Lübeck 1379. Die junge Hansekauffrau Henrike ist bestürzt, als sie ein Brief aus Flandern erreicht: Ihre Familie in Brügge wird bedroht. Ausgerechnet jetzt sind Henrikes Mann Adrian und ihr Bruder Simon auf Handelsreisen - so macht sie sich kurzerhand alleine auf den Weg in die von Aufständen erschütterte Stadt. Als dann aber auch noch Adrian und Simon nur knapp Mordanschlägen entgehen, ist klar: Das kann kein Zufall sein! Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf, die ihre Liebe und ihr Leben zu zerstören droht ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
dorli
aus Berlin
5/5
27.04.2016
Buch (Taschenbuch)
In ihrem historischen Roman…
In ihrem historischen Roman „Die Feinde der Hansetochter“ nimmt Sabine Weiß den Leser mit auf eine Reise in die Welt der Hanse und erzählt von den ereignisreichen Erlebnissen einer Kaufmannsfamilie aus Lübeck. Die Autorin hat die historischen Ereignisse zwischen Juni 1379 und Juli 1385 mit einer facettenreichen fiktiven Handlung zu einer spannenden Geschichte verknüpft und ein sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet. Sabine Weiß bietet dem Leser nicht nur einen interessanten Einblick in das tägliche Leben im 14. Jahrhundert und in die Arbeit der Hansekaufleute, sondern beleuchtet außerdem das politische und gesellschaftliche Geschehen der Zeit. Neben den Hansetagen sind auch die Weberaufstände in Flandern, die Knochenhaueraufstände in Lübeck, die Kreuzzüge des Deutschen Ordens und weitere historische Begebenheiten Themen in diesem Roman. Das Leben der Familie Vanderen ist aufregend und lebhaft, voller Abenteuer und spannender Ereignisse. Ruhige und romantische Momente sind für Henrike und Adrian selten. Die beiden haben viele Hindernisse zu bewältigen, müssen Rückschläge in Kauf nehmen, haben mit boshaften Machenschaften und fiesen Intrigen zukämpfen und sind hinterhältigen Anschlägen auf Leib und Leben ausgesetzt - denn Henrikes untergetauchter Vetter Nikolas sinnt auf Rache und macht seinen Lübecker Verwandten das Leben schwer. Henrike und ihre Erlebnisse stehen zwar im Mittelpunkt dieser Geschichte, aber auch ihr Bruder Simon nimmt einen großen Part der Handlung ein. Simon träumt davon, eines Tages in den Dienst des Deutschen Ordens zu treten - als Eintrittskarte soll ihm ein Gerfalke dienen, der von den Rittern für die Beizjagd sehr geschätzt wird. Simon reist nach Island, um dort einen der begehrten Falken zu kaufen und gerät in arge Schwierigkeiten. Die Darstellung der Schauplätze und die Schilderung der Geschehnisse sind Sabine Weiß ausgezeichnet gelungen – man kann der Geschichte trotz unterschiedlicher, ständig wechselnder Handlungsorte und einer Vielzahl an Akteuren bestens folgen und verliert zu keiner Zeit den Überblick. Neben Lübeck werden auch Gotland, Brügge, Bergen und Island ganz wunderbar in Szene gesetzt - die Besonderheiten dieser Orte werden von der Autorin sehr anschaulich beschrieben, so dass man sich die unterschiedlichen Reiseziele der Kaufleute gut vorstellen kann und von der jeweils vorherrschenden Atmosphäre schnell eingefangen wird. Die Figuren bilden eine bunte Mischung. Sowohl fiktive wie auch historische Personen werden vielschichtig dargestellt und bekommen schnell ein Gesicht, selbst Nebenfiguren wie Henrikes Base Katrine oder die Magd Berthe wirken in ihren Rollen überzeugend. Der lebendige, flüssige Schreibstil und die wundervoll bildliche Erzählweise lassen „Die Feinde der Hansetochter“ zu einem echten Highlight werden. Mir hat das Lesen dieses historischen Romans mit den spannenden Einblicken in die Welt der Hanse sehr großen Spaß gemacht. Ein tolles, intensives Leseerlebnis.
leseratte1310
5/5
09.04.2016
Buch (Taschenbuch)
Eine starke Frau
Lübeck 1379: Im Handelskontor von Henrike und Adrian Vanderen läuft es gut. Wenn ihr Mann unterwegs ist, führt Henrike die Geschäfte und sie setzt sich durch, obwohl es eine Frau in jener Zeit im Geschäftsleben wahrlich nicht leicht hatte. Dann kommen schlechte Nachrichten aus Brügge. Lambert, der Bruder von Adrian, hat Schwierigkeiten, weil Waren vom Zoll beschlagnahmt oder sogar geraubt werden und er bittet um Unterstützung. Aber auch ein Auftragsmörder ist hinter Adrian und Henrike her. Wer verfolgt sie und aus welchem Grund?
Dieses Buch ist der zweite Band um die Hansetochter Henrike, aber ich kannte den Vorgängerband nicht und bin trotzdem gut in die Geschichte hineingekommen.
Es ist eine spannende Geschichte, die uns die Autorin hier erzählt. Es scheint, dass sich alle Welt gegen die Vanderens verschworen hat. Der Zufall kann einer Familie doch nicht immer nur Schlimmes bescheren. Schon bald habe ich jeden argwöhnisch betrachtet und die Geschehnisse zeigen, dass man ganz genau schauen muss, wem man sein Vertrauen schenkt.
Die Geschichte der Hanse hat mich schon immer interessiert und es ist überaus interessant zu erfahren, wie dieser Bund von Kaufleuten agierte und wie sie es schafften, über eine lange Zeit erfolgreiche Handelsgeschäfte in ganz Europa zu betreiben. Obwohl der Zusammenschluss der Kaufleute Macht verlieh, waren sie doch auch sehr abhängig von den politischen Verhältnissen, welche sich auch schnell ändern konnten. Darüber hinaus trieben Piraten und Strandräuber ihr Unwesen und es konnte geschehen, dass man seine eigene Ladung wieder zurückkaufen musste. Geschäfte waren also voller Risiken.
Es gibt eine Menge gut gezeichneter und interessanter Charaktere, die in dieser Geschichte mitspielen. Viele waren mir sympathisch, aber es gab auch einige ganz widerliche Menschen. Besonders gut haben mir Henrike und Adrian Vanderen gefallen, die in ihrer Beziehung wohl der Zeit voraus waren, den Adrian lässt Henrike im Kontor walten und sie zeigt sich auch als sehr geschäftstüchtig und weiß sich durchzusetzen. Aber auch Henrikes Bruder Simon gefällt mir. Er ist noch sehr jung und sieht sich nicht als Kaufmann, denn sein Traum ist es, Ordensritter zu werden. Dagegen war mir Wigger von Anfang an unsympathisch und immer wieder zeigt es sich, dass ich ihn gleich richtig eingeschätzt habe.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, denn immer wieder gab es Wendungen die ich nicht erwartet hatte und die Spannung blieb so bis zum Schluss erhalten.
Yari
5/5
25.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Spannender Roman über die Hanse
Lübeck 1379: Die junge Kauffrau Henrike Vanderen führt gemeinsam mit ihrem Mann Adrian einen florierenden Handelskontor, und behauptet sich in der von Männern beherrschten Hanse.
Doch eines Tages trifft ein Brief von Adrians Bruder Lambert aus Brügge ein, der Henrike erschüttert. Lamberts Familie erhält Drohungen, und Lambert selbst wurde ungerechtfertigt verhaftet.
Zudem wird Brügge von Aufständen erschüttert.
Und gerade jetzt sind Adrian und Simon, der Bruder von Henrike, auf Handelsreisen in Schweden und Island.
Kurz entschlossen macht Henrike sich alleine auf den Weg nach Brügge, um Lambert und seiner Familie zu helfen. Sie ahnt nicht, dass es jemanden gibt, der nicht nur ihre Familie auslöschen will, sondern auch ihr nach dem Leben trachtet.
"Die Feinde der Hansetochter" ist bereits der zweite Band um die junge Kauffrau Henrike Vanderen und ihre Familie, und lässt die Hansezeit sehr spannend und authentisch wiederauferstehen.
Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, und die Spannung steigert sich unaufhörlich. Die Handlung ist gut durchdacht und schlüssig.
Die Charaktere der Protagonisten sind feinfühlig und authentisch dargestellt.
Henrike ist eine sympathische junge Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht, und sich mit ihrer Arbeit in der Hanse sehr gut in einer Männerdomäne behauptet.
Ihrem Mann Adrian begegnet sie auf Augenhöhe; sie sind gleichberechtigte Partner. Er erkennt ihre Arbeit bedingungslos an, und unterstützt sie darin.
Simon, der kleine Bruder von Henrike, ist anfangs ein naiver Jüngling, der jedoch an seinen Aufgaben und durch seine erlebten Erfahrungen wächst, und dadurch erwachsen wird.
Auch alle anderen Charaktere, wie z. B. Runa oder Willem von Ghent sind sehr liebenswert beschrieben.
Die Bösewichte kommen ebenfalls sehr authentisch und widerwärtig rüber, was auch an dem nüchternen Schreibstil, der diese Personen beschreibt, liegt.
Sabine Weiss hat mit den hervorragenden und gründlichen historischen Recherchen das Lesen zu einem Vergnügen gemacht.
Egal ob es die Beschreibungen der mittelalterlichen Städte Lübeck oder Brügge sind, das Wirken und die Aufgaben der Hanse, der Knochenhaueraufstand, aber auch die Informationen zur Falkenaufzucht und zum Deutschen Orden und dessen Missionierungsmaßnahmen, lässt die Autorin dieses Zeitalter wieder lebendig werden.
Sehr schön und informativ sind die Karte im Vorsatz des Buches, sowie das Personenverzeichnis und der Glossar.
"Die Feinde der Hansetochter" hat mich in die Hansezeit eintauchen lassen, und mich spannend und sehr gut unterhalten.
Für diesen sehr gut recherchierten historischen Roman vergebe ich fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
hasirasi2
aus Dresden
5/5
25.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Lübeck 1379. Die junge…
Lübeck 1379. Die junge Hansekauffrau Henrike führt zusammen mit ihrem Mann Adrian ein erfolgreiches Handelskontor. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Sie wird angefeindet, weil sie auch nach langjähriger Ehe immer noch nicht schwanger ist. Ihre Tante Asta und deren Knecht Sasse verschwinden in Gotland, nur Astas Tochter Katrine bleibt verstört zurück. Adrians Bruder Lambert bekommt in Brügge geschäftliche Probleme, wird später sogar verhaftet. Ihr Bruder Simon kommt von einer Reise nicht zurück. Die Unglücke mehren sich, es kommt zu Mordversuchen. Es sieht aus, als folge alles einem Plan – aber wessen Plan und was ist das Ziel?! Vor dem historischen Hintergrund des Hansetages, des Weberaufstandes in Brügge und dem Knochenhaueraufstand in Lübeck erzählt Sabine Weiß eine sehr atmosphärische, extrem spannende Familiengeschichte, die man stellenweise fast schon als Abenteuerroman bezeichnen könnte. Dies macht sie gewohnt fesselnd, ich bin durch die 700 Seiten förmlich geflogen. Erleichtert wird der Einstieg in die Handlung durch Rückblenden, weil ich das Geschehen im Vorgängerband (Die Hansetochter) nicht mehr so wirklich im Kopf hatte. Man kann das Buch also auch lesen, ohne den Vorläufer zu kennen. Mir haben besonders die weiblichen Protagonistinnen Henrike und Runa sehr gefallen – starke, unabhängige Frauen, die ihren Platz im Leben annehmen und sich trotzdem nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lassen und für ihre Überzeugungen und Pläne einstehen. Katrine ist das ganze Gegenteil, verstört, sehr gläubig, leicht zu verunsichern und beeinflussbar. Aber auch die „Bösen“ / Gegenspieler sind sehr gut nachvollziehbar in ihren Beweggründen – zielstrebig, hinterhältig, verstört, manisch, getrieben von Rache. Man kauft es ihnen ab. In „Die Feinde der Hansetochter“ wird geliebt, gehasst, gekämpft, getäuscht und spioniert – die Handlung ist sehr abwechslungsreich. Es kommen Piraten, Schatzsucher und heimliche Liebschaften vor, dadurch zieht einen das Buch bis zur letzten Seite in seinen Bann. Ich habe nur einen winzigen Kritikpunkt. Mir war der letzte Abschnitt etwas zu kompakt und zu eng an den geschichtlichen Hintergrund gekettet. Da hätten die Story nach meiner Ansicht zum Teil noch etwas ausführlicher sein können. Sehr praktisch sind das Personenverzeichnis und das Glossar. Und auch die Aufmachung des Buches an sich ist wieder sehr schön. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert zu den anderen Büchern der Autorin und die Karte im Inneren des Einbandes hilft bei der Orientierung. Mein Fazit: Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Ein Muss für alle Fans gut recherchierter Historischer Romane.
Lerchie
5/5
24.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Ein spannender historischer…
Ein spannender historischer Roman Der Mann war ein Wucherer. Er fing zum Beichten, doch der Priester, bei dem er sonst immer beichtete war nicht da. Ein anderer ihm unbekannter Mann nahm ihm die Beichte ab… Dem Mann wurde in seinem Zimmer von einem anderen erwartet. Und dieser andere erteilte ihm den Auftrag eine angesehene Lübecker Kaufmannsfamilie zu ruinieren, zu ermorden…. Asta war mit ihrer Tochter Katrine und dem Knecht Sasse nach Gotland gefahren. Fast alles hatten sie erledigt, was sie tun wollten, es war kurz vor der Dämmerung. Doch Asta wollte unbedingt noch zu den Höhlen…. Adrians Bruder Lambert hatte Probleme in Brügge. Ein Teil der Ladung war beschlagnahmt worden und er bat seinen Bruder ihm eine neue Ladung zu schicken. Noch war da nichts allzu außergewöhnliches dabei… Henrike war mit Adrian nach Gotland gereist, doch sie hatten keine Spur von Asta gefunden. Aller-dings wurde das Packhaus überfallen und jemand wollte einen Brand legen. Leider war der Brandstifter entkommen…. Simon, Henrikes Bruder war nach Schweden gereist und ohne Adrians Einwilligung weiter nach Is-land. Ein Schiffer hatte ihn überraschend mitgenommen… Als Adrian selbst mit seinem Schiff nach Norden fuhr, wurde er von Piraten überfallen, doch dann kam Hilfe, - dachte er… Und so hing er lange fest…. Dann gab es da noch den Vetter von Henrike, Nikolas, dessen Vater bei einem Gefängnisbrand umgekommen war, und der ihr schon früher das Leben schwergemacht hatte, ihr das Erbe streitig machen wollte… Und als Lambert noch einmal drängend schrieb, Adrian möge doch bitte dringend nach Brügge kommen, sah sich Henrike durch Adrians Abwesenheit gezwungen, selbst zu fahren… Wer war der Priester, der dem Wucherer die Beichte abnahm? War es überhaupt einer? Und was wollte er von dem Mann? Wer sollte ruiniert, ermordet werden? Was war mit Asta passiert? Wurde ihr in den Höhlen aufgelauert? Was hatte Lambert für Probleme, warum war die Ladung beschlag-nahmt worden? Warum hatten sie Asta nicht gefunden? War sie etwa tot? Und wer war der Brand-stifter? Warum war Simon ohne die Erlaubnis von Adrian, seinem Chef, nach Island gereist? Wer war der Schiffer, der ihn mitgenommen hatte? Wer kam gegen die Piraten zu Hilfe? War es überhaupt Hilfe? Warum hing er fest? Was war mit Nikolas? War er auf Rache aus? Hat sich Henrike in Gefahr begeben, als sie nach Brügge fuhr? Alle diese – und noch mehr Fragen – beantwortet dieses Buch. Meine Meinung Das Buch fing schon spannend mit dem Mord an dem Wucherer an. Und es ging genauso spannend weiter. Ich habe mich gefragt, was mit Asta passiert war, war sie nur gefangen, oder war sie gar ermordet worden? Ich tauchte recht schnell in die Geschichte ein und konnte mich auch sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen. Der Schreibstil der Autorin ist so, dass man nicht nach dem Sinn eines Wortes oder Satzes fragen, bzw. sich überlegen muss, was sie damit meint. Ich litt mit Henrike als sie Asta nicht fanden, und ich litt mit ihr als sie in Brügge war. Die Charaktere im Buch waren gut ausgearbeitet. Am Anfang des Buches gibt es ein Personenverzeichnis, wobei die historisch verbürgten Personen mit einem * gekennzeichnet sind, was ich sehr gut finde. Auch das Glossar am Ende des Buches ist sehr hilfreich. Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen, hat mich gefesselt von Anfang bis zum Ende. Es hat mir sehr gut gefallen und bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung.
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