Wer war Caspar Hauser? Wo kam er her? War er wirklich Kind im Mann? Jahrelang in einem dunklen Loch festgehalten? Oder nur ein guter Betrüger? Noch heute ist die Geschichte des "Jünglings" höchst umstritten. Eines ist allerdings klar: Sein Schicksal hat die Menschen im Nürnberg des frühen 19. Jahrhundets bewegt und gefesselt. Eines Tages taucht Caspar einfach so, wie aus dem Nichts, am Unschlittplatz in Nürnberg auf, kaum dass er richtig laufen kann oder sprechen, geschweige denn sich selbst zurechtfinden. Im Laufe der Zeit bzw. des Romans erfährt man immer mehr Details aus dem früheren Leben des jungen, von kindlicher Unschuld geprägten Mannes.
Doch wird ihm keine Chance gelassen, sich diese Unschuld zu bewahren, werden seine Erzählungen doch von Anfang an angezweifelt, ihm teilweise fanatisch aufgelauert, um irgendwo eine Ungereimtheit zu entdecken. Zudem wird der außergewöhnliche Bursche vorgeführt wie ein Zirkuspony.
Deshalb kommt was kommen muss: Der Leser muss miterleben, wie Caspar das erste Mal in seinem Leben lügt - und ertappt wird. Schlimmer ist, dass er ebenfalls miterleben muss, wie Caspars Lügen routinierter werden, er sich den mangelhaften Menschen immer mehr angleicht.
Eine furchtbar spannend erzählte Geschichte, wie weit es auch her sei mit Caspar Hausers Vergangenheit, ein trauriges Exempel dafür, wie grausam Menschen sein können und doch gibt es auch in diesem Roman die "guten Seelen", die bis zum Ende beweisen, dass es so nicht sein muss und darf.
Für mich eine sehr bewegende Geschichte, die trotz der recht hohen Seitenzahl stets kurzweilig bleibt!
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