Einst war er der »Große Zabbatini«, der 1939 in Berlin als Bühnenzauberer Erfolge feierte, heute ist er ein mürrischer alter Mann in Los Angeles, der den Glauben an die Magie des Lebens verloren hat. Bis ihn ein kleiner Junge aufsucht, der mit Zauberei die Scheidung seiner Eltern verhindern will. Ein bewegender und aberwitziger Roman über verlorene und wiedergewonnene Illusionen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Berlin
5/5
20.04.2016
eBook (ePUB 3)
Der Trick
Der Roman gehört zu jenen, die man nicht vergessen kann. Ich bin sicher, selbst in Monaten und Jahren werde ich mich an diese bezaubernd geschriebene Geschichte erinnern. Einfach großartig erzählt. Unvergesslich. Umarmung für den Autor!
Sylvia Mangl
aus Wien
5/5
10.03.2016
eBook (ePUB 3)
Der Trick
Laibl Goldenhirsch muß in den Krieg ziehen und als er zurückkommt, ist seine Frau Rifka schwanger. Notgedrungen glaubt er an ein Wunder und so wird er schließlich Vater von Mosche Goldenhirsch. Doch die beiden tun sich schwer miteinander und als Rifka früh stirbt, reisst Mosche von zu Hause aus und schließt sich einem Zauber-Zirkus an. Dort geht er bei dem berühmten Halbmondmann in die Lehre und wird nebenbei der Liebhaber von dessen Freundin. Nach einem Unfall im Zirkus fliehen die beiden nach Berlin und er wird zum großen Zabbatini, bis der Halbmondmann ihn findet und ihn an die Nazis ausliefert
Im Jahr 2007 erfährt Max Cohn, dass seine Eltern sich scheiden lassen wollen. Er glaubt, dass er Schuld daran hat, weil er kurz zuvor seinen Vater verwünscht hat und meint, er müsste das wieder hinkriegen. Bei den Sachen seines Vaters findet er eine alte Schallplatte mit Aufnahmen von Zaubersprüchen des großen Zabbatini. Darauf soll sich ein Liebeszauber befinden und den will er bei seinen Eltern anwenden. Als er die Platte abspielen will, ist sie kaputt. Also macht er sich auf die Suche nach dem alten Zauberer und er wird auch fündig. Doch der alte Mann ist nicht geneigt, dem Knaben zu helfen vorerst.
In zwei Erzählsträngen springt Emanuel Bergmann abwechselnd zwischen den Anfängen von Mosche Goldenhirsch und seinem weiteren Leben, und der Misere von Max Cohn und somit dem Ende des Lebens des großen Zabbatini alias Mosche Goldenhirsch hin und her. Auf wundersame Weise spannt sich ein großer Bogen über ein langes ereignisreiches und auch tragisches Leben.
Dieses Buch ist komisch, tiefsinnig, traurig, emotional, alles Mögliche. In jedem Fall ist es wert, gelesen zu werden.
Ursula Kutzer
aus Wien
4/5
07.03.2016
eBook (ePUB 3)
Origineller Erstlingsroman
Und noch eine Diogenes Neuerscheinung, die wieder einmal beweist, dass man beinahe blind zu den weißen Bänden des Schweizer Verlags greifen kann. Los Angeles, 2007. Der zehnjährige Max Cohn hofft, mit Hilfe eines alten, abgehalfterten Zauberers, einst der "Große Zabbatini", die Ehe seiner Eltern retten zu können. Dieser lebt als mürrischer alter Mann in einem Altersheim und denkt nicht daran, dem Buben zu helfen, außer die geforderte Gegenleistung wird erfüllt. In Rückblenden wird das Leben des Großen Zabbatini erzählt, 1919 als Sohn eines Rabbis in Prag geboren. Und erst ganz am Ende des Buches erkennt der Leser den Zusammenhang zwischen den beiden Erzählsträngen. Wirklich gut erzählt, originelle Geschichte, schöne Sprache, eigenwillige Charaktere, bitte mehr von dem deutschen Autor Emanuel Bergmann!
Emma Zecka
5/5
26.12.2022
Hörbuch-Download
Eine fiktive Biografie eines großen Zauberers
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die nach und nach zusammenkommen. Wir lernen Mosche Goldenhirsch kennen, der als Sohn eines Rabbiners kurz nach dem ersten Weltkrieg in Prag geboren wird. Als er einen Zirkus besucht, entdeckt er nicht nur seine Liebe zur Zauberei. Der zehnjährige Max Cohn muss mit der Scheidung seiner Eltern klarkommen. Als er in der Garage in den Sachen seines Vaters eine Schalplatte des großen Zabbattinis entdeckt, schöpft er neue Hoffnung: Der große Zabbattini kennt nämlich den Zauber der ewigen Liebe. Max hat aber ein Problem. Die Schallplatte bleibt hängen und er erfährt nicht, was es für den Zauber braucht. Kurzerhand macht er sich auf die Suche nach dem großen Zabbattini.
Der Inhalt hat mich sehr bewegt. Wir lernen nämlich die zwei Leben des großen Zabbattinis kennen: Mosche, der in die Rolle des persischen Zauberers schlüpft, in der Hoffnung sein Überleben während des Nationalsozialismus zu sichern und dem alten Zabbattini, der zurückgezogen und allein in Los Angeles lebt. Eigentlich hatte er mit seinem Leben abgeschlossen. Bis Max vor seiner Tür steht.
Ich muss zugeben mit dem alten Zabbattini, einem Mann, der weiß, was er will und viele Tricks kennt, um sich das auch zu holen, hatte ich Mühe. Mir fiel es schwer, ihn zu mögen. Was mir aber geholfen hat war, die zweite Zeitebene: Mosches Biografie zu erleben, mitzubekommen, wie sein Leben nur von einer Person einfach so zerstört wird. Das das nicht spurlos an einem Menschen vorbeigeht, ist nachvollziehbar. Durch die Perspektive bekam der Roman eine Tiefe, da Zabbattini nicht einfach den Stempel eines alten, egoistischen Mannes aufgedrückt bekommt.
Das Hörbuch wurde ungekürzt sowohl als Download als auch als CD im Diogenes Verlag produziert. Bei mir durfte das Hörbuch als CD einziehen. Die CDs sind einzeln verpackt und werden in einer CD Box aufbewahrt, die für eine schicke Aufmachung sorgt. Warum ich mich damals für das Hörbuch entschieden habe, war der Sprecher Stefan Kaminski, der eine wirklich tolle Arbeit macht.
Er muss die Stimmung der beiden Handlungsstränge aufgreifen: In Mosches Perspektive lernen wir einen Mann kennen, der in ständiger Anspannung lebt. Kaminski liest also leiser und etwas weicher. In Max Perspektive hingegen liest er laut und schnell, aber nicht so, dass Inhalt verloren geht, sondern das durch die Geschwindigkeit für eine Dynamik gesorgt wird.
Der Schreibstil hat mich positiv überrascht. Durch die beiden Handlungsstränge ist es dem Autor gelungen, eine tiefgründige Handlung zu erschaffen. Beeindruckt hat mich auch wie Bergmann mit dem Thema Nationalsozialismus umgegangen ist. Stellenweise hatte ich manchmal die Sorge, dass er Grenzen überschreitet, aber dann gab es immer wieder die Momente, in denen ich den Eindruck hatte, dass er nochmal die Kurve kriegt und an den großen Fettnäpfchen vorbeikommt.
Gefallen haben mir auch seine Dialoge. Nicht nur, weil sie Konflikte gut herausarbeiten, sondern auch für Szenen sorgen, welche der Handlung eine Leichtigkeit verleihen.
Bewertung
5/5
09.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine Geschichte die - entschuldigigen...
Eine Geschichte die - entschuldigigen Sie den Wortwitz - verzaubert!
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