Produktbild: Die Heiliggeistkirche in Heidelberg im Wandel der Zeiten
Band 11

Die Heiliggeistkirche in Heidelberg im Wandel der Zeiten Ein Beitrag zur Rechtsgeschichte Südwestdeutschlands

1

64,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

18.09.2003

Verlag

Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften

Seitenzahl

252

Maße (L/B/H)

21/14,8/1,4 cm

Gewicht

331 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-631-50630-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

18.09.2003

Verlag

Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften

Seitenzahl

252

Maße (L/B/H)

21/14,8/1,4 cm

Gewicht

331 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-631-50630-1

EU-Ansprechpartner

Zeitfracht Medien GmbH
Ferdinand-Jühlke-Straße 7|99095|Erfurt|DE
produktsicherheit@zeitfracht.de

Herstelleradresse

Peter Lang
Avenue du Théâtre 7|1005|Lausanne|CH
orders@peterlang.com

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Heidelberger Besonderheiten…

Juti aus HD am 07.08.2024

Bewertungsnummer: 2875501

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Heidelberger Besonderheiten Die erste Kirche Heidelbergs war die Peterskirche. Dann kommt Ruprecht II. Und will eine Universität gründen, in der zunächst nur Geistliche lehren dürfen. Also baut er zwischen 1398 und 1400 – genauer weiß man es nicht – die Heilig-Geist-Kirche, die im Buchtitel ein Wort ist. In der Kirche findet die Bibliotheca Palantina, seinerzeit die berühmteste Bibliothek der Welt Unterschlupf. Doch kommt zunächst ohne viel Wirren die Reformation hierher. Der Heidelberger Kathechismus wird weltberühmt. Ebenso oft wechselte auch die Konfession der Landesherren. Wenn einem Professor diese nicht passte, durfte er gehen. Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg - die Dissertation weist auf Vorgängerfälle schon nach dem Westfälischen Frieden hin – wurde die Kirche geteilt. Der Chor wurde katholisch, das Langhaus reformiert. Doch Kurfürst Karl Philip passte das nicht. Er ließ am 4.9. 1719 die Kirche gewaltsam in Besitz nehmen. Da protestierten die Protestanten und schrieben einen Brief an den preußischen König, der wie alle Schutzmächte mit Krieg drohte. Doch weil der Pfalzgraf den Schiedsspruch des Kaisers akzeptierte, erlaubte er am 29.2. 1720 die reformierte Nutzung wieder, am 19.4 gab es wieder einen evangelischen Gottesdienst und am 11.5. 1720 stand die Mauer wieder. Der Pfalzgraf aber verlegte aus Frust seine Residenz nach Mannheim. Napoleon kam und ging, die Jesuitenkirche wurde fertig und die Chorkirche zur Nebenkirche. Den Vorschlag der Katholiken die Jesuitenkirche mit der Heilig-Geist-Kirche zu tauschen lehnten die Protestanten ab. Doch dann entstanden nach dem Ersten Vatikanischen Konzil die Altkatholiken. Am 26.1.1873 fand ihr erster Gottesdienst in der Peterskirche statt, am 8.3. 1874 hielt ihr erster Pfarrer Rieks dort den ersten Gottesdienst, doch nach dem Badischen Altkatholikengesetz stand ihnen ein Kirche zu. Am 21.7. wurde mit Zustimmung von Bischof Reinkens der Antrag auf staatliche Anerkennung mit einer Mitgliederliste von 326 Selbständigen und 786 Familienangehörigen gestellt, einen geringen im Vergleich zu 6.552 römischen Katholiken. Trotz Protesten des römischen Pfarrers und trotz Verweigerung der Schlüsselübergabe am 15.9. 1874 fand am 20.9. 1874 dort der erste altkatholische Gottesdienst statt (120ff). Jahre vergingen und das Badische Bildungsministerium fragte, ob nicht das Heidelberger Universitätsjubiläum in der Heilig-Geist-Kirche ohne Mauer gefeiert werden könne. Beide dort gottesdiensthaltende Konfessionen stimmten zu. Auch die Römer konnte man übergangsweise gewinnen und so wurde die Scheidemauer vom 16.8. bis 10.10.1885 abgetragen. Am 3. und 4.8. 1886 fand der Festakt statt, doch dann einigten sich Altkatholiken und Reformierte auf eine gemeinsame Nutzung. Sie hatten aber die Rechnung ohne die Römer gemacht, die die Chorkirche zwar verkauft hätten, aber nicht zum angebotenen Preis. Letztlich urteilte das Reichsgericht am 20.10.1891, das die Mauer wieder stehen muss. Mit dem Wiederaufbau wurde letztlich am 19.6. 1893 begonnen. Weil man sich über die Baukosten stritt, war man erst im Frühjahr 1897 fertig. Baukosten waren dann auch der Grund, warum die Trennmauer 1936 endgültig fiel. Den Römer waren die Unterhaltskosten zu hoch und 100.000 Reichsmark von den Reformierten waren nicht zu verachten. Wegen den 272 Altkatholiken sollte das Geschäft nicht scheitern (201). Denen wurde schließlich die alte Englische Kirche angeboten, die Peterskirche war wohl zu groß. Am 16.2. 1936 feierten schließlich die Altkatholiken ihren letzten Gottesdienst in der Chorkirche, am 11.5. 1936 wurde die Chorkirche verkauft, am 24.6. 1936 war die Scheidewand endgültig gefallen. Danach folgte eine lange Renovierung der Kirche mit dem Kirchenfensterstreit, den du aber auch bei Petracca nachlesen kannst. So viel Inhalt – so viel Sterne, also 5 Sterne.

Heidelberger Besonderheiten…

Juti aus HD am 07.08.2024
Bewertungsnummer: 2875501
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Heidelberger Besonderheiten Die erste Kirche Heidelbergs war die Peterskirche. Dann kommt Ruprecht II. Und will eine Universität gründen, in der zunächst nur Geistliche lehren dürfen. Also baut er zwischen 1398 und 1400 – genauer weiß man es nicht – die Heilig-Geist-Kirche, die im Buchtitel ein Wort ist. In der Kirche findet die Bibliotheca Palantina, seinerzeit die berühmteste Bibliothek der Welt Unterschlupf. Doch kommt zunächst ohne viel Wirren die Reformation hierher. Der Heidelberger Kathechismus wird weltberühmt. Ebenso oft wechselte auch die Konfession der Landesherren. Wenn einem Professor diese nicht passte, durfte er gehen. Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg - die Dissertation weist auf Vorgängerfälle schon nach dem Westfälischen Frieden hin – wurde die Kirche geteilt. Der Chor wurde katholisch, das Langhaus reformiert. Doch Kurfürst Karl Philip passte das nicht. Er ließ am 4.9. 1719 die Kirche gewaltsam in Besitz nehmen. Da protestierten die Protestanten und schrieben einen Brief an den preußischen König, der wie alle Schutzmächte mit Krieg drohte. Doch weil der Pfalzgraf den Schiedsspruch des Kaisers akzeptierte, erlaubte er am 29.2. 1720 die reformierte Nutzung wieder, am 19.4 gab es wieder einen evangelischen Gottesdienst und am 11.5. 1720 stand die Mauer wieder. Der Pfalzgraf aber verlegte aus Frust seine Residenz nach Mannheim. Napoleon kam und ging, die Jesuitenkirche wurde fertig und die Chorkirche zur Nebenkirche. Den Vorschlag der Katholiken die Jesuitenkirche mit der Heilig-Geist-Kirche zu tauschen lehnten die Protestanten ab. Doch dann entstanden nach dem Ersten Vatikanischen Konzil die Altkatholiken. Am 26.1.1873 fand ihr erster Gottesdienst in der Peterskirche statt, am 8.3. 1874 hielt ihr erster Pfarrer Rieks dort den ersten Gottesdienst, doch nach dem Badischen Altkatholikengesetz stand ihnen ein Kirche zu. Am 21.7. wurde mit Zustimmung von Bischof Reinkens der Antrag auf staatliche Anerkennung mit einer Mitgliederliste von 326 Selbständigen und 786 Familienangehörigen gestellt, einen geringen im Vergleich zu 6.552 römischen Katholiken. Trotz Protesten des römischen Pfarrers und trotz Verweigerung der Schlüsselübergabe am 15.9. 1874 fand am 20.9. 1874 dort der erste altkatholische Gottesdienst statt (120ff). Jahre vergingen und das Badische Bildungsministerium fragte, ob nicht das Heidelberger Universitätsjubiläum in der Heilig-Geist-Kirche ohne Mauer gefeiert werden könne. Beide dort gottesdiensthaltende Konfessionen stimmten zu. Auch die Römer konnte man übergangsweise gewinnen und so wurde die Scheidemauer vom 16.8. bis 10.10.1885 abgetragen. Am 3. und 4.8. 1886 fand der Festakt statt, doch dann einigten sich Altkatholiken und Reformierte auf eine gemeinsame Nutzung. Sie hatten aber die Rechnung ohne die Römer gemacht, die die Chorkirche zwar verkauft hätten, aber nicht zum angebotenen Preis. Letztlich urteilte das Reichsgericht am 20.10.1891, das die Mauer wieder stehen muss. Mit dem Wiederaufbau wurde letztlich am 19.6. 1893 begonnen. Weil man sich über die Baukosten stritt, war man erst im Frühjahr 1897 fertig. Baukosten waren dann auch der Grund, warum die Trennmauer 1936 endgültig fiel. Den Römer waren die Unterhaltskosten zu hoch und 100.000 Reichsmark von den Reformierten waren nicht zu verachten. Wegen den 272 Altkatholiken sollte das Geschäft nicht scheitern (201). Denen wurde schließlich die alte Englische Kirche angeboten, die Peterskirche war wohl zu groß. Am 16.2. 1936 feierten schließlich die Altkatholiken ihren letzten Gottesdienst in der Chorkirche, am 11.5. 1936 wurde die Chorkirche verkauft, am 24.6. 1936 war die Scheidewand endgültig gefallen. Danach folgte eine lange Renovierung der Kirche mit dem Kirchenfensterstreit, den du aber auch bei Petracca nachlesen kannst. So viel Inhalt – so viel Sterne, also 5 Sterne.

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Die Heiliggeistkirche in Heidelberg im Wandel der Zeiten

von Matthias Schwara

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  • Produktbild: Die Heiliggeistkirche in Heidelberg im Wandel der Zeiten
  • Aus dem Inhalt: Heiliggeiststift – Simultaneum – Scheidemauer – Eigentum – Nutzungsrechte – Baulasten – Rechtsentwicklung im 19. Jhd. – Universitätsjubiläum und Mauerfall 1886 – Reichsgerichtsurteil – Ablösungsvertrag 1936 – Aktuelle Baupflichten – Turmuhr.