Georgien, 2002: Die Kommunisten sind schon lange fort, aber besser geworden ist trotzdem nichts. Es gibt kaum Arbeit, und wenn es Arbeit gibt, gibt es keinen Lohn. Und wenn es doch Lohn gibt, dann liegt das daran, dass die Arbeit . . . vielleicht nicht ganz sauber ist.
Aber einen aufrechten Mann gibt es in Georgien, einen, der die Werte hochhält und dem die Korruption nichts anhaben kann: Slims Achmed Makaschwili, seines Zeichens bescheidener kleiner Anwalt beim Seerechtsministerium. Entschlossen, seinem rückwärtsgewandten Land zu neuen Chancen, Effektivität, kurzum: zum amerikanischen Traum zu verhelfen, wendet er sich in langen, hingebungsvollen Briefen an Hillary Clinton und malt ihr in schillernden Farben seine Vision eines modernen Georgien aus – immerhin ist die Senatorin Schirmherrin eines Programms, das Unternehmen in ehemaligen Sowjetländern schulen soll in erfolgreicher Geschäftsführung.
Allen Unkenrufen und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz wird Slims erhört und eingeladen – nach San Francisco! Für sechs Wochen! Diese Reise wird sein Leben und eine ganze Nation verändern. Endlich kann er sich aus der Nähe ansehen, wie der Fortschritt funktioniert. Doch Slims ist noch nicht sehr lang in Amerika . . . da kommen ihm seine laute, keifende Familie und sein gepeinigtes, feierfreudiges Land gar nicht mehr so blöd vor.
Ein großartiger Schelmenroman, eine unwirkliche Satire – und ein Werk von sprühender Fabulierlust und größtem Ideenreichtum.
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Interessantes Buch
Wuestentraum am 17.04.2021
Bewertungsnummer: 904777
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Georgien, 2002: Die Kommunisten sind schon lange fort, aber besser geworden ist trotzdem nichts. Es gibt kaum Arbeit, und wenn es Arbeit gibt, gibt es keinen Lohn. Und wenn es doch Lohn gibt, dann liegt das daran, dass die Arbeit. vielleicht nicht ganz sauber ist. Aber einen aufrechten Mann gibt es in Georgien, einen, der die Werte hochhält und dem die Korruption nichts anhaben kann: Slims Achmed Makaschwili, seines Zeichens bescheidener kleiner Anwalt beim Seerechtsministerium. Entschlossen, seinem rückwärtsgewandten Land zu neuen Chancen, Effektivität, kurzum: zum amerikanischen Traum zu verhelfen, wendet er sich in langen, hingebungsvollen Briefen an Hillary Clinton und malt ihr in schillernden Farben seine Vision eines modernen Georgien aus immerhin ist die Senatorin Schirmherrin eines Programms, das Unternehmen in ehemaligen Sowjetländern schulen soll in erfolgreicher Geschäftsführung. Allen Unkenrufen und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz wird Slims erhört und eingeladen nach San Francisco! Für sechs Wochen! Diese Reise wird sein Leben und eine ganze Nation verändern. Endlich kann er sich aus der Nähe ansehen, wie der Fortschritt funktioniert. Doch Slims ist noch nicht sehr lang in Amerika. da kommen ihm seine laute, keifende Familie und sein gepeinigtes, feierfreudiges Land gar nicht mehr so blöd vor.
Die Autorin war selbst in Georgien gewesen und hatte dort Englisch unterrichtet. Dadurch hatte sie natürlich einen expliziten Einblick in das Land, die Entbehrungen und für die Menschen dort.
Slims Achmed Makaschwili möchte etwas in seinem Land, Georgien, verändern.
Seit es ein unabhängiger Staat ist, geht es den Leuten nicht besser, Geld fehlt überall, wenn man Glück hat, läuft zwischendurch mal der Strom.
Slims schreibt schöne und ausführliche Briefe an Hillary Clinton, in denen er ausführlich sein Land und die Menschen dort beschreibt. Und durch einen Zufall erhält Slims eine Einladung in die USA, die er so herbeigesehnt hat. Er idealisiert im Vorfeld Amerika so sehr, dass die Ernüchterung bei seinem Aufenthalt dort schnell eintreten musste.
Die Autorin Christina Nichol hat in einem außergewöhnlichen Sprachstil dieses Buch kreiert. Trotz der ernsten und traurigen Hintergründe in Georgien, die Geld- und Arbeitsnot, lässt sie die Gastfreundschaft, Familiensinn, den Zusammenhalt der Menschen, den Optimismus und die Feierfreude dort bildhaft durchblicken. Durch den satirehaften Ausdruck kann man oft herzhaft lachen oder schmunzeln, obwohl man als Leser die Ernsthaftigkeit dahinter niemals vergisst.
Ein außergewöhnliches Buch und ein unerwartetes Ende, viele bildhafte Informationen über das Land und die Menschen in Georgien, welche ich vorher nicht in dem Ausmaß kannte und die dieses Buch damit noch interessanter gemacht haben. Der ungewöhnliche Sprachstil der Autorin war anfangs etwas ungewohnt, doch schnell konnte ich in die Geschichte und das Buch eintauchen. Gerade weil es ein etwas anderes Buch war, hat es mir viele interessante Lesestunden bereitet.
"Aber wie ist es möglich,…
sofie am 21.02.2016
Bewertungsnummer: 2705101
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Aber wie ist es möglich, eingehend über die Lösung der Probleme unseres Landes nachzudenken, wenn wir stattdessen immer nur über Elektrizität nachdenken?" (S. 106) Georgien, im Jahr vor der sogenannten „Rosenrevolution“. Der Held und Ich-Erzähler der Geschichte ist Slims Achmed Makaschwili, ein Anwalt im Meeresministerium von Batumi am Schwarzen Meer. Slims versucht seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, macht sich viele Gedanken über sein Heimatland und träumt gleichzeitig von einer Auswanderung nach Amerika. Aber hauptsächlich wartet er darauf, dass der Strom wiederkommt. Der Originaltitel (und wie ich finde auch passendere Titel) heißt dementsprechend auch „Waiting for the electricity“. Die Autorin, Christina Nichol, ist Amerikanerin und kennt den Georgien und den Kaukasus von Arbeiten für NGOs. Im Normalfall bin ich immer etwas skeptisch, wenn ein „westlicher“ Autor über Osteuropa schreibt, denn oft wirkt das dann etwas herablassend. Doch das ist in diesem Roman überhaupt nicht der Fall, ganz im Gegenteil zeichnet die Autorin ein sehr liebevolles Bild eines Landes zwischen Ost und West. Und dabei kritisiert sie durchaus die georgische Gesellschaft, gleichzeitig zeigt sie aber auch die Probleme ihres eigenen Landes. Der Roman hat sehr viel Witz, macht gleichzeitig aber auch sehr neugierig auf Georgien und seine Geschichte. Ich habe zumindest während des Lesens immer mal wieder etwas nachgeschlagen. Die Geschichte an sich entwickelt sich eher langsam und es gibt durchaus auch einige Längen. Mich persönlich hat das allerdings weniger gestört, ich mag es, wenn sich ein Buch Zeit für seine Figuren und ihre Entwicklung lässt. Von mir gibt es eine Empfehlung und 5 von 5 Sternen.
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