Die Karikaturistin Catherine Meurisse, die seit vielen Jahren für Charlie Hebdo arbeitet, entkommt dem Attentat auf Charlie Hebdo nur, weil sie an diesem Morgen im Januar 2015 für die Redaktionssitzung zu spät dran ist. Viele ihrer Kollegen und Freunde werden bei dem Anschlag aus dem Leben gerissen. Sie selbst sucht seitdem nach einem Umgang mit der Tragödie und einem neuen Zugang zu ihrem Leben. Meurisse sucht in der Schönheit der Natur und der Künste nach anderen Bildern, macht sich nach Italien auf und beginnt langsam, zu ihrer eigenen Leichtigkeit zurückzufinden. Mit „Die Leichtigkeit“ hat Catherine Meurisse ein intensives und sehr persönliches Buch geschaffen, das ihrer Trauer Raum gibt und zugleich eine Ermutigung ist, sich die Schönheit des Lebens zurückzuerobern.
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Wenn alle Leichtigkeit verflogen ist ...
Klaudia Szabo am 20.07.2018
Bewertungsnummer: 1119308
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Inhalt
Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo hat die Cartoonistin Catherine Meurisse alle Freude am Leben verloren. Immerhin hätte es auch sie treffen können wie ihre Kollegen – wäre sie an dem Tag früher aus dem Bett gekommen. Nun ist ein Großteil ihrer Freunde, ihrer zweiten Familie, einfach tot. Und sie muss lernen, die Leichtigkeit und Schönheit in ihrem Leben wiederzufinden. Zwischen Identitätskrisen, der Trauer und psychischen Schäden, jagt sie den großen Künstlern und Philosophen nach, auf der Suche nach einem Weg, um wieder frei leben zu können.
Meine Bewertung
„Lightness“ ist ein Titel, den ich auf Deutsch schon länger auf meiner Wunschliste stehen hatte. Ich erinnere mich heute noch an die Fassungslosigkeit, die nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo herrschte, auf die Momente, die ich vor dem Fernseher verbrachte und die Solidaritätsaktionen betrachtete. In denen ich mir dachte: „Bringt das etwas? Hilft es den Betroffenen, den Hinterbliebenen, sie noch stärker ins Rampenlicht zu drängen, wenn ihre Liebsten so grausam ums Leben kamen?“ Catherine Meurisse hat die Anschläge nur aus dem Nachbarhaus mitbekommen – und hat ihre Erfahrungen in „Lightness“ mit der Welt geteilt.
Dementsprechend neugierig war ich natürlich, den Comic nun zu lesen. Was würde mich in „Lightness“ erwarten? Wie geht jemand mit der Situation um, nachdem das Einzige, was ihr das Leben rettete, eine durchwachte Nacht wegen Liebeskummer war? Bald fand ich eine Antwort darauf: Gar nicht. Wie soll man schon mit solch einem Trauma umgehen? Die Zeichnungen waren ein guter Ausdruck für ihre Hilflosigkeit, für das Gefühl der Schockstarre, allerdings hatte ich an vielen Stellen das Gefühl, nicht genug zu verstehen, nicht tief genug eintauchen zu können in ihre Gedankenwelt.
Während ich irgendwo oberflächlich blieb, machte sich die Autorin auf die Suche nach der Leichtigkeit, die ihr seit dem Anschlag gefehlt hat. Ihr Trauma konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen und auch irgendwo mitfühlen, aber spätestens dort verlor sie mich ein wenig. Die philosophischen Überlegungen kamen nicht recht bei mir an, und auch ihr Weg aus dem Trauma heraus war für mich wenig nachvollziehbar. Dass man es wohl nie komplett loswird, kann ich hingegen verstehen, und auch die Gefühle bzw. die Abwesenheit davon, die ihre Illustrationen rüberbrachten. Es muss eine unheimlich schwierige psychische Situation sein, in der sie sich da befand. Vor allem, wenn es darum ging, das nächste Heft rauszubringen, nachdem ihre Freunde und Kollegen gerade erst gestorben waren.
Alles in allem war „Lightness“ definitiv keine leichte Kost. Aber damit habe ich ja auch nicht gerechnet. Ich finde, man muss diesen Comic mehrfach lesen, um es wirklich nachvollziehen zu können, um richtig in die Situation einzutauchen und auch die philosophischen Anteile zu durchdringen. Für Interessierte ist es definitiv lesenswert, ich schwanke noch ein wenig hin und her, ob es mich nun überzeugt hat oder nicht.
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