Anno 1207. Nach dem Tod ihrer Eltern sind Runja und ihr Bruder auf sich allein gestellt. In Magdeburg geraten sie in die Fänge des machthungrigen Domdekans Laurenz. Der sieht in Runja die einmalige Gelegenheit, seinen Rivalen Pirmin auszuschalten. Denn Runja hat verblüffende Ähnlichkeit mit dessen toter Frau. Während er ihren Bruder als Geisel hält, zwingt Laurenz Runja in den Orden der Vollstrecker, wo sie zur Mörderin ausgebildet wird. Doch das Schicksal will es, dass sie sich in Pirmin verliebt. Nun muss sie sich zwischen dem Leben ihres Bruders und dem ihres Geliebten entscheiden.
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Intrigen und Action im Mittelalter
World of books and dreams am 22.01.2017
Bewertungsnummer: 994534
Bewertet: eBook (ePUB)
Wir schreiben das Jahr 1205, in Seedorf wächst die achtzehnjährige Runja, gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Waldemar, auf. Doch nach einem Angriff durch eine Horde Wenden, bei der ihre Eltern ums Leben kommen, sind die Beiden gezwungen, nach Magdeburg zu fliehen. Hier lebt der Domdekan Laurenz, der nur zu gerne aufsteigen würde, doch dafür müsste er seinen Konkurrenten Pirmin ausschalten, was sich als gar nicht so leicht herausstellt. Als dann jedoch Runja und Waldemar in Magdeburg auftauchen, scheint es, als könnte es doch noch gelingen, einen Plan gegen Pirmin zu schmieden, denn Runja sieht Pirmins verstorbener Frau, die er über alles liebte, zum verwechseln ähnlich. Kurzerhand hält Laurenz Waldemar als Geisel und Runja wird in den Orden der Vollstrecker aufgenommen. Sie soll Pirmin in Sicherheit wiegeln und dann eines Tages töten. Doch das sie sich verlieben könnte, hätte sie nicht mit gerechnet.
Meine Meinung:
ch gebe zu, dass ich bisher eher wenige historische Romane gelesen habe und wenn, dann spielten sie eher ein bis zwei Jahrhunderte vor unserer Zeit. Doch ich muss sagen, dass es Thomas Ziebula recht schnell gelungen ist, mich an seinen Roman zu fesseln. Da ich bereits Bücher des Autors aus einem anderen Genre kenne, war ich auch hier gleich wieder gefangen von seinem wirklich sehr flüssigen und einnehmenden Schreibstil. Sprachlich durchaus der Zeit, in der es spielt angepasst, dabei aber nicht gespickt mit komlizierten Formulierungen und Phrasen, so dass ich auch im Lesefluss blieb und vom Text her keine Verständnisprobleme hatte.
Auch muss ich sagen, dass es hier zwar durchaus Erwähnungen des zeitlichen Geschehens gibt, das Buch aber durchaus seine eigene Handlung hat. Dabei ist es sehr spannend erzählt und es gibt sehr viel Action. Ziebula schreibt wenig zimperlich, dabei aber mit vielen Bildern, die das Geschehen vor dem inneren Auge lebendig werden lassen. Dabei bekommt das Buch eine ganz eigene Atmosphäre und wirkt sehr real in seinen Geschehnissen. Zwar ist es jetzt, wie schon erwähnt, nicht voll mit historischen Daten, doch das, was erwähnt wird, wurde perfekt recherchiert. So ist die Handlung sehr lebendig, teilweise sehr brutal, aber durchweg glaubwürdig, dass es genau so in diese Zeit passt und passiert sein könnte.
Unterteilt ist das Buch in drei großen Abschnitten und wird durch einen Erzähler in der dritten Person wiedergegeben. Dabei wechseln sich die Perspektiven zwischen Runja und Laurenz ab, was natürlich dazu führte, dass ich hier sehr gut hinter die Kulisse schauen konnte. Gerade Laurenz ist ein Charakter, den ich so gar nicht mochte und der trotz aller Antipathie durchweg interessant war. Ein sehr intriganter Mensch, der seine eigene Pläne rücksichtslos verfolgt, dem ich gerne das Handwerk legen wollte und dem ich doch nur hilflos zusehen musste.
Runja mochte ich sehr, sie ist eine extrem starke Persönlichkeit, deren auftreten mich durchaus beeindrucken konnte. Ich konnte mich auch sehr gut in sie hineinfühlen, gerade wenn sie Laurenz und dessen Machenschaften gegenüberstand und wegen ihrem Bruder immer wieder gegen ihre eigene Überzeugung handeln musste.
Auch Nebencharaktere gibt es hier so einige und diese sind, wie auch der Rest, sehr anschaulich dargestellt, spielen ihre Rollen authentisch und glaubwürdig und sind keineswegs oberflächlich.
Mein Fazit:
Ein sehr atmosphärischer, durch viele eindringliche Bilder, wirkender Roman, der nichts verschönigt. Vieles ist sehr brutal und auch die Action kommt nicht zu kurz, doch genau das läßt es nicht nur lebendig, sondern auch glaubhaft werden. Die Charaktere haben mir gut gefallen und das geschichtliche Geschehen ist sehr gut recherchiert. Wer historische Romane mag, die auch ruhig blutiger sein dürfen, ist hier genau richtig.
Runja übt Rache für ihre Familie
Dirk Heinemann aus Hohe Börde am 14.04.2022
Bewertungsnummer: 1695437
Bewertet: eBook (ePUB)
Runja (18) und ihr Bruder Waldemar (14) sind die Kinder des Ritters Unger von Seeburg. Von ihrem Vater hat Runja auch das Kämpfen gelernt. Als die Burg angegriffen wird stirbt der Vater durch einen Verrat. Runja und Waldemar können fliehen, doch Runja schwört Rache. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Magdeburg. Dort geraten sie in die Fänge des Domdekans Laurenz. Dieser will Bischof von Havelberg werden, doch dabei steht ihm Pirmin von Paris im Weg. Laurenz will Runja dazu einsetzen, Pirmin aus dem Weg zu räumen, während er gleichzeitig versucht Waldemar in sein Bett zu locken...
Thomas Ziebulla hat seine Geschichte um Runja, die rote Löwin, ins Jahr 1205 gelegt. Während die Hauptprotagonisten erdacht sind, tauchen im Umwelt historisch belegte Personen und Ereignisse auf. So macht er sich den großen Stadtbrand von Magdeburg im Jahre 1207 zu Nutze, um der Geschichte die nötige Dramatik zu verleihen.
Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Die Geschichte ist kurzweilig und wirkt durch das historische Umfeld authentisch. Erzählt wird sie aus Sicht von Runja und Laurenz. Es ist eine Geschichte voller Intrigen, die am Ende viele Leben fordern.
Mir hat das Buch gut gefallen und ich vergebe 4 von 5 Sterne.
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