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Sehnsuchtsland

4

10,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.05.2016

Verlag

Francke-Buch

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

22,1/13,9/4,8 cm

Gewicht

679 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

1 Auflage Auflage

Originaltitel

Immer wes

Übersetzt von

Thomas Weissenborn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86827-591-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.05.2016

Verlag

Francke-Buch

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

22,1/13,9/4,8 cm

Gewicht

679 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

1 Auflage Auflage

Originaltitel

Immer wes

Übersetzt von

Thomas Weissenborn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86827-591-9

Herstelleradresse

Francke-Buch GmbH
Am Schwanhof 19
35037 Marburg
DE

Email: info@francke-buch.de

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Ein neues Leben in einem neuen Land

LEXI am 10.09.2016

Bewertungsnummer: 970316

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Protagonistin Hildegard von Plötzke muss bereits als Kind erfahren, was es bedeutet, alles zurück lassen und ein neues Leben in einem fremden Land beginnen zu müssen. Nach dem Petersburger Blutsonntag im Jahre 1905 flieht ihre Familie vor den Bolschewisten und lebt fortan in einem herrschaftlichen Haus in Ostpreußen, in der Nähe von Königsberg. Irma Joubert stellt ihren Lesern ein trauriges kleines Mädchen vor, deren Eltern eine lieblose Ehe führen, wo es auch keine Zärtlichkeit oder gar Liebe für ihre einzige Tochter gibt. Das einsame Kind wendet sich ihrer geliebten Nanny Miss Jones zu, die sie mit Wärme und mütterlicher Zuneigung überschüttet – Dinge, die sie bei ihren leiblichen Eltern nicht erfährt. Als es in Deutschland zum Krieg kommt, scheint sich der Schrecken der Flucht aus Russland zu wiederholen. Hildegard muss jedoch nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Weltkrieg überstehen, und aus dem verwöhnten, fremdbestimmten Mädchen aus adeligem Hause wird eine selbständige junge Frau, die gelernt hat, sich an die schlimmen Umstände anzupassen. Über kurz oder lang verliert sie geliebte Familienangehörige und Bekannte, aber trotz allen Entbehrungen und allem Leid findet auch Hildegard letztendlich ihr kleines, persönliches Glück. Irma Joubert erzählt in diesem Buch vom Leben einer tapferen Frau, die unerschütterlich ihren Weg geht und es versteht, sich den Gegebenheiten anzupassen. Ihre Protagonistin macht im Verlauf des Buches eine enorme persönliche Wandlung durch und entwickelt sich zu einer charakterstarken und selbständigen Frau. Was diesen Roman auszeichnet, sind die exzellent recherchierten Schilderungen der historischen/politischen Ereignisse des Jahres 1905 bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges. Durch die Person der Protagonistin und etlicher, sehr gut ausgefeilter Nebenfiguren lässt die Autorin diese Zeitspanne für ihre Leserschaft lebendig erlebbar werden. Sowohl der Müßiggang und die Oberflächlichkeit des Adels, als auch die bittere Armut und die tristen Zustände der gesamten Bevölkerung in Kriegszeiten werden dermaßen lebhaft geschildert, dass man nicht umhin kann, ganz tief in diese Geschichte einzutauchen. So liest man von der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit von Millionen Menschen, vom Kampf um die Machtübernahme zwischen den Nationalsozialisten und den Kommunisten in Deutschland, den immer stärker ausartenden Antisemitismus, dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich und den Ausbruch des zweiten Weltkriegs, der Explosion des Zeppelins „Hindenburg“ und letztendlich den Überlebenskampf im ausgebombten Berlin, als die Invasion der Russen einmarschiert. Dieser Flut von Ereignissen wird auf beinahe fünfhundert Seiten Raum gegeben, wobei es der Autorin stets trefflich gelingt, sie kunstvoll mit der Geschichte ihrer Protagonistin zu verweben. Den Schreibstil von Irma Joubert, der Emotionen, Spannung und christliche Werte mit dem Zeitgeschehen verwebt, kann ich nur als brillant bezeichnen. Leider hat die Autorin sich auch in diesem Buch dafür entschieden, ihre Geschichte im Präsens zu erzählen. Eine Schilderung von Ereignissen in der Gegenwartsform, die im Verlauf mehrerer Jahrzehnte stattgefunden haben, irritiert mich stets und behindert meinen Lesefluss erheblich. Bei dieser Neuerscheinung von Irma Joubert bin ich dennoch froh, mich trotz meiner Abneigung gegen den Erzählstil für die Lektüre dieses Buches entschieden zu haben. „Sehnsuchtsland“ war für mich ein gewaltiges Epos, ein Buch, das seine Leser fesselt und nachhaltig zu beeindrucken vermag. Mit diesem Roman ist Irma Joubert ein wahres Meisterwerk gelungen, das ich persönlich als eines meiner Lese-Highlights dieses Jahres bezeichne.

Ein neues Leben in einem neuen Land

LEXI am 10.09.2016
Bewertungsnummer: 970316
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Protagonistin Hildegard von Plötzke muss bereits als Kind erfahren, was es bedeutet, alles zurück lassen und ein neues Leben in einem fremden Land beginnen zu müssen. Nach dem Petersburger Blutsonntag im Jahre 1905 flieht ihre Familie vor den Bolschewisten und lebt fortan in einem herrschaftlichen Haus in Ostpreußen, in der Nähe von Königsberg. Irma Joubert stellt ihren Lesern ein trauriges kleines Mädchen vor, deren Eltern eine lieblose Ehe führen, wo es auch keine Zärtlichkeit oder gar Liebe für ihre einzige Tochter gibt. Das einsame Kind wendet sich ihrer geliebten Nanny Miss Jones zu, die sie mit Wärme und mütterlicher Zuneigung überschüttet – Dinge, die sie bei ihren leiblichen Eltern nicht erfährt. Als es in Deutschland zum Krieg kommt, scheint sich der Schrecken der Flucht aus Russland zu wiederholen. Hildegard muss jedoch nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Weltkrieg überstehen, und aus dem verwöhnten, fremdbestimmten Mädchen aus adeligem Hause wird eine selbständige junge Frau, die gelernt hat, sich an die schlimmen Umstände anzupassen. Über kurz oder lang verliert sie geliebte Familienangehörige und Bekannte, aber trotz allen Entbehrungen und allem Leid findet auch Hildegard letztendlich ihr kleines, persönliches Glück. Irma Joubert erzählt in diesem Buch vom Leben einer tapferen Frau, die unerschütterlich ihren Weg geht und es versteht, sich den Gegebenheiten anzupassen. Ihre Protagonistin macht im Verlauf des Buches eine enorme persönliche Wandlung durch und entwickelt sich zu einer charakterstarken und selbständigen Frau. Was diesen Roman auszeichnet, sind die exzellent recherchierten Schilderungen der historischen/politischen Ereignisse des Jahres 1905 bis hin zum Ende des zweiten Weltkrieges. Durch die Person der Protagonistin und etlicher, sehr gut ausgefeilter Nebenfiguren lässt die Autorin diese Zeitspanne für ihre Leserschaft lebendig erlebbar werden. Sowohl der Müßiggang und die Oberflächlichkeit des Adels, als auch die bittere Armut und die tristen Zustände der gesamten Bevölkerung in Kriegszeiten werden dermaßen lebhaft geschildert, dass man nicht umhin kann, ganz tief in diese Geschichte einzutauchen. So liest man von der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit von Millionen Menschen, vom Kampf um die Machtübernahme zwischen den Nationalsozialisten und den Kommunisten in Deutschland, den immer stärker ausartenden Antisemitismus, dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich und den Ausbruch des zweiten Weltkriegs, der Explosion des Zeppelins „Hindenburg“ und letztendlich den Überlebenskampf im ausgebombten Berlin, als die Invasion der Russen einmarschiert. Dieser Flut von Ereignissen wird auf beinahe fünfhundert Seiten Raum gegeben, wobei es der Autorin stets trefflich gelingt, sie kunstvoll mit der Geschichte ihrer Protagonistin zu verweben. Den Schreibstil von Irma Joubert, der Emotionen, Spannung und christliche Werte mit dem Zeitgeschehen verwebt, kann ich nur als brillant bezeichnen. Leider hat die Autorin sich auch in diesem Buch dafür entschieden, ihre Geschichte im Präsens zu erzählen. Eine Schilderung von Ereignissen in der Gegenwartsform, die im Verlauf mehrerer Jahrzehnte stattgefunden haben, irritiert mich stets und behindert meinen Lesefluss erheblich. Bei dieser Neuerscheinung von Irma Joubert bin ich dennoch froh, mich trotz meiner Abneigung gegen den Erzählstil für die Lektüre dieses Buches entschieden zu haben. „Sehnsuchtsland“ war für mich ein gewaltiges Epos, ein Buch, das seine Leser fesselt und nachhaltig zu beeindrucken vermag. Mit diesem Roman ist Irma Joubert ein wahres Meisterwerk gelungen, das ich persönlich als eines meiner Lese-Highlights dieses Jahres bezeichne.

Wenn Geschichte plötzlich fesselnd wird

smillas_bookworld aus Rheinland Pfalz am 03.09.2016

Bewertungsnummer: 969143

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„...ein ganzes Leben muss sie zurücklassen. Wieder einmal.“ (S. 314) 1905 muss Hildegard als kleines Mädchen mit ihren Eltern vor den Bolschewisten fliehen. In Königsberg kommt die adlige Familie bei Verwandten unter. In Königsberg begegnet Hildegard auch Gustav aus Deutsch-Südwestafrika. Doch kurz vor Beginn des 1. Weltkriegs reist er überstürzt zurück in seine Heimat. Auch ihre englische Nanny wird von ihrem Vater entlassen, ohne dass sich Hildegard von ihr verabschieden kann. Um sich von diesen beiden Trennungen abzulenken pflegt Hildegard verwundete Soldaten. All das Leid, das ihr dabei begegnet, lässt sie den Krieg aus tiefstem Herzen verabscheuen. Und so sieht sie die Entwicklungen zu Beginn der dreißiger Jahre auch mit sehr kritischen Augen. Inzwischen lebt sie in Berlin, erneut geflohen vor den Bolschewisten... ...und das ist nicht die letzte Flucht für Hildegard. Es gibt noch einige Trennungen für sie, oftmals ohne richtige Verabschiedungen. Träume, die zerplatzen, Sehnsüchte, die begraben werden müssen. Halt in diesen schwierigen Zeiten gibt ihr der Glaube an Gott, von dem ihr die englische Nanny erzählt hat. Hildegard geht in die Kirche, betet und fleht zu Gott. Oftmals schafft sie es nur „Herr, Herr“ zu seufzen. Etwas, was mir sehr bekannt vorkommt. Trotz all der dunklen Stunden hält Gott ein Happy End für Hildegard bereit. Irma Joubert baut von Anfang an eine Spannung auf, die zunächst zwar nur unterschwellig ist, aber sich stetig steigert. In kurzen, schnörkellosen Sätzen, die sich aneinanderreihen wie Perlen auf einer Perlenkette, schildert sie die turbulente Zeit der zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren. Ungewöhnlich ist, dass sie den Roman (wieder) im Präsens geschrieben hat. Irgendwann kam mir die Erkenntnis: Hätte sie alles in Vergangenheitsform erzählt, hätte man das Gefühl ein Geschichtsbuch zu lesen. So aber steckt man mitten in der Handlung, für den Leser wird die Geschichte gegenwärtig und wesentlich greifbarer! Zum ersten Mal konnte ich die Zusammenhänge klar erkennen, die politische Entwicklung und wie diese aus der Sicht der Bevölkerung wahrgenommen wurde. Da kann ich nur sagen: Chapeau, liebe Historikerin! Was ich im Geschichtsunterricht als langweilig und kompliziert empfand, konnte mich auf einmal fesseln! Manchmal fehlte mir eine Zeitangabe, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Glücklicherweise hatte ich ein Interview mit der Autorin gehört und erfahren, dass sie ihrer Protagonistin das Geburtsjahr 1900 gegeben hatte, damit sie selbst nicht so viel rechnen muss, wie alt diese nun sei. Fazit: Wer fundierte, spannende historische Romane mag, sollte bei Irma Joubert zugreifen! Seit „Das Mädchen aus dem Zug“ hat sie sich in mein Herz geschrieben und ich hoffe noch viele Romane aus der Feder der Südafrikanerin lesen zu dürfen.

Wenn Geschichte plötzlich fesselnd wird

smillas_bookworld aus Rheinland Pfalz am 03.09.2016
Bewertungsnummer: 969143
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„...ein ganzes Leben muss sie zurücklassen. Wieder einmal.“ (S. 314) 1905 muss Hildegard als kleines Mädchen mit ihren Eltern vor den Bolschewisten fliehen. In Königsberg kommt die adlige Familie bei Verwandten unter. In Königsberg begegnet Hildegard auch Gustav aus Deutsch-Südwestafrika. Doch kurz vor Beginn des 1. Weltkriegs reist er überstürzt zurück in seine Heimat. Auch ihre englische Nanny wird von ihrem Vater entlassen, ohne dass sich Hildegard von ihr verabschieden kann. Um sich von diesen beiden Trennungen abzulenken pflegt Hildegard verwundete Soldaten. All das Leid, das ihr dabei begegnet, lässt sie den Krieg aus tiefstem Herzen verabscheuen. Und so sieht sie die Entwicklungen zu Beginn der dreißiger Jahre auch mit sehr kritischen Augen. Inzwischen lebt sie in Berlin, erneut geflohen vor den Bolschewisten... ...und das ist nicht die letzte Flucht für Hildegard. Es gibt noch einige Trennungen für sie, oftmals ohne richtige Verabschiedungen. Träume, die zerplatzen, Sehnsüchte, die begraben werden müssen. Halt in diesen schwierigen Zeiten gibt ihr der Glaube an Gott, von dem ihr die englische Nanny erzählt hat. Hildegard geht in die Kirche, betet und fleht zu Gott. Oftmals schafft sie es nur „Herr, Herr“ zu seufzen. Etwas, was mir sehr bekannt vorkommt. Trotz all der dunklen Stunden hält Gott ein Happy End für Hildegard bereit. Irma Joubert baut von Anfang an eine Spannung auf, die zunächst zwar nur unterschwellig ist, aber sich stetig steigert. In kurzen, schnörkellosen Sätzen, die sich aneinanderreihen wie Perlen auf einer Perlenkette, schildert sie die turbulente Zeit der zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren. Ungewöhnlich ist, dass sie den Roman (wieder) im Präsens geschrieben hat. Irgendwann kam mir die Erkenntnis: Hätte sie alles in Vergangenheitsform erzählt, hätte man das Gefühl ein Geschichtsbuch zu lesen. So aber steckt man mitten in der Handlung, für den Leser wird die Geschichte gegenwärtig und wesentlich greifbarer! Zum ersten Mal konnte ich die Zusammenhänge klar erkennen, die politische Entwicklung und wie diese aus der Sicht der Bevölkerung wahrgenommen wurde. Da kann ich nur sagen: Chapeau, liebe Historikerin! Was ich im Geschichtsunterricht als langweilig und kompliziert empfand, konnte mich auf einmal fesseln! Manchmal fehlte mir eine Zeitangabe, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Glücklicherweise hatte ich ein Interview mit der Autorin gehört und erfahren, dass sie ihrer Protagonistin das Geburtsjahr 1900 gegeben hatte, damit sie selbst nicht so viel rechnen muss, wie alt diese nun sei. Fazit: Wer fundierte, spannende historische Romane mag, sollte bei Irma Joubert zugreifen! Seit „Das Mädchen aus dem Zug“ hat sie sich in mein Herz geschrieben und ich hoffe noch viele Romane aus der Feder der Südafrikanerin lesen zu dürfen.

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