesta nach Pamplona zu fahren und vorher noch eine Woche lang in den Pyrenäen Forellen zu angeln. Die 34jährige Lady Ashley, ehemalige Krankenschwester, von den Freunden Brett genannt, und Mike, den sie zu heiraten gedenkt, ein Bankrotteur, wie sich später herausstellt, wollen auch nach Pamplona kommen. Brett liebt zwar Jake, sie hatten sich einst im Lazarett kennengelernt, er aber ist durch seine Kriegsverletzung impotent geworden. Darin nun liegt die Tragik dieser lebensgierigen Frau, um die sich im Grunde alles dreht in diesem Roman, sie schätzt nun mal eine robuste Virilität bei ihren Männern. Der überwiegende Teil des kurzen Romans ist in Dialogform geschrieben, in der für Hemingway typischen, spartanisch knappen Sprache. «In diesem Buch wird viel getrunken. Erst in Paris: Absinth, Champagner, dann in Spanien der funkelnde Fundador. Und es wird auch viel geraucht ... ». Dieses Zitat stammt zwar aus dem Buch, ist aber nicht vom Autor, es ist eine durchaus stimmige, listig in mein historisches Buchexemplar von 1952 eingefügte Zigaretten-Werbung. Und in der Tat, gefühlt ein Drittel des Textes handelt vom Essen, Trinken - oft eher Saufen - und vom Rauchen, was neben Jagen, Fischen, dem Stierkampf und Frauen natürlich die Passionen Hemingways sind. Dass er seinen ihm, dem ausgewiesenen Macho, so ähnlichen Helden nun ausgerechnet impotent sein lässt, verleiht seiner Geschichte eine urkomische Tragik. Und so heißt es denn auch im Schlusssatz melancholisch: «Ach, Jake … wir hätten so glücklich sein können». Der erwidert: «Ja, … wär schön gewesen». Die Gespräche der Protagonisten sind fast durchweg Geschwafel ohne tieferen Sinn, lebensnah eben in ihrer Banalität. Literarisch erfreulicher fand ich den Ausflug zum Forellenangeln und die wirklich gelungene Beschreibung der Corrida. Die Personen aber bleiben allesamt blass und unkonturiert, ihre Beziehungen zueinander sind oberflächlich, selbst die des Liebespaares. Begeistern konnte mich das alles nicht!
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