Blutgericht in Texas (The Texas Chain Saw Massacre, 1974)
Kritik:
Die degenerierte wie genreprägende Mutter aller Hinterwäldlerfolterkannibalenfilme hat zwar inhaltlich kein Fleisch am Knochen und ist hemmungslos sadistisch, kommt indes dank forscher, eindringlich roher Inszenierung fast ohne Blut aus: eine mit organischer Harmonie gefilmte und montierte, trotz krudem Plot grimmig-realistisch anmutende Metzelei in grobkörnigen, nüchternen bis überraschend lyrischen Bildern, die eine markige Tonspur, intensiv-morbide Atmosphäre und denkwürdig bizarre Szenen mit zunehmend gehetztem Tempo in detailverliebt-dreckigen Settings bietet, wobei neben einem unheilschwangeren Einstieg sowie dem energischen Kreischkonzert-Finale besonders die kultigen Menschenfresser hervorstechen die beinahe spürbare Absurdität des Geschehens verstärkt den verstörenden Filmeffekt bis zur Alptraumhaftigkeit.
Die Fabelkatze meint:
- Gruselfaktor: mittel
- Figuren: drög
- Schauspiel: überzeugend
- Feind: Killer.
Weitere Informationen:
- US-amerikanischer Film von Tobe Hooper.
- Alternativer Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre. Alternativer deutscher Titel: The Texas Chainsaw Massacre, Das Kettensägenmassaker, Kettensägenmassaker und Die Bestie mit der Ledermaske.
- Sequels: Texas Chainsaw Massacre 2 (The Texas Chainsaw Massacre Part 2, 1986), Leatherface Texas Chainsaw Massacre III (Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III, 1990), Texas Chainsaw Massacre Die Rückkehr (The Return of the Texas Chainsaw Massacre, 1994) und Texas Chainsaw 3D The Legend Is Back (Texas Chainsaw 3D, 2013). Remake: Michael Bays Texas Chainsaw Massacre (The Texas Chainsaw Massacre, 2003).
Zur DVD:
Die vorliegende DVD-Version dauert ohne Abspann 78 Minuten und ist ungekürzt.
Bewertung
5/5
02.03.2019
BluRay (Blu-ray)
Ein Meilenstein des Horrorkinos!
Alles beginnt wie ein idyllischer Sommerausflug, wird jedoch schlagartig zu einem absoluten Albtraum. Mitten im ländlichen Texas geht den fünf jungen Menschen, die dort mit ihrem Auto unterwegs sind, das Benzin aus. Sie geraten in die Fänge einer kannibalischen Familie und was folgt ist blanker Terror…
1974 startete „The Texas Chainsaw Massacre“ zunächst nur in Mitternachts- und Autokinos, wurde jedoch durch die zunehmend positiven Kritiken seitens der Zuschauer bald in ganz Amerika gezeigt. Der Film von Tobe Hooper, der mit einem schmalen Budget von nur 80.000 Dollar gedreht wurde, ist bis heute ein absoluter Klassiker des Horrorkinos und hat dieses enorm beeinflusst.
1973 begannen die Dreharbeiten, die in der sengenden Hitze von Texas 30 Tage dauerten und den Mitwirkenden wirklich alles abverlangten. Das anfängliche Budget von 80.000 Dollar weitete sich in der post-Produktion auf 125.000 Dollar aus, da Hooper fast ein Jahr brauchte, um den Film zu schneiden. Das Ergebnis kann sich aber absolut sehen lassen und wenn man bedenkt, wie erfolgreich der Film im Nachhinein war, kann man auch hier nicht von Geld sprechen, das man zum Fenster rausgeworfen hat. Jeder einzelne Dollar hat sich gelohnt!
In Deutschland kam der Film 1978 in die Kinos und startete hier mit dem ebenfalls sehr reißerischen Titel „Blutgericht in Texas“. Bereits im Kino lief jedoch nur eine um neun Minuten kürzere Version. 1982 wurde diese verstümmelte Version dann auch noch als Video bundesweit beschlagnahmt. Argumentiert wurde hier mit Paragraph 131 (StGB), wonach „The Texas Chainsaw Massacre“ Gewaltverherrlichung ausdrückte und die dargestellte Grausamkeit und Unmenschlichkeit dieses Vorgangs die Menschenwürde verletze. Erst 2011 konnte der neue Vertrieb (Turbinen Medien) erfolgreich einen Antrag durchbringen, wonach dieses Urteil aufgehoben wurde und der Film endlich ungekürzt zu haben ist. Das Media Book kann sich auch wirklich sehen lassen und ist mit diversen Audiokommentaren und 220 Minuten Bonusmaterial ein absoluter Leckerbissen für Filmfans!
Aber ist „The Texas Chainsaw Massacre“ wirklich die (nach so einem Urteil) zu erwartende Splatter- und Blutorgie? Die Antwort lautet nein! Hooper verzichtet fast gänzlich auf explizite Gewaltszenen und arbeitet lieber mit der wirklich beängstigenden Atmosphäre und der mehr als nur beklemmenden und üblen Darstellung seines sadistischen Plots. Die ganze Stimmung des Films legt es darauf an, seine Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Das Setting ist so räudig und so dreckig, dass sich der trockene Texasstaub schon beim Anschauen des Films in die Kehle legt und auch die Aufnahmen im Haus der kannibalischen Familie sind so gut, dass man den Dreck fast riechen kann. Wer hier also eine Blutorgie erwartet, ist an der falschen Adresse, aber wer einen atmosphärisch unheimlich guten Horrorfilm genießen will, der sollte zugreifen, denn viel besser wurden blanker Terror und Horror bisher kaum inszeniert. Absolut zu Recht ist dieser Film ein Meilenstein des Horrorkinos und bis heute eine Inspirationsquelle für viele Regisseure dieses Genres (man nehme als Beispiele nur mal die genialen Horrorstreifen von Rob Zombie). Im heimischen Regal von Cineasten und Horrorfans, sollte dieser Film also keinesfalls fehlen!
Bewertung
4/5
24.05.2021
BluRay (Blu-ray)
Blutgericht in Texas (The Texas Chain Saw Massacre, 1974)
Kritik:
Die degenerierte wie genreprägende Mutter aller Hinterwäldlerfolterkannibalenfilme hat zwar inhaltlich kein Fleisch am Knochen und ist hemmungslos sadistisch, kommt indes dank forscher, eindringlich roher Inszenierung fast ohne Blut aus: eine mit organischer Harmonie gefilmte und montierte, trotz krudem Plot grimmig-realistisch anmutende Metzelei in grobkörnigen, nüchternen bis überraschend lyrischen Bildern, die eine markige Tonspur, intensiv-morbide Atmosphäre und denkwürdig bizarre Szenen mit zunehmend gehetztem Tempo in detailverliebt-dreckigen Settings bietet, wobei neben einem unheilschwangeren Einstieg sowie dem energischen Kreischkonzert-Finale besonders die kultigen Menschenfresser hervorstechen die beinahe spürbare Absurdität des Geschehens verstärkt den verstörenden Filmeffekt bis zur Alptraumhaftigkeit.
Die Fabelkatze meint:
- Gruselfaktor: mittel
- Figuren: drög
- Schauspiel: überzeugend
- Feind: Killer.
Weitere Informationen:
- US-amerikanischer Film von Tobe Hooper.
- Alternativer Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre. Alternativer deutscher Titel: The Texas Chainsaw Massacre, Das Kettensägenmassaker, Kettensägenmassaker und Die Bestie mit der Ledermaske.
- Sequels: Texas Chainsaw Massacre 2 (The Texas Chainsaw Massacre Part 2, 1986), Leatherface Texas Chainsaw Massacre III (Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III, 1990), Texas Chainsaw Massacre Die Rückkehr (The Return of the Texas Chainsaw Massacre, 1994) und Texas Chainsaw 3D The Legend Is Back (Texas Chainsaw 3D, 2013). Remake: Michael Bays Texas Chainsaw Massacre (The Texas Chainsaw Massacre, 2003).
Zur Filmfassung:
Die vorliegende Version ist ungekürzt.
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