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Band 48

Toleranz Ein philosophischer Kommentar

Aus der Reihe Theorie und Gesellschaft

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.05.2016

Herausgeber

Eva Buddeberg + weitere

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

354

Maße (L/B/H)

17,5/10,8/2,5 cm

Gewicht

289 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Eva Buddeberg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29783-4

Beschreibung

Rezension

»... eine Schrift, die zu den wichtigsten Werken der neuzeitlichen Toleranzphilosophie gehört.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Vor allem aber ist die Aktualität von Bayles Schrift unabgegolten, und mehr denn je in diesen Tagen, in denen nicht nur Toleranz überhaupt, sondern gerade auch religiöse Toleranz hüben und drüben zwischen die Mahlsteine der Fundamentalisten gerät ...« ("Frankfurter Rundschau")
»Insgesamt legen die Herausgeber eine verdienstvolle Edition vor, die die wertvollen Arbeiten von Rainer Forst zum Thema Toleranz erfreulich ergänzen.« ("Theologische Literaturzeitung")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.05.2016

Herausgeber

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

354

Maße (L/B/H)

17,5/10,8/2,5 cm

Gewicht

289 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Eva Buddeberg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29783-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag GmbH
Torstr. 44
10119 Berlin
DE
info@suhrkamp.de

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  • "Eva Buddeberg und Rainer Forst

    Zur Einleitung: Pierre Bayles Theorie der Toleranz

    Pierre Bayle

    Toleranz

    Vorrede

    Mehrere Bemerkungen, die sich von denen des Kommentars unterscheiden

    Philosophischer Kommentar zu folgenden Worten des Evangeliums nach Lukas, Kapitel 14, Vers 23: Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf dass mein Haus voll werde

    Erster Teil

    Die Zurückweisung der wortgetreuen Auslegung dieser Passage

    Erstes Kapitel

    Dass das natürliche Licht oder die allgemeinen Grundsätze unserer Erkenntnisse der formgebende und ursprüngliche Maßstab aller A

    uslegung der Heiligen Schrift, besonders in Bezug auf die Sitten, sind

    Zweites Kapitel

    Erste Widerlegung der wortgetreuen Auslegung der Worte Nötige sie hereinzukommen mit der Begründung, dass sie den ganz eindeutigen Ideen des natürlichen Lichts widerspricht

    Drittes Kapitel

    Zweite Zurückweisung derselben wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass sie dem Geist des Evangeliums widerspricht

    Viertes Kapitel

    Dritte Widerlegung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass diese die Grenzen zunichtemacht, die Gerechtigkeit von Ungerechtigkeit trennen, und das Laster in Tugend verkehrt und so zum Zerfall der Gesellschaften führt

    Fünftes Kapitel

    Vierte Widerlegung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass sie den Ungläubigen einen sehr plausiblen und sehr vernünftigen Vorwand liefert, keine Christen in ihr Land zu lassen und sie aus allen Orten zu verjagen, an denen sie sie finden

    Sechstes Kapitel

    Fünfte Zurückweisung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass für ihre Umsetzung Verbrechen unvermeidlich sind und dass es keine Entschuldigung ist zu sagen, man bestrafe die Ketzer nur, weil sie gegen Erlasse verstoßen haben

    Siebtes Kapitel

    Sechste Zurückweisung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass sie der christlichen Religion ein starkes Argument nimmt, dessen sie sich gegen den Islam bedient

    Achtes Kapitel

    Siebte Zurückweisung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass sie den Kirchenvätern lange unbekannt war

    Neuntes Kapitel

    Achte Widerlegung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass sie die Klagen der ersten Christen gegen die heidnischen Verfolgungen gegenstandslos macht

    Zehntes Kapitel

    Neunte und letzte Zurückweisung der wortgetreuen Auslegung mit der Begründung, dass sie die wahren Christen einer dauerhaften Unterdrückung aussetzen würde, ohne dass man irgendetwas a

    nführen könnte, was diese Entwicklung aufhalten könnte, außer dem, was der Grund für den Kampf zwischen den Verfolgern

    Zweiter Teil

    Die Antwort auf mögliche Einwände gegen das oben Bewiesene

    Erstes Kapitel

    Erster Einwand. Man wendet keine Gewalt an, um das Gewissen zu zwingen, sondern um diejenigen wachzurütteln, die die Prüfung der Wahrheit ablehnen. Der Trugschluss eines solchen Gedankens. Prüfung dessen, was man Verstocktheit nennt

    Zweites Kapitel

    Zweiter Einwand. Die wortgetreue Auslegung wird dadurch abscheulich, dass man Gottes Wege nach dem Maßstab menschlicher Wege beurteilt: Sobald Menschen aus Leidenschaft handeln, beeinträchtigt das ihr Urteilsvermögen; doch daraus folgt nicht, dass Gott darin nicht durch die wunderbaren Kräfte seiner Vorsehung sein Werk vollbringt. Über die Falschheit dieses Gedankens und über die gewöhnlichen Auswirkungen von Verfolgungen

    Drittes Kapitel

    Dritter Einwand. Man verschärft die Dinge böswillig, indem man das von Jesus Christus gebotene Nötigen mit der Vorstellung von Schafott, Rad oder Galgen gleichsetzt, statt nur, wie man sollte, von Geldstrafen, von Verbannungen und anderen kleinen Widrigkeiten zu sprechen. Über die Absurdität dieser Ausrede und darüber, dass, wenn man eine wortgetreue Auslegung zugrunde legt, die Todesstrafe plausibler ist als die Misshandlungen, die Plünderungen und die Verhaftungen, von denen man in Frankreich Gebrauch gemacht hat

    Viertes Kapitel

    Vierter Einwand. Man kann die wortgetreue Auslegung der Worte Nötige sie hereinzukommen nicht verurteilen, ohne gleichzeitig auch die von Gott den Juden gegebenen Gesetze und das Verhalten zu verurteilen, das die Propheten bei mehreren Gelegenheiten gezeigt haben. Inkongruenz und besondere Gründe für das alte Gesetz, die für das Evangelium keine Anwendung finden

    Fünftes Kapitel

    Fünfter Einwand. Die Protestanten können die wortgetreue Auslegung der Aufforderung zur Nötigung nicht beanstanden, ohne die weisesten Herrscher und Kirchenväter, ja ohne sich selbst zu verurteilen, denn sie dulden andernorts keine anderen Religionen, und sie selbst haben manches Mal Ketzer – beispielsweise Servetus – zum Tode verurteilt. Die Täuschung derer, die diesen Einwand machen: besondere Gründe, die Papisten nicht zu tolerieren

    Sechstes Kapitel

    Sechster Einwand. Toleranz zu lehren kann einen Staat nur in Wirren aller Art stürzen und zu einem grauenhaften Gemisch von Sekten führen, die das Christentum entstellen. – Antwort auf diesen Gedanken. In welchem Sinne sollten Fürsten der Kirche fürsorgliche Väter sein

    Siebtes Kapitel

    Siebter Einwand. Man kann den Zwang in der wortgetreuen Auslegung nicht bestreiten, ohne eine allgemeine Toleranz zuzugestehen. Antwort darauf, und dass die Schlussfolgerung wahr, jedoch nicht absurd ist. Prüfung der Einschränkungen, die einige Verfechter einer teilweisen Toleranz fordern

    Achtes Kapitel

    Achter Einwand. Man verunglimpft die wortgetreue Auslegung des Zwanges auf bösartige Weise, indem man irrtümlich unterstellt, sie legitimiere Gewaltakte gegen die Wahrheit. Die Antwort darauf zeigt, dass die wortgetreue Auslegung in der Tat Verfolgungen, die sich gegen die Sache der Wahrheit richten, gutheißt und dass ein Gewissen, das sich irrt, dieselben Rechte wie ein einsichtiges Gewissen hat

    Neuntes Kapitel

    Prüfung einiger Einwände gegen das, was im vorangehenden Kapitel über das Recht des irregeleiteten Gewissens dargelegt wurde. Bestätigung dieses Rechts anhand von Beispielen

    Zehntes Kapitel

    Fortsetzung der Antwort auf die Schwierigkeiten in Bezug auf das Recht des irregeleiteten Gewissens. Prüfung der oft geäußerten Ansicht, dass Ketzer unrecht haben, wenn sie gegen ihre Verfolger Vergeltung üben. Argumente, dass ein irregeleitetes Gewissen manchmal, wenn auch nicht immer, diejenigen, die ihm folgen, entlasten kann

    Elftes Kapitel

    Ergebnis dessen, was in den zwei vorangegangenen Kapiteln bewiesen wurde und zumindest eine Zurückweisung der Interpretation von Zwang

    Danksagung der Übersetzerin"