Chris Kyle diente von 1999 bis 2009 bei den US Navy SEALs und verzeichnete in jener Zeit die höchste Zahl an tödlichen Treffern in der amerikanischen Militärgeschichte. 160 gezielte Liquidationen schreibt ihm das Pentagon offiziell zu. Seine Kameraden nannten ihn »Die Legende«, seine Feinde »Teufel« … In dieser eindringlichen Autobiografie erzählt der geborene Texaner, der 2013 erschossen wurde, die Geschichte seiner außergewöhnlichen Karriere. Nach dem 11. September 2001 wurde er im Kampf gegen den Terror an die Front geschickt und fand seine Berufung als Scharfschütze. Hart und ehrlich spricht Kyle über die Schattenseiten des Krieges und das brutale Handwerk des Tötens. Seine Frau Taya schildert in bewegenden Einschüben, wie der Krieg sich nicht nur auf ihre Ehe und ihre Kinder auswirkte, sondern auch auf ihren Mann. American Sniper ist das Psychogramm eines Scharfschützen und ein fesselnder Augenzeugenbericht aus dem Krieg, den nur ein Mann erzählen kann.
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Chris Kyle ist ein Navy SEAL…
Alina aus Braunschweig am 28.06.2015
Bewertungsnummer: 2704435
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Chris Kyle ist ein Navy SEAL und zieht nach dem Anschlag am 11. September mehrmals als Scharfschütze in den Irakkrieg. In diesem Buch erzählt er von den verschiedenen Einsätzen, seiner beruflichen Laufbahn, kleinen und großen Freundschaften, Helden und seiner Liebe, zu seinem Vaterland und seiner Familie. Nachdem ich den Film zum Buch im Kino gesehen hatte, schwirrten mir viele Gedanken im Kopf und ich konnte das Gesehene nur mit dem Wort "Krass" beschreiben. Es war für mich klar, dass ich unbedingt das Buch lesen musste um noch weitere und detailliertere Infos über das Leben von Chris Kyle zu bekommen. Und nun wo ich das Buch beendet habe, kann ich wieder nur mit dem Wort "Krass" abschließen... Da Chris Kyle in diesem Buch die Realitat und sein Leben beschreibt liegt es mir fern die Story zu beurteilen. Man erfährt viele Hintergründe über das Leben als SEAL, über das Leben im Krieg. Auf manche ausgeschmückte Themen aus dem Film wartete ich vergebens, doch ein Film benötigt eben andere Inhalte als ein Buch. Dafür konnte ich intensiver in die Gedanken- und Gefühlswelt von Chris einsteigen. Dieses war bewegend und auch beängstigend. Der Patriotismus von Chris ist unglaublich, doch ebenso auch bewundernswert. Sein Land so sehr zu lieben und es sogar über die Familie zu stellen ist mir völlig fremd, doch zum Glück gibt es solche Menschen wie Chris. Die Kriegserlebnisse und Waffenkunde wurde immer mal wieder von Absätzen aus der Sicht von Chris Frau Taya unterbrochen, sodass man auch Einblicke in die weibliche Sicht bekommt. Man kann vieles nicht gutheißen was im Krieg passiert und die Meisten werden wohl einfach ihre Augen vor dem Thema verschließen. Man kann auch darüber streiten, ob Chris ein Held ist oder nicht. Er selber wird sich nicht als Held oder Legende gesehen haben... Ich bin der Meinung, dass man sich auch mit unschönen Themen auseinandersetzen sollte, denn diese Menschen da draußen riskieren so viel für uns und selbst dann, wenn sie wieder zu Hause sind, ist es lange nicht vorbei. Niemals.
Ein kontroverser Text
Barbara Sitter aus Wien am 25.02.2015
Bewertungsnummer: 472865
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Chris Kyle ist ein Vorzeige-Amerikaner, bisschen John Wayne, bisschen Bruce Willis, knochenhart und patriotisch durch und durch. Nachdem er das College geschmissen hatte, arbeitet erst ein wenig auf verschiedenen Ranches, bevor er sich zum Militärdienst verpflichtet. Er hat große Pläne, Special Forces, Navy Seal, whatever. Zu den Coolen halt.
Nach der Ausbildung dauert es nicht lange, bis er - kurz nach 9/11 - zum Zug kommt. Er darf in den Irak. Und wo er sich vorher noch um sachlichen Ton bemühte, die Dinge mehr schlecht als recht erzählte, merkt man ab da das Herzblut heraus. Manchmal hört es sich nach Gehirnwäsche an, was er von sich gibt. Manchmal hat er auch Anwandlungen von Bescheidenheit, immer dann, wenn er herauszustreichen versucht, dass er sich nicht besser fühlt als alle anderen Army-Streitkräfte. Aber die Sätze wirken, als ob er sich eine Erinnerung gestellt hätte, alle dreißig Seiten seine Bescheidenheit zu betonen. Den Rest der Zeit hört man zwischen den Zeilen recht eindeutig, wie toll er sich findet. Und wie toll er das Töten findet. Und seine Kameraden.
Das Gruselige daran ist, dass er so felsenfest von seiner Meinung überzeugt ist. Er denkt, dass sein Töten der einzige Weg ist, seine Kameraden zu "beschützen". Und er hinterfragt nicht ein einziges Mal das Recht der USA in Irak in den Krieg zu ziehen.
Beim Lesen von "American Sniper" habe ich mich manchmal wie ein Voyeur gefühlt. Weil ich Dinge las, die mich im gleichen Moment abstießen und faszinierten. Ich wollte das Innenleben eines Menschen verstehen, der so viele Menschen getötet hat und kein bisschen Reue empfindet. Ich kann nicht sagen, ob mir das gelungen ist.
Vielleicht kann ich es auch nicht verstehen. Vielleicht können Fanatiker nur Fanatiker selbst bekämpfen, und es laufen Mechanismen ab, die man nicht begreift, wenn man nicht selbst dazu gehört.
Wer auf der Suche nach einem "Mittendrin statt nur dabei" - Bericht ist, ist sicher bei diesem Buch gut aufgehoben. Wer sich an dem so naiven wie einfachen Schreibstil nicht stört, dem sei dieses Buch auch ans Herz gelegt. Und wer keine Probleme mit gewaltverherrlichenden Aussagen hat, die "Kriegsgegnern" ihre Menschlichkeit absprechen, ja. Auch wer einen authentischen Bericht sucht, ist sicher nicht schlecht bedient.
Wer aber etwas Psychologie erwartet, ein bisschen Reflexion, ein bisschen Hirnarbeit, wird hier vergeblich suchen. Es lässt sich natürlich darüber streiten, ob so etwas notwendig ist in so einem Buch, ob es Platz hat in so einem Leben. Aber ich denke trotzdem darüber nach, ob den Navy Seal Sniper Chris Kyle nicht manchmal, nachts, die Gesichter besuchen kommen, deren Leben er genommen hat, auch wenn er es recht überzeugend von sich weist.
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