Ein abgetrennter Zeigefinger, mysteriöse Botschaften. Alles andere als ein klassischer Entführungsfall. Der kauzige, aus Stuttgart nach Heidelberg versetzte Kriminalhauptkommissar Nawrod, und die junge türkische Kommissaranwärterin Nesrin Yalcin tappen im Dunkeln. Der Fall nimmt ein ungeheures Ausmaß an, nachdem ein zweites Opfer entführt, verstümmelt und mit dessen Ermordung gedroht wird. Die Nachforschungen führen bis in die höchsten Kreise der katholischen Kirche. Tiefste Abgründe und eine Mauer des Schweigens stellen das Ermittlerteam vor eine kaum lösbare Aufgabe. Als Kommissar Nawrod selbst zur Zielscheibe des Täters wird, kommt es zu einem gnadenlosen Showdown. Toni Feller, als ehemaliger Kriminalkommisar und Erfolgsautor sowohl in der Literatur, als auch in der Kriminalistik zu Hause, ist bekannt für seine packenden und authentischen Thriller, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.
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Dreh dich ja nicht um, sonst kommt der Satan zu dir!
Igelmanu66 aus Mülheim am 26.01.2021
Bewertungsnummer: 852552
Bewertet: Buch (Paperback)
Es wiederholt sich. Immer und immer wieder. Er will doch nicht, dass der Satan zu ihm kommt. Die Schmerzen sind manchmal so stark, dass er nicht mehr richtig gehen kann. Benjamin, der dritte Bub, war nur zweimal dabei. Dann ist er vor den Zug gelaufen. Das würde er nie machen, denn bestimmt wäre dann seine Mama sehr traurig. Mama darf das alles nicht wissen, sonst kommt zu ihr der Satan und nimmt sie mit in die Hölle. Er muss es für sich behalten, ganz allein für sich.
Sie waren kleine Jungen, Ministranten, als sie von mehreren Pfarrern über Jahre hinweg missbraucht wurden. Ihr ganzes Leben wurde dadurch geprägt, hat sie traumatisiert, sie unfähig gemacht, ein normales Leben zu führen. Und mehr als einer von ihnen hat es nicht mehr ertragen, dieses Leben und hat es selbst beendet. Die Überlebenden beschließen, sich zu rächen. Und noch mehr
Davon ahnt Kriminalkommissar Nawrod nichts, als er das an ihn adressierte Päckchen aufmacht und darin einen abgetrennten Finger findet, begleitet von einer geheimnisvollen Nachricht. Wieso wurde der Finger ausgerechnet an ihn geschickt? Kann ein Zusammenhang bestehen zu dem eigenartigen Todesfall, den er kürzlich als Selbstmord enttarnte? Kaum dass er gemeinsam mit seiner jungen Partnerin Nesrin Yalcin die Ermittlungen aufgenommen hat, erreicht ihn schon das nächste Päckchen. Und auch das wird nicht das letzte bleiben
Ein tolles Buch, spannend bis zum Schluss. Mal verfolgen wir die Taten der Rächer, mal die Ermittlungen von Nawrod und Yalcin. Dazwischen gibt es einige Rückblenden zu den Missbrauchsfällen, eine kurze Passage daraus habe ich zu Beginn dieser Rezi zitiert.
Die Ermittler waren mir beide ungeheuer sympathisch. Wie es sich für ein ordentliches Team gehört, sind sie herrlich verschieden und haben beide ihre Schrullen. Von Nawrod erfahren wir auch, dass er in seiner Dienstvergangenheit etwas Traumatisierendes erlebt hat, was ihn zeitweilig außer Gefecht gesetzt und ihn letztlich seine Ehe gekostet hat. Aber ganz Kerl wie er ist, bemüht er sich nach Kräften, seinen Job zu machen. Und dabei ist er richtig gut, bekommt aber regelmäßig Angst, wenn Yalcin fährt. Das wurde schon fast zum Running Gag, denn sie scheint die Straße als Formel 1 Strecke zu empfinden.
Die Ermittlungen selbst kamen mir sehr authentisch vor. Nach meinem Empfinden merkt man, dass der Autor selbst ein ehemaliger Kriminalkommissar ist. Und trotz der wechselnden Handlungsstränge erfährt man erst sehr spät, wer nun tatsächlich die Täter sind.
Zum Cover möchte ich auch noch ein Wort verlieren, denn der Schriftzug liegt schön dick auf, ebenso der Blutfleck darunter. Auf dem Kreuz ist noch ein Schriftzug, den man auf dem kleinen Bild natürlich nicht erkennen kann.
Das war mein erstes Buch von Toni Feller. Ich werde sicher noch andere von ihm lesen. Und ganz gewiss würde ich mich freuen, wenn es einen weiteren Fall für Nawrod und Yalcin geben würde.
Nah an der Realität
Bewertung aus Mannheim am 26.01.2021
Bewertungsnummer: 1091614
Bewertet: Buch (Paperback)
Am Anfang hat sich die Handlung etwas gezogen. Aber nach ein paar Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung beschreibt die Rache von missbrauchten Kindern durch Pfarrer der katholischen Kirche. Es ist sehr spannend geschrieben, man leidet richtig mit. Ein sehr gutes Buch, das ich nur weiter empfehlen kann.
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