Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller. Er war der Sohn eines Armenarztes, besuchte 1838-1843 die Ingenieurschule der Petersburger Militärakademie, widmete sich ab 1845 jedoch ganz der schriftstellerischen Tätigkeit. Wegen seiner Teilnahme an einem revolutionären Zirkel wurde er 1849 verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor der Erschießung wurde das Urteil in Zwangsarbeit und anschließendem Militärdienst in Sibirien umgewandelt. 1859 kehrte er nach Petersburg zurück. Zwischen 1862 und 1871 unternahm er ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Frankreich, England und Italien. Fast alle seiner neun Romane erschienen ursprünglich in Form von Feuilleton-Romanen, weshalb sie die für dieses Genre typischen kurzen Spannungsbögen aufweisen. Das macht sie trotz ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität selbst für unerfahrene Leser leicht zugänglich.
Der vorliegende Band ist der letzte seiner Romane (1880) und zählt neben "Schuld und Sühne" und "Der Idiot" zu seinen bekanntesten Hauptwerken. Seine Bücher wurden in mehr als 170 Sprachen übersetzt.
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19 Bewertungen
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Atemberaubend
Sebastian am 19.07.2025
Bewertungsnummer: 2544101
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Nichts weniger als ein wahres Meisterwerk. Ein Ausfluss gottgleicher literarischer Schöpferkraft.
Ja, das Buch ist wirklich so gut, wie alle sagen und ja, es ist wert, sich die Zeit für diese 1200 Seiten zu nehmen.
Es lohnt sich
Lukas aus Duisburg am 16.03.2024
Bewertungsnummer: 2155251
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Lasst euch nicht entmutigen von den Bewertungen.
Es ist das beste was ich bisher gelesen habe. 3 Monate vor seinem Tod veröffentlicht, der sowohl längste, aber auch beste und vollkommenste Roman Dostojewskis.
Jeder Hauptcharakter hat so eine starke eigene Persönlichkeit, insbesondere die 3 Brüder Karamasow, aber auch der Rest der Figuren. Es gibt viele kleine Nebenschauplätze, viele Ausschweifungen, oft in Form von Monologen über Gott, die Welt oder die Kirche, aber das ist nunmal Russische Literatur im 19. Jahrhundert und das ist vorallem nunmal Fjodor Dostojewski.
Vorwürfe, es werde zu viel geschwafelt, die Handlung aus den Augen verloren, regelrecht zur Nebensächlichkeit , die Frage über die Existenz Gottes oder ähnliches sei der eigentliche Inhalt, die eigentliche Handlung, sind allerdings absoluter Quatsch. Wer das behauptet hat anscheinend nach dem ersten Monolog Iwan Karamasows aufgehört zu lesen, wahrscheinlich weil er überfordert war. Was ich sehr gut verstehen kann, ich würde niemandem raten mit den Brüdern K. den Einstieg in Dostojewski zu machen , da eignet sich beispielsweise Schuld und Sühne besser für.
Was ich aber schade finde ist, sich eine Meinung zu bilden ohne überhaupt die Hälfte des Romans gelesen zu haben und sie dann als vermeintliche Expertin zu veröffentlichen.
Jeder einzelne Nebenschauplatz in den Brüdern K. , macht aus der Geschichte das was sie ist. Es gibt eine Kernaussage, die sich durch den ganzen Roman zieht, eine die, finde ich, wenn man sich mit ihr beschäftigt sehr schön ist(hier verzichte ich auf weitere Ausführung weil ich niemanden spoilern will) und, die man erst versteht, wenn man den Roman ganz gelesen hat. Nicht umsonst sagt Sigmund Freud , der wahrscheinlich bedeutendste Psychologe seiner , wenn nicht aller Zeiten, über die Brüder K, es sei der großartigste Roman der je geschrieben wurde. Auf Tiktok hat mal jemand gesagt , es gebe sein Leben bevor er die Brüder K. gelesen hat, und sein Leben danach, und das seien zwei komplett verschiedene Dinge. Das sind alles sehr große Worte, aber ich kann verstehen wo sie herkommen. Die Brüder Karamasow haben mich wahrscheinlich geprägt wie kein anderes Buch zuvor es getan hat, und wie es wahrscheinlich keins mehr tun wird.
Es ist selbstverständlich nur ein Roman und nur eine Geschichte, aber mich und viele andere hat der Roman Die Brüder Karamasow dermaßen beeindruckt, dass er immer ein Teil von mir sein wird und als mein Lieblingsbuch, einen Platz in meinem Herzen haben wird.
Was ich eigentlich sagen will ist, dass es zu 100% hier und da schwer zu lesen, schwer zu verstehen ist. Aber das ist kein Grund, aufzuhören und erst recht keiner garnicht anzufangen die Brüder Karamasow zu lesen. Es wird sich lohnen!
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