Olli findet seinen Job in der Versicherung "zum Kotzen" - was er leider direkt auf dem Schreibtisch seines Chefs unter Beweis stellt. Kopflos flieht er aus dem Büro und wird dabei beinahe von Leokadia überfahren. Auch sie hat ihre Gründe eilig aus Frankfurt herauszukommen. Olli springt zu ihr ins Auto und ein irrsinniger Roadtrip Richtung Frankreich und Spanien beginnt, in dessen Verlauf der Tod immer öfter seine Hände nach ihnen ausstreckt. Und schon bald zählt auch der Polizist Jean-Loup zu ihren Verfolgern ...
Gibt es ein Entkommen in einer Welt, in der letztendlich nur auf den Tod und den Zufall Verlass ist?
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Roadtrip über Frankreich nach Spanien - mit Sätzen, die im Innersten berühren!
BuchWonne am 21.04.2022
Bewertungsnummer: 1699268
Bewertet: eBook (ePUB)
Bei den 232 Seiten dieses Buches war die Zeit zwischen meinen Atemzügen bisweilen etwas länger! Manchmal vor Lachen, manchmal vor Rührung und manchmal vor Fassungslosigkeit, denn es ist eigentlich unvorstellbar, wie unvermutet und auf wie viele unterschiedliche Arten der Tod in diesem Buch (das aber kein Krimi ist!) auftritt.
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Ziemlich oft...
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Wirklich oft!
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„Wie ein schwarzes Band zogen sie eine unheilvolle Spur von Toten hinter sich her.“ (S. 83)
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Und jedes Eingreifen schmerzt, denn Britta Röder charakterisiert die Menschen in wenigen Absätzen mit solch einem liebevollen, detailgenauen Blick, dass man meint, diese schon ein Leben lang zu kennen.
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Wundervoll ist, wie die Autorin die Übergänge von einem Abschnitt zum nächsten gestaltet hat – so etwas habe ich noch nie gelesen und jede einzelne Stelle hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
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Worum geht's?
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Olli hat genug von seinem öden Job bei der Versicherung, was er seinem Chef auch unmissverständlich klar macht, indem er ihm bei einem Gespräch auf den Schreibtisch kotzt... Bei seiner Flucht aus dem Büro trifft er zufällig auf Leokadia (naja, eigentlich trifft eher sie ihn), die ebenfalls gute Gründe hat, zu fliehen.
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Und so fahren sie einfach los in Richtung Süden - spontan, verrückt, abenteuerlustig. „Er fühlte sich so sehr am Anfang einer Sache wie schon seit langem nicht mehr.“ (S. 25)
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Und damit beginnt der Wahnsinn und mit ihm das Leben! Und der Tod...
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Auf ihrem Weg von Frankfurt über Frankreich nach Spanien geschehen Dinge, die sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätten.
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Und dann heftet sich auch noch der Polizist Jean-Loup an ihre Fersen, um die Todesfälle aufzuklären, weil scheinbar er der einzige ist, der den großen Zusammenhang sieht...
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Ich habe mir sehr viele Sätze herausgeschrieben, über den Tod, über das Leben, über das Zwischenmenschliche, weil sie mich im Innersten berühren. Britta formuliert Sätze, die ein Gefühl aufs Papier bringen, das bisher nur wortlos in mir zuhause war.
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Eine absolute Lesewonne!!
Lesehighlight
vielleser18 aus Hessen am 01.04.2022
Bewertungsnummer: 1687324
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Olli arbeitet in einem ungeliebten Beruf, der ihm auf den Magen schlägt. Als das "Faß" dann eines Tages buchstäblich überläuft und er seinem Chef auf den Schreibtisch kotzt, rennt er davon. Dabei trifft er zufällig auf Leokardia, die sich kurzentschlossen entschließt zu flüchten, davon zu rennen, weg von....ja, das ist anfangs noch das große Unbekannte.
Ein rasanter Roadtrip beginnt in Frankfurt und führt die beiden schnell nach Frankreich. Doch egal wo sie auftauchen, der Tod scheint sie zu begleiten und zu verfolgen. Überall wird gestorben, immer in unmittelbarer Nähe der beiden.
Britta Roeder ist mit ihrem zweiten Buch wieder einmal ein kleines Kunstwerk gelungen. Ein verrückter Roadtrip, bei dem der Tod ein ständiger Begleiter ist. Mit Sätzen, die so viel mehr aussagen können. Sätze, die die (Lebens-)Umstände, die Gedanken, die Gefühle, die Wahrheiten so gekonnt gut darstellen können, Sätze, die aber auch Lebensweisheiten ausdrücken, die zum Nachdenken anregen.
Sie wechselt in ihrer Erzählweise zwischen den Protagonisten Olli und Leokardia, aber auch der Polizist Jean Loup, der auf das Pärchen aufmerksam geworden ist und Ollis Kollege Jo Gabor, der sich auf den Weg macht um Olli zu finden und zu helfen, bekommen ihren Part in der Erzählung. Genauso, wie viele andere Menschen, die leider nicht überleben, von denen wir aber einen Teil ihres Lebens mitbekommen.
Besonders hervorheben möchte ich dabei die aussergewöhnlich gelungenen Wechsel zwischen den Abschnitten, bei dem die Autorin immer die letzten und ersten Sätze durch Details verknüpft !
"Zwischen den Atemzügen" ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Zeit zum Genießen, aber auch Zeit um zu begreifen. Zeit, zum Erschauern, zum Mitfiebern, manchmal auch zum Kopfschütteln. Viele Tote kreuzen den Weg der Protagonisten, viele Todesarten müssen gestorben werden.
Überall können wir Spuren unseres eigenen Lebens erkennen, Parallelen entdecken. Die Figuren sind aus dem Leben gegriffen. Lange hat mit kein Buch mehr so berührt, hat mich so mit der Nase auf so substantielle Dinge hingewiesen.
Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Über das Leben und über den Tod. Über das Vergangene, aber vor allem über das Hier und Jetzt. Über das was wichtig ist.
Der Roadtrip ist rasant, tiefsinnig, aber auch skurril und überspitzt.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung !
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