Das grosse Fest – die grosse AngstMartina Ortolfi lebt mit Mann und Tochter am Bodensee. Sie arbeitet Teilzeit als Buchhändlerin und ist rund um die Uhr mit ihren Ängsten und Zwängen beschäftigt. Wann es angefangen hat, weiss sie nicht: Vielleicht nach der Geburt von Lili und den plötzlich aufflackernden Befürchtungen, dass dem Kind überall etwas zustossen kann? Lange sind ihre übermässigen Sorgen Fantasie geblieben, aber am letzten Weihnachtsfest ist wirklich etwas passiert. Seither wird Martina Ortolfi von der Angst überschwemmt und sie kann nicht anders, als mit Kontrolle Gegensteuer zu geben: Ist der Herd wirklich aus? Und die Kerzen? Was habe ich über dieses neue Buch gesagt? Kann man das falsch verstehen? Weiss bald die ganze Stadt, dass ich etwas Furchtbares gesagt habe? Wie koche ich, ohne die Lebensmittel zu berühren und Leute mit meinen Bakterien zu vergiften? Die Protagonistin greift zu immer mehr Beruhigungsmitteln. Sie erzählt niemandem von ihren Zuständen und setzt alles darauf, dass sich die Ängste zurückziehen werden, wenn sie nur das perfekte Weihnachtsfest ausrichtet.Der Countdown läuft: In vier Tagen ist Weihnachten, und Martina versuchtunter Hochdruck, sich um das Essen, die Geschenke und das Herrichten der Wohnung zu kümmern. Sie lädt sich mehr und mehr auf – bis die Angstblase platzt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
aus Glattbrugg
4/5
28.12.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Realistisch und sehr lesenswert!
Als selbst betroffene Angstpatientin habe ich dieses Buch natürlich mit besonderem Interesse gelesen. In vielen Szenen konnte ich mich selbst erkennen. Genau so handelte ich auch in meinen schlimmsten Zeiten. Null, null, null..... Wie oft habe auch ich diese Worte aufgesagt, um mir zu versichern, dass der Herd aus ist. Auch die Scham, nicht über die Angst sprechen zu können, mit allen Ausreden und Fluchten, nur damit niemand was merken soll, wird in diesem Buch sehr eindrücklich präsentiert. Tanja Kummer hat es auf den Punkt gebracht. Genau so läufts; man steuert unaufhaltsam auf eine Krise zu, alles zerplatzt und dann endlich beginnt der Weg der Heilung. Ich habe das Buch mit Lust und Freude gelesen, denn trotz der ernsten Problematik kommt die Geschichte eher leicht daher und der Humor fehlt nicht. Und so soll es auch sein! Einzig der Schluss des Romans hätte für mich etwas hoffnungsvoller ausfallen dürfen.
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