Julien Sorel ist ein Handwerkersohn ohne jedes praktische Geschick. Lieber liest er Bücher über Napoleon und träumt sich zurück in die Zeit der Französischen Revolution, als aus jedem Bauern ein Held werden konnte. Um seinen gesellschaftlichen Aufstieg zu forcieren beginnt er eine Priesterausbildung und schafft es schließlich bis zum Sekretär eines Pariser Diplomaten. Doch seine Liebschaft mit dessen schöner und begehrter Tochter Mathilde führt nicht zu der ersehnten Heirat, sondern endet in einer großen Katastrophe. 1830 erschienen, behandelt der Roman die Zeit der Restauration und der Machtkämpfe zwischen Bürgertum, Kirche und Adel. Ungekürzte Lesung mit Frank Arnold 2 mp3-CDs Laufzeit 1.307 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
3 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
To the happy few Der zweite…
Bories vom Berg aus München am 06.12.2015
Bewertungsnummer: 2708435
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
To the happy few Der zweite Roman von Henri Beyle, des unter dem Pseudonym Stendhal schreibenden französischen Schriftstellers, wird in Fachkreisen als sein Meisterwerk und als ein Klassiker der Weltliteratur angesehen. Der suggestive Titel «Rot und Schwarz» dieses 1830 erschienenen Prosawerkes, das zeitlich in einigen wenigen Jahren davor angesiedelt ist, spielt mutmaßlich auf die damalige politische Situation in Frankreich an, die Zeit nach Napoleon zwischen Restauration und Julirevolution, wird aber auch als Symbol für die Gegenpole Militär und Klerus gedeutet, bei denen sich der noch unentschlossene junge Protagonist eine Laufbahn erhofft, die ihn aus der Bedrückung seines niederen gesellschaftlichen Status befreit. Julien Sorel, feinsinnig, intelligent, außergewöhnlich gut aussehend, - sein Vater besitzt eine Sägemühle, für die sich der Sohn so gar nicht eignet, - beschließt als 14Jähriger, das Priesterseminar zu besuchen. Darin wird er bestärkt und jahrelang gefördert vom Priester des Provinzortes in der Franche-Comté, durch dessen Protektion er später eine gutbezahlte Stelle als Hauslehrer beim Bürgermeister, Monsieur de Rênal erlangt. Er beginnt eine Affäre mit dessen Ehefrau, durch ein in ihn verliebtes Hausmädchen wird der Ehebruch im Ort bekannt, Julien flüchtet nach Besançon ins Priesterseminar. Er wird schnell Protegé von dessen Leiter, und als der wegen interner Querelen das Seminar verlässt, vermittelt er Julien eine Anstellung als Sekretär des Marquis de la Mole in Paris. Schnell gewinnt er das Vertrauen seines Dienstherrn und wird in die Salons der Metropole eingeführt, wo er einflussreiche Adelige kennenlernt. Als sich nach einiger Zeit Mathilde, die schöne und launenhafte Tochter des Marquis, in ihn verliebt und ihm dies in einem Liebesbrief gesteht, bleibt er abweisend, befürchtet eine Falle, die ihn kompromittieren soll. Juliens Desinteresse reizt Mathildes Eitelkeit, allmählich finden die Beiden doch zueinander trotz aller gesellschaftlichen Unterschiede. Mathilde wird schließlich schwanger, bei Nachforschungen ihres den Skandal fürchtenden Vaters stellt Madame de Rênal, seine einstige Geliebte, Julien in einem Brief als Frauenheld dar, der es nur auf das Geld reicher Frauen abgesehen habe. Außer sich vor Zorn über diese Verleumdung, die mit einem Schlag alle seine Pläne zerstört, schießt Julien in der Kirche auf sie, verletzt sie aber nur, und landet im Gefängnis. In einem fein ausbalancierten Schluss, die Figuren psychologisch geradezu sezierend, kämpfen beide Frauen aus ganz unterschiedlichen Motiven um seine Freiheit, er selbst hingegen hält sich unbeirrt für schuldig. Stendhal versucht in seinem Roman nachzuweisen, dass es die Eitelkeit ist, welche die Menschen ins Unglück stürzt. Juliens Aufstieg in die bessere Gesellschaft muss, anders als in der napoleonischen Epoche, während der Restauration am Standesdünkel scheitern, aber auch an der Angst des Adels vor einem neuen Danton, den Mathilde in Julien schon zu erkennen glaubt, was ihre Schwärmerei für den aufstrebenden jungen Mann erklärt. Die Jagd nach Geld, Einfluss und Posten macht aus den handelnden Figuren allesamt eiskalte Heuchler, die aus nüchternem Kalkül niemals sagen, was sie denken, und das gilt uneingeschränkt auch für den gesamten Klerus. Als Vertreter des Realismus schildert der Autor das Geschehen, der Psyche seiner Protagonisten folgend, nüchtern, lakonisch, zuweilen auch desillusionierend und enthält sich, nur auf seine Figuren fokussiert, aller romantisierenden Beschreibungen seiner Szenen, man findet folglich auch kein Wort über Paris. Allein die sprachlichen Qualitäten dieses großen Romans empfehlen ihn unbedingt zur Lektüre, aber auch als Sittengemälde und psychologische Studie zweier ziemlich konträrer Liebesaffären hat er mich sehr gefesselt. Stendhal hat seinen Roman den «happy few», den wenigen Glücklichen gewidmet, nach der Lektüre von «Rot und Schwarz» gibt es davon sicherlich schon wieder einige mehr.
Rot und Schwarz
Flemming Behrends aus Pforzheim am 20.07.2010
Bewertungsnummer: 675021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Julian Sorel ist ein junger Mann, aus dem Süden Frankreichs, der das Pech hat als Sohn eines Holzhändlers das Licht der Welt erblickt zu haben. Vom Vater als handwerklich ungeeignet
eingestuft und als schwarzes Schaf stigmatisiert, strebt Julian nach Ruhm, höherem Stand und an deren Spitze, dem pompösen Leben in der Hauptstadt aller Städte, Paris.
Als ehrgeiziger Schönling, dem eine gute Rethorik die natürlichste Eigenschaft ist, wird Julian zunächst vom Bürgermeister der Kleinstadt als Lehrer seiner Kinder eingestellt, der erste Schritt.
Julian jedoch verliebt sich in die Frau des Bürgermeisters und entdeckt welch berauschende Wirkung er auf das andere Geschlecht hat.Doch er will mehr.Er verlässt madame mit gebrochenem Herz und schafft es schließlich nach Paris und an den Hof eines ehrbaren Pariser Politikers.
Julian verliebt sich erneut, doch in Paris wird mit anderen Waffen, Intrigen und Bandagen gekämpft.
Ein wunderbares Portrait über Stände ,Herkunft und soziale Missstände im nachnapoleonischen Frankreich des 19. Jahrhunderts.Stendhal ist ein Muss
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.