Produktbild: Beschimpft Österreich!

Beschimpft Österreich! Der Skandal um die Staatspreisrede Thomas Bernhards im März 1968

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Produktdetails

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PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

13.06.2016

Verlag

V&R Unipress

Seitenzahl

152 (Printausgabe)

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783847004899

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PDF

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13.06.2016

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  • Bewertung

    aus Semmering

    5/5

    24.01.2021

    eBook (PDF)

    Beschimpft Bernhard?

    Um mal gleich die Überschrift zu relativieren: Nein, der Autor beschimpft Bernhard nicht, auch wenn ich den Verdacht habe, dass er kein allzu großer Fan jenes österreichischen Schriftstellers ist, dessen Schaffen diese seine Monografie gewidmet ist. Wobei ich auch dies wieder relativieren muss: Tatsächlich geht es, wie schon in der Einleitung klargestellt wird, nur um einen kleinen Ausschnitt aus Bernhards Biografie: Nämlich den sogenannten Staatspreis-Skandal. Von dem hatte ich bisher nur über Bernhards Darstellung in „Wittgensteins Neffe“ Kenntnis, und vermutlich dürfte es den meisten Lesern ebenso gehen; eventuell kennt noch der eine oder andere die Version in „Meine Preise“. Allein schon die Unterschiede zwischen beiden Versionen sollten einen stutzig machen, aber der Autor geht in seiner Untersuchung weit darüber hinaus: Er hat die Hintergründe der eigentlichen Staatspreis-Verleihung recherchiert, den Verlauf des Festaktes rekonstruiert und die Nachgeschichte umrissen. Letzterer Abschnitt war für mich der informativste Teil, denn offenbar hatte der Skandal seinen eigentlichen Ursprung weniger im Geschehen während des Festaktes, sondern eher in der ‚Öffentlichkeitsarbeit’ von Bernhard, seinem Verleger und seinen Freunden, welche diese in den folgenden Tagen, Wochen und Jahren entfalteten. Thomas Bernhard als Täter oder Opfer? Diese abschließende Frage von Olaf Lahayne kann jeder Leser für sich selbst beantworten. Die dafür notwendige Faktenlage dürfte jetzt jedenfalls ein für allemal geklärt sein; „Beschimpft Österreich!“ ist das Buch zum Thema. Dieses Thema dürfte sehr speziell sein; die Hintergründe, die Olaf Lahayne aufzeigt, dürften aber für den Literaturbetrieb nicht so untypisch sein. Jedenfalls eine bereichernde Lektüre! Zudem ließt sich das Buch keineswegs akademisch-trocken, sondern sehr flott, nicht zuletzt dank der weitgehend chronologischen Erzählweise; gleichzeitig eine beachtliche Fleißarbeit (mit 352 Endnoten)! Mein einziger Kritikpunkt ist eigentlich ein gewisser Hang des Autors zur Besserwisserei, etwa, wenn er darauf verweist, dass Bernhards Geburtsort Heerlen eigentlich nicht im eigentlichen Holland liegt, sondern in der niederländischen Provinz Limburg.

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