Frühlingsidylle in Furth am See, einer Kleinstadt in Österreich. Doch damit ist es mit einem Schlag vorbei, als eine rätselhafte Serie von Kindesmisshandlungen die Bewohner der Stadt in Unruhe versetzt. Der Psychiater Raffael Horn und Kommissar Ludwig Kovacs versuchen fieberhaft, den Täter zu finden, bevor die Sache noch weiter eskaliert. Das ungewöhnliche Ermittlerduo aus Hochgatterers Bestseller "Die Süße des Lebens" geht in diesem literarischen Krimi ein weiteres Mal auf gemeinsame Spurensuche.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Martin Bär
aus St. Johann
5/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Beste Literatur, und spannend obendrein!
In Furth am See, einer Kleinstadt, wie sie überall in Österreich sein könnte (oder in Deutschland) ereignet sich eine Reihe merkwürdiger Angriffe auf Kinder: sie werden nach eigenen Angaben von einer "schwarzen Glocke" geschlagen. Der Kinderpsychiater Raffael Horn und Kommisar Ludwig Kovacs tappen vorerst im Dunkeln.
Paulus Hochgatterer bringt uns seine Figuren mit ihren Ängsten und Eigenheiten nahe: Raffael Horn macht sich Sorgen, weil seine Frau, eine Cellistin, auffällig oft von einem Tenor spricht. Ludwig Kovacs versucht, sich beim Angeln auf den Besuch seiner Tochter vorzubereiten. Außerdem ist da noch der Priester mit dem Bob-Dylan-Wahn. Er kann kaum eine Minute ohne die Musik von His Bobness sein, sogar während des Gottesdienstes hat er die Stöpsel seines I-Pods im Ohr.
Nach und nach entwickelt Paulus Hochgatterer, ausgebildeter Kinderpsychiater, eine fürchterliche Geschichte von Kindermißbrauch und Rache. Durch den ständigen Perspektivenwechsel gewinnt das Buch zusätzlich an Eindringlichkeit und Tiefe.
Das ist großartige Literatur, dringende Leseempfehlung!
Edith Berger
aus 3istau
5/5
05.08.2011
eBook (ePUB)
großartig, spannend - aber ein hartes Thema
Obwohl die Thematik ( Kindesmissbrauch) des Buches nur schwer auszuhalten ist, kann man nicht aufhören zu lesen - die Spannung hält den Puls auf Höchstleistung.
Wer "Die Süße des Lebens" gelesen hat, wird alten Bekannten wiederbegegnen, denen es mitunter gelingt, ein Schmunzeln zu entlocken.
.......er zieht den iPod hervor, drückt ihr die Stöpsel in die Ohren, sucht ein wenig herum und dreht auf.
"Spirit on the water, darkness on the face of the deep, I keep thinking about you baby, I can hardly sleep".
"Wer ist das"! fragt sie. " Gott, sagt er, his holy Bobness".
Entschuldige, war eine blöde Frage.
"Modern Times", sagt er, sein vorletztes Album. Gottes vorletztes Album denkt sie, er spinnt auf hohem Niveau........
Bewertung
5/5
06.09.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Matratzenhaus
Ländliche Idylle im Frühling in einer kleinen Stadt, ein Kind wird unter mysteriösen Umständen geschlagen, die Polizei ermittelt und zieht den Psychiater Raffael Horn zu Rate.
Es tauchen immer mehr Anzeigen auf von Kindern, die geschlagen werden.
Hochgatterer führt den Leser in diese Idylle, wiegt ihn in Sicherheit, erzählt von banalen Alltagsproblemen, wie die Pupertät des Sohnes des Psychiaters, die Probleme die der Kommisar mit seiner plötzlich aufgetauchten Tochter hat, die Einsparungsängste auf der Klinik, die Personalprobleme bei der Polizei um scheinbar nebenbei die Spur auf das schlimmste Verbrechen gegen Kinder zu führen.
Nichts wird direkt angesprochen , doch der Leser spürt die Unfassbarkeit dieser Tat.
Hervorragend aufgebaut, subtil erzählt, stilistisch feinste deutschsprachige Gegenwartsliteratur, ein wichtiges Buch .
Bewertung
5/5
05.05.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mehr als ein Krimi
Auch in seinem zweiten Buch mit dem Psychiater Raffael Horn und dem Kommissar Ludwig Kovacs beweist uns der Österreicher Paulus Hochgatterer, daß er einer der stärksten deutschsprachigen Autoren ist.
Er führt uns wieder in die fiktive Kleinstadt Furth am See, in der äußerst merkwürdige Dinge geschehen:
Kinder werden geschlagen, sie sind veränstigt, reden nicht. Eines spricht von einer "Schwarzen Glocke".
Hochgatterer erzählt seinen Roman in wechselnden Kapiteln aus der Sicht von vier Protagonisten:
Horn, der Psychiater, verheiratet mit einer Musikerin, geplagt von Eifersucht, der keinen Zugang zu seinem verschlossenen Sohn Tobias mehr findet.
Kovacs, der verliebte Kommissar.
Die Lehrerin Stella, die ein Verhältnis mit dem höchst sonderbaren Benediktinermönch Bruder Joseph hat. Dieser hört sogar bei Beerdigungen mit dem iPod "His Holy Bobness" Dylan.
Und das Mädchen, das der kleinen "Schwester" Fluchtwege zeigt und sie dann doch wieder zurück in das Matratzenhaus bringt.
Hochgatterer spricht das Grauen nicht aus, und doch erspart er uns nichts. Erschütternd, tief bewegend, großartig!
Bewertung
5/5
02.05.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Filigrane Beobachtungen
Ein Krimi? Oh nein, Paulus Hochgatterer, der auch Kinderpsychiater ist, schreibt ungemein subtile Gesellschaftsromane.
Wie schon in "Die Süße des Lebens" folgen wir dem Psychiater Raffael Horn und dem Kommissar Ludwig Kovacs durch ihren Alltag; es geht um Junkies, Borderline-Patientinnen, unklare Todesfälle und um Kinder, die von einer "schwarzen Glocke" geschlagen werden. In das Dienstliche mischt sich im Kopf Privates, und genau dies macht die Lektüre so interessant.
"Meine Lebensform ist die Idylle" sagt Horns Frau, eine Cellistin, "für Angst und Schrecken bist du zuständig." Hinter den Fassaden gibt es auch Mißbrauch und Kinderpornografie. Sicher ein düsteres Thema, aber da es so gar nicht reißerisch erzählt wird, sondern direkt aus der Not eines Mädchens heraus, nimmt es dem Leser den Atem.
Ich kann nur sagen: unbedingt lesen!
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